Spielsituationen im Basketballspiel mit Schiedsrichter als Ausgangspunkt zur Entwicklung eines Fair-Play-Bewusstseins

Doppelstunde

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Phase

Unterrichtsschritte

Medien/Materialien

Einstieg

Die Lehrkraft bespricht mit den SuS, dass es in den kommenden Wochen um Fair Play gehen soll und darum, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Die ersten Stunden werden dazu dienen, eine Arbeitsdefinition des Begriffs Fair Play zu erarbeiten. Dabei helfen Texte zu den Begriffen Fairness/Fair Play und das eigene Tun: Durch das bewusste Erleben von Fair Play in bestimmten Spielsituationen und die dadurch gemachten Erfahrungen erweitern die SuS ihr Fair-Play-Verständnis (vgl. Hotz, 1992, S.66 und Luther/Hotz, 1994, S.8).

Die SuS werden in dieser Stunde mit Problem-und Konfliktsituationen im Basketball unter der Leitung eines Schiedsrichters konfrontiert. Dabei erfahren sie, was für sie fair und unfair ist. Welche Rolle spielt der Schiedsrichter? Ist er das Maß für Fair Play? Die SuS sollen in dieser Stunde erfahren, dass eine Diskrepanz zwischen ihrem eigenen theoretischen Fair-Play-Verständnis und dem Fair Play in einer konkreten Spielsituation entstehen kann. Das bedeutet, dass im Eifer des Gefechts in einer Spielsituation trotz eines eigentlich vorliegenden Verständnisses von Fair Play, dieses nicht angewendet wird (z.B. der Ball wird nicht abgegeben, sondern direkt auf den Korb geworfen; der Teamgedanke wird Zugunsten von Einzelaktionen aufgegeben; es wird ein Foul begangen, um einen Korberfolg zu verhindern).

Möglichkeiten des Einstiegs in dieses Unterrichtsvorhaben:

Variante "brainstorming": Alle SuS notieren zunächst ihre Ideen zum Fair-Play-Begriff auf dem Arbeitsblatt, um die unterschiedlichen Ausgangspositionen festzustellen. Die ersten Ideen zum Fair-Play-Begriff werden in einer gemeinsamen Mind Map gesammelt. Diese Arbeitsblätter und die Mind Map werden aufbewahrt, um am Ende des Unterrichtsvorhabens festzustellen, ob sich etwas am Fair-Play-Verständnis geändert hat.

Variante "Diskussion": Die SuS beziehen Position zu einem Fair-Play-Statement und untermauern ihre Position mit Argumenten und Beispielen. Dazu erhalten sie ein Arbeitsblatt.

Hinweis:

An dieser Stelle werden zwei Möglichkeiten für einen Einstieg angeboten, um sicherzustellen, dass auf jeden Fall Ausgangspositionen bestimmt werden können. SuS, die gewohnt sind Hypothesen aufzustellen, werden mit Variante "brainstorming" gut zurecht kommen.

Sollte es in dieser Stunde noch nicht möglich sein Vorstellungen zum Fair Play zu entwickeln, finden Lehrkräfte hier ein Informationsblatt zum Fair-Play-Begriff.

Hier finden Sie eine  Bibliographie zur Olympischen Erziehung, zusammengestellt von Rolf Geßmann, Stand: Mai 2009.
Die Bibliographie will für die theoretische Auseinandersetzung sowie die praktische Umsetzung einer Erziehung im Sinne der Olympischen Idee die einschlägige Literatur an die Hand geben. Sie wendet sich an Wissenschaftler, Sportpädagogen, Verbands- und Vereinsvertreter, Trainer und Übungsleiter.

Zum weiteren Stundenverlauf:

Es folgt ein Basketballturnier ohne Vorgaben mit Schiedsrichter. Das Basketballspiel wird gewählt, weil es in dieser Sportart trotz der Vorgabe, dass es sich um ein "körperloses" Spiel handelt, dennoch häufig zu Körperkontakt kommt.

Hinweis:

Das Fair Play wird in diesen Sportarten oft mit dem Bestreben der Akteure gleichgesetzt, den anderen nicht zu verletzen. Die wichtigsten Regeln sind für die SuS erwartungsgemäß diejenigen, die erlaubten und unerlaubten Körpereinsatz definieren.

Bankviereck

Tafel oder Plakat

Eddings

Aufwärmen

Selbstständiges Aufwärmen mit dem Basketball.

Mannschaftsbildung durch die SuS (4 Mannschaften abhängig von der Anzahl der SuS)

Basketbälle

Ggf. Pfeife

1. Spielphase

Die Lehrkraft gibt den SuS folgenden Beobachtungsauftrag:

"Beobachtet wann Konflikt- und Problemsituationen entstehen und was die Ursachen dafür sind."

Basketballturnier auf mehreren Feldern gleichzeitig, wobei jeweils ein/e Schüler/in (eventuell kranke/r Schüler/in) die Position des Schiedsrichters bzw. der Schiedsrichterin übernimmt.

Zwischenreflexion

 

Reflexion des eigenen Spielverhaltens:

  • Welche Konflikt- und Problemsituationen sind euch im Spiel begegnet?
  • Welchen Einfluss hat der Schiedsrichter auf euer Spielverhalten?
  • Wofür brauchen wir den Schiedsrichter?
  • Was bedeutet für euch Fair Play in dieser Spielsituation?
  • Verhaltet ihr euch fair? Warum bzw. warum nicht?
  • Welche Schwierigkeiten tauchen auf, wenn es darum geht, sich im Spiel fair zu verhalten?

Dokumentation der Ergebnisse auf einer Flip Chart.

Flip Chart (bzw. Tafel)

2. Spielphase 

Die Lehrkraft gibt folgenden Auftrag:

"Versucht fair zu spielen."

Fortsetzung des Turniers

Abschluss

Reflexion des Turniers

  • Hat sich euer Verhalten in der 2. Spielphase geändert?
  • Wie würdet ihr Fair Play kennzeichnen? Beschreibt Spielsituationen.
  • Würdet ihr anders spielen, wenn ihr ohne Schiedsrichter spielen würdet?

Dokumentation der Ergebnisse auf einer Flip Chart.

Aus der Frage, ob die SuS ohne Schiedsrichter genauso fair spielen würden, ergibt sich der Ausblick auf die kommende Unterrichtseinheit: Es wird Basketball in Form von Streetball gespielt. Dabei gibt es keinen Schiedsrichter.

Bankviereck

Flip Chart (bzw. Tafel)

Ausblick auf weiteres Vorgehen

Um den von SuS eher "aus dem Bauch" formulierten Begriff von Fair Play zu konkretisieren, bekommen sie eine Hausaufgabe mit einem Text zum formellen/informellen Fair Play mit Aufgaben, um ihr eigenes Fair-Play-Verständnis zu schärfen. Dieses ist notwendig, um sich mit der Gruppe auf ein gemeinsames Fair-Play-Verständnis zu einigen. 

Hier finden Lehrkäfte ein Infoblatt zum formellen und informellen Fair Play.

Arbeitsblatt 1 Hausaufgabe

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