Sicherheits- und Gesundheitsförderung

Kanufahren

6.6 Sicherheitsmaßnahmen beim Kanufahren


Fachliche Voraussetzungen

6.6.1 Fachliche Voraussetzungen

Eine Lehrkraft, die o. g. Bewegungsfelder/Sportbereiche (einschließlich Kajak und Kanadier) im Schulsport anleitet, muss über folgende fachliche Voraussetzungen verfügen:

  • Besitz des Deutschen Rettungsschwimmabzeichen DLRG/des DRK/des ASB - Bronze und der sportartspezifischen Rettungsfähigkeit incl. Kenntnissen zum angemessenen Einsatz von Rettungsmitteln (z. B. des Wurfsacks),
  • Kenntnis theoretischer Grundlagen des Kanusports,
  • Kenntnisse methodischer Vorgehensweisen unter Berücksichtigung der motorischen Voraussetzungen und spezifischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler,
  • Kenntnisse methodischer Vorgehensweisen und insbesondere von speziellen Vermittlungsformen für ängstliche oder motorisch schwächere Schülerinnen und Schüler sowie für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung,
  • Kenntnisse der Schifffahrtsregeln und der Gefahren an Flusseinbauten,
  • Kenntnisse in der Organisation und Leitung einer Kanuwanderfahrt,
  • Kenntnisse von gesundheits- und umweltrelevanten Aspekten des Kanu Fahrens,
  • Ortskenntnis des jeweiligen Gewässers, praktische Erfahrungen auf dem jeweiligen Gewässertyp und
  • praktische Erfahrungen mit elementaren Fahrtechniken.
Aufsicht

6.6.2 Organisation und Aufsicht

  • Es muss jederzeit ein Notruf abgesetzt werden können.
  • Die Kontrolle der Ausrüstung und der Sicherheitsmaterialien erfolgt vor jedem Start.
  • Die Schülerinnen und Schüler müssen das Verhalten beim Ein- und Ausstieg, die Reihenfolge und Abstände der Boote, die Gefahren, die vom Schiffsverkehr ausgehen können, das Verhalten an Wehren und Flusseinbauten, die Naturschutz- und Befahrungsregeln sowie das Verhalten bei bestimmten Witterungseinflüssen z. B. Gewitter oder Starkwind kennen.
  • Die Gruppe ist immer in einem vereinbarten Rahmen zusammenzuhalten. Bei Wanderfahrten auf fließenden Gewässern sind zwei Begleitpersonen notwendig. Dabei fährt eine Person als erste und eine Person als letzte.
  • Eine Vollzähligkeitskontrolle erfolgt vor dem Start und nach dem Passieren unübersichtlicher und/oder gefährlicher Stellen sowie nach Beendigung der Veranstaltung.
  • Schülerinnen und Schüler müssen Verhaltensweisen in Unglückssituationen kennen und beherrschen.
  • Die Verständigung zwischen allen Beteiligten muss jederzeit gewährleistet sein. Demzufolge sollten optische Signale vereinbart werden und akustische Hilfsmittel zur Verfügung stehen.
Ausstattung

6.6.3 Persönliche Ausstattung und Ausrüstung

  • Schülerinnen und Schüler, die im Schulsport Kanu fahren, müssen im Besitz des Deutschen Jugendschwimmabzeichens - Bronze sein.
  • Die eingesetzten Boote müssen den Gewässerbedingungen und den Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst und in einem technisch einwandfreien Zustand sein.
  • Beim Kanusport muss - auch auf Zahmwasser - eine geeignete Schwimmhilfe (EN ISO 12402 Teil 5 oder einer Vorläufernorm) getragen werden. Auf Wildwasser ist das Tragen von Schwimmhilfe und Kopfschutz Pflicht.
  • Beim Kanupolo ist ein Helm mit Gesichtsschutz zu tragen.
  • Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, ein Rettungswurfsack, Handy, Notreparaturset, geeignete Schleppleine zur Sicherung von Booten sowie ggf. Flussführer und Kartenmaterial sind mitzuführen.
  • Die Schülerinnen und Schüler müssen geeignete Schuhe tragen, um Verletzungen z. B. durch Scherben beim Aussteigen zu vermeiden. Ebenso muss funktionsgerechte, witterungsangepasste Kleidung getragen werden.
  • Bei sonnigem Wetter muss Sonnenschutz aufgetragen werden, eine Kopfbedeckung und eine ausreichend gesicherte Sonnenbrille müssen getragen werden.
  • Bei Wanderfahrten ist ein wasserdichtes Behältnis mit Ersatzkleidung mitzuführen.