BeweG NRW

Schulen in Bewegung bringen!

Mit dem Programm Schule mit Schwung (SmS) verfolgen das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW, die Bezirksregierungen in NRW und die Unfallkasse NRW für die Schuljahre 2019/20 bis 2023/24 das Ziel, geeignete Bewegungsaufgaben zur Steigerung der Selbstregulations-fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln und zusammenzustellen und für den Einsatz im Lehr-  und Lernalltag in der Schule aufzubereiten. Zugleich werden Gelingensbedingungen für die Entwicklungsprozesse in Schulen, die ein langfristiges Arbeiten an solchen Erkenntnissen möglich machen, identifiziert und zusammengefasst.

Die Programmpartner bieten den strukturellen Rahmen, um Schulen in dem Zeitfenster von 4 Schuljahren zu begleiten und zu beraten. Seit Programmstart werden insgesamt 38 Schulen in NRW begleitet: 22 Grundschulen, 1 Förderschule, 2 Realschulen, 1 Sekundarschule, 6 Gymnasien, 6 Gesamtschulen.

Mit Schwung das Lernen fördern!

Schule in Bewegung zu bringen heißt in diesem Kontext: Schulentwicklungsprozesse anzuregen – durch eine lerngerechte Rhythmisierung des Unterrichts, durch bewegte Pausen, durch bewegendes und selbstständiges Lernen, durch beteiligende sicherheits- und gesundheitsförderliche Organisationsstrukturen, durch die Anerkennung von Bewegung und Wahrnehmung als Schlüssel für ganzheitliches Lernen. Die positiven Auswirkungen von Bewegung, Spiel und Sport auf kognitive Funktionen werden in der aktuellen Bildungsdiskussion durch Beiträge der Bewegungsneurowissenschaften fundiert untermauert. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Förderung der exekutiven Funktionen gelegt. Im exekutiven System des präfrontalen Kortex im Gehirn laufen komplexe Prozesse ab, die für gezielte und organisierte Handlungen notwendig sind und beispielsweise die für erfolgreiches Lernen notwendige Aufmerksamkeitsfokussierung und Selbstregulation ermöglichen. Dazu zählen das Arbeitsgedächtnis, die Impuls- und Aufmerksamkeitskontrolle (Inhibition) sowie die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit und das eigene Verhalten flexibel und situationsangemessen umstellen zu können (kognitive Flexibilität). Auf diese Weise unterstützen die exekutiven Funktionen die Selbstkontrolle und Selbstregulationsfähigkeit, also die bewusste und gezielte Steuerung von Verhalten, Aufmerksamkeit und Emotionen. Folglich werden Lernprozesse generell umfassend gefördert. Bewegung, Spiel und Sport bieten demzufolge vielfältige Anlässe, diese Kompetenzen alltagsintegriert im Setting Schule zu fördern. Nähere Informationen zu den exekutiven Funktionen finden Sie in dem Fachbeitrag von Dr. Sabine Kubesch.

Mit Schwung Schulentwicklung unterstützen!

Da Bewegung einen bedeutsamen Stellenwert hinsichtlich der Entwicklung der exekutiven Funktionen und der Selbstregulation einnimmt, wird der Zugang zum Programms innerhalb der Schulen schwerpunktmäßig über die Sportkollegen und das Fach Sport angestoßen und im Verlauf schrittweise weiterführende Prozesse innerhalb des gesamten Kollegiums und des Schulsystems intensiviert.

35 Beraterinnen und Berater im Schulsport wurden vor Programmstart an den Schulen für die Rolle als Moderatorinnen und Moderatoren fachlich geschult. Sie begleiten die Prozesse an den teilnehmenden Schulen unterstützend beratend. Abhängig von den individuellen Voraussetzungen erhalten die Schulen ergänzenden fachlichen Input von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Inzwischen hat sich ein aktives Netzwerk, dem Inputgeber aus Theorie und Praxis angehören, entwickelt und etabliert.

 Hauptvortrag von Frau Dr. Sabine Kubesch (PPT)

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