Schulsportpraxis und Fortbildung

Berufskolleg Sekundarstufe II

Sportunterricht am Berufskolleg

Umfassende Handlungskompetenz

Die Bildungspläne der verschiedenen Anlagen der beruflichen Bildung verfolgen einen kompetenzorientierten Ansatz mit dem Ziel den Schülerinnen und Schülern eine umfassende berufliche, gesellschaftliche und personale Handlungskompetenz zu vermitteln und sie auf ein lebensbegleitendes Lernen vorzubereiten. Der Sportunterricht, der entweder im Unterrichtsfach „Sport“ oder im Unterrichtsfach „Sport/Gesundheitsförderung“ erteilt wird, leistet einen wichtigen Beitrag dazu.

Um dieses Bildungsziel zu erreichen, fördert der Sportunterricht neben sportlichen Fertigkeiten auch wichtige Schlüsselqualifikationen. Dazu gehören Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft, Kreativität und Zuverlässigkeit. Außerdem werden digitale Schlüsselkompetenzen, wie informatische Grundkenntnisse und Medienkompetenz, vermittelt. Diese Qualifikationen sind auch im Berufsleben von großer Bedeutung.

Gesundheitsförderung

Die Bildungspläne des Unterrichtsfaches Sport berücksichtigen in besonderem Maße die Gesundheitsförderung. Vor diesem Hintergrund soll den Herausforderungen eines von Bewegungsarmut geprägten Alltags und häufig einseitiger körperlicher Belastung im Beruf durch Erfahrungen im Bereich Bewegung, Spiel und Sport begegnet werden, um so die Gesundheit und das Wohlbefinden nachhaltig zu stärken. Dabei werden die typischen Belastungen der jeweiligen Fachbereiche und Berufsfelder in den Bildungsplänen berücksichtigt.

Unterrichtsprinzipien

Der Sportunterricht integriert theoretisches Wissen in praktische Anwendungen und vermittelt Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für das Berufsleben und das persönliche Wohlbefinden von großer Bedeutung sind. Er verfolgt dabei einen Doppelauftrag: das Lernen im Sport und das Lernen durch Sport.

Er orientiert sich an wichtigen Prinzipien wie Bewegungsorientierung, Selbstorganisation, Prozessorientierung und Reflexion. Neue Technologien unterstützen diesen salutogenetischen Ansatz im Lehr-Lern-Prozess und greifen die Lebenswirklichkeit des Sports im Freizeitbereich auf, beispielsweise durch Gesundheits- und Sport-Apps.

Die verschiedenen Themenfelder werden aus einer mehrperspektivischen Betrachtung heraus behandelt, wobei die pädagogischen Perspektiven Wahrnehmung, Gestaltung, Wagnis und Verantwortung, Leistung, Kooperation und Konkurrenz sowie Gesundheit zur Anwendung kommen.

Bildungsgänge des Berufskollegs für Sportbegeisterte

Mit Sport zum Abitur

Sport/Gesundheitsförderung ist im Bildungsgang „D 17 – Freizeitsportleiterin/ Freizeitsportleiter“ das Profil bildende Leistungskursfach. Im Mittelpunkt dieses Bildungsganges steht der von den Schülerinnen und Schülern zu vollziehende Perspektivwechsel/Rollenwechsel von der sportlichen Eigenrealisation zur Anleiterfunktion. (Bildungspläne zum Bildungsgang D 17 – Freizeitsportleiterin/Freizeitsportleiter)

Abschluss und Qualifikationen

Der Bildungsgang „D 17 – Freizeitsportleiterin/Freizeitsportleiterin“ führt

  • zur allgemeinen Hochschulreife und
  • zur beruflichen Qualifikation „Freizeitsportleiterin/Freizeitsportleiter.

Prüfungen

Als Profilbildendes Leistungskursfach ist Sport/Gesundheitsförderung ein verpflichtendes schriftliches Prüfungsfach des Zentralabiturs Berufliches Gymnasium in Anlage D 17.

  • Aktuelle Abiturvorgaben des Profil bildenden Leistungskursfaches Sport/Gesundheitsförderung (Abiturvorgabe-2026-28)
  • Bestandteile der Abiturprüfung im Profil bildenden Leistungskursfach Sport/Gesundheitsförderung

1. Schriftliche Prüfung 270 Min. ohne Auswahlaufgabe

2. Praktische Prüfung bestehend aus drei Teilen

1. Teil: festgelegtes Bewegungsfeld z. B. Leichtathletik, Schwimmen oder Turnen

2. Teil: Sportspiel aus dem Bewegungsfeld „Spielen in und mit Regelstrukturen – Sportspiele“

3. Teil: Handlungssituation in der Rolle eines Anleiters/Vermittlers bewältigen

Eine weitere Prüfung stellt die Prüfung zur Freizeitsportleiterin/zum Freizeitsportleiter dar. Sie setzt sich aus vier Prüfungsteilen zusammen (siehe APO-BK Anlage D 17):

  1. Die Prüfung im Fach Erziehungswissenschaften erfolgt schriftlich oder mündlich. Sie entfällt, wenn das Fach im Rahmen der Abiturprüfung geprüft wurde.
  2. Die Anleitung zur Sportpraxis als dritter Prüfungsteil der sportpraktischen Prüfung in der Abiturprüfung entspricht organisatorisch der Abschlusslehrprobe im Umfang von 45 Minuten.
  3. Die Prüfung im Fach Didaktik und Methodik beinhaltet die didaktisch-methodische Planung (siehe Anlage 5, Punkt I) und die Reflexion der Anleitung zur Sportpraxis.
  4. Im abschließenden Kolloquium im Umfang von 15 Minuten werden aufbauende didaktisch-methodische Kenntnisse thematisiert.

Ausbildungsberufe im Dualen System der Berufsausbildung mit Bezug zu Sport

Sport- und Fitnesskauffrau/Sport und Fitnesskaufmann sowie Sportfachfrau/Sportfachmann

Fachangestellte und Fachangestellter für Bäderbetriebe

Pferdewirt/-in

Schulische Aus- und Weiterbildung am Berufskolleg mit Bezug zu Sport

Staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin/Staatlich geprüfter Gymnastiklehrer

Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Motopädie

Aufbaubildungsgänge für die Fachschule für Sozialwesen

• Aufbaubildungsgang Bewegung und Gesundheit

• Aufbaubildungsgang Fachkraft für heilpädagogische Förderung mit dem Pferd

Berufsbildung in NRW

Lehrpläne