Was unsere Füße alles können

Lernaufgabe UV gesamt:

Lernt eure Füße kennen, probiert mit ihnen zu greifen und zu fühlen und vielleicht sogar zu sehen.

Zuordnung des Vorhabens

Schulform Grundschule
Jahrgangsstufe Klasse 1
Klasse 2
Pädagogische Perspektive(n) Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
Gesundheit fördern, Gesundheitsbewußtsein entwickeln
Bereiche und Schwerpunkte Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen

Schwerpunkte:
  • die Sinne üben und die Bedeutung der Wahrnehmungsfähigkeit für den Bewegungsvollzug erfahren
  • sich des eigenen Körpers bewusst werden, seine Dimensionen erfahren, seine Aktionsmöglichkeiten und Grenzen erkunden
Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewegen sich im Raum und nutzen dabei unterschiedliche Wahrnehmungshilfen (Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase)
  • bewegen sich sicher im Raum und behalten die Bewegungssicherheit auch dann, wenn die akustische und/oder optische Wahrnehmung eingeschränkt oder ausgeschaltet wird (Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4)
  • nehmen ihr Körperschema wahr und nutzen ihre Erfahrungen beim Spielen und Bewegen (Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase)
  • sind sich ihres Körperschemas bewusst und verhalten sich körpergerecht in der Ruhe und in der Fortbewegung (Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4)

Planungshinweise

Anzahl der Unterrichtseinheiten 4 Dauer der Unterrichtseinheiten Einzelstunden
Räumliche und materiale Voraussetzungen

Ein Drittel einer Großraumhalle oder eine kleine Sporthalle

Lernvoraussetzungen

Keine

Dieses UV wurde (auch) in einer Inklusionsklasse im 1. Schuljahr mit 5 Kindern mit Förderbedarf (L/S/E) durchgeführt.

Didaktisch-methodische Hinweise

Da das Thema "Barfußlaufen für manche Kinder schwierig sein kann, sollte unbedingt vorher angekündigt werden, dass die kommenden Sportstunden barfuß stattfinden werden. Auch ein Elternbrief bietet sich an.

Auch wenn es manchmal Bedenken wegen Verletzungsgefahren beim Barfußsport gibt - das Ziel der sensomotorischen Sportstunden ist ganz klar, das Risiko von Sportverletzungen zu verringern. Jeder hat wohl schon erlebt, dass er nach dem Ausziehen der Schuhe losgerannt ist und sich kurz darauf die Zehen schmerzhaft angestoßen hat. Um das zu vermeiden, muss nach Ablegen der Schuhe zu allererst das Körperbild des Gehirns "scharf gestellt" werden. Hierfür gibt es keine Einstellringe am Objektiv wie in der Photographie, sondern Tasterfahrung und Fußgymnastikspiele am Beginn der Barfußturnstunde. Diese Einführungsphase ist sehr wichtig und senkt die Verletzungsrisiken auf ein geringes, tragbares Maß. Auch die Sicherheit beschuht ausgeführter Sportarten erhöht sich durch eine solche sensomotorische Einstimmung. Aktive Sicherheit durch Bewegungskompetenz verstärkt dann die passive Sicherheit durch die Sportschuhe (vgl. Sensomotorik im Sportunterricht: Risiken vermeiden: de.wikibooks.org/wiki/Sensomotorik_im_Sportunterricht:_Risiken_vermeiden

(zuletzt aufgerufen Juli 2015).

Im Verlauf der Stunde, bzw. des UV, kann die Lehrkraft Ansprüche an Bewegungsgefühl und Geschwindigkeit allmählich steigern. SuS, die sich im Verlauf der Stunde unsicher fühlen und die Turnschuhe wieder anziehen wollen, sollte das ruhig gestattet werden. Es ist wichtig, dass sie ein Gefühl für die eigenen Grenzen entwickeln, diese durch regelmäßiges Üben aber auch erweitern. Ggf. sollte man Kinder, die offensichtliche Schwierigkeiten mit dem Barfußsport haben, sogar auffordern, die Schuhe für anspruchsvolle Lauf- und Turnübungen wieder anzuziehen. Besser, aber nicht immer sofort umsetzbar, wäre natürlich eine individuelle sensomotorische Förderung.

Literatur:

HILDEBRANDT, R./STRAMANN, B. (1996).Wir entdecken und erleben unsere Füße. In: SPORTPÄDAGOGIK 20 , 6, 41 – 45.

BRACKE, J.(2001).Lernzirkel Sport II: Bewegen, Spielen, Üben an Stationen. Kempen: Buchverlag Kempen

Autorin/Autorinnen: nach einer Idee von Reinhard Jaschke, Peter Maaß und Hans Feuß
(Mit freundlicher Unterstützung durch das Team des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Bielefeld.)

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