Sicherheits- und Gesundheitsförderung

2.1 Sicherheitsförderung als Aufgabe des Schulsports

Eine pädagogische Aufgabe des Schulsports ist es, die Bewegungssicherheit der Schülerinnen und Schüler und deren Sicherheits- und Gesundheitskompetenzen zu fördern sowie die technische und organisatorische Unfallvorbeugung zu gewährleisten. 

Aufsicht

2.2 Fachliche Voraussetzungen

Lehrkräfte müssen für die Bewegungsfelder bzw. Sportbereiche, in denen sie schulsportliche Angebote unterbreiten, die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen besitzen. Diese können im Rahmen der Hochschulausbildung, der staatlichen Lehreraus- und -fortbildung oder auch durch das Qualifizierungssystem der Sportverbände und -bünde sowie anderer gemeinwohlorientierter Organisationen erworben werden.

Sofern für Bewegungsfelder und Sportbereiche landesweit einheitliche Fort- und Weiterbildungskonzeptionen vorliegen, erfolgt die Zertifizierung ausschließlich über den Weg der staatlichen Lehrerfortbildung, ggf. in Kooperation mit den Sportfachverbänden. Weitere Fortbildungsangebote in Kooperation mit Fachverbänden müssen ebenfalls als staatliche Fortbildungsmaßnahmen unter Leitung der Bezirksregierungen durchgeführt werden. Die Lehrkräfte erhalten bei Teilnahme an diesen Maßnahmen eine Bescheinigung.

Die genannten Veranstaltungen müssen die Grundsätze schulsportlicher Inhalte und Vermittlungsmethoden und deren Standards berücksichtigen.

Lehrkräfte müssen auf die jeweiligen Bewegungsfelder bzw. die Sportbereiche bezogene Kompetenzen, das heißt folgende Kenntnisse sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten, besitzen:

  • Kenntnisse über die physiologische Entwicklungssituation der Schülerinnen und Schüler,
  • Fähigkeit, die physische, psychische und soziale Disposition der Schülerinnen und Schüler einzuschätzen,
  • Kenntnisse über die Sachstruktur der Bewegungsfelder und Sportbereiche,
  • Kenntnisse über besondere Risikofaktoren und über Möglichkeiten der Sicherheits- und Gesundheitsförderung,
  • Fähigkeit, den Unterricht oder das Bewegungsangebot unter Beachtung der Rahmenvorgaben für den Schulsport, der Lehrpläne und spezifischer didaktisch-methodischer Grundsätze zu gestalten,
  • Kenntnisse didaktisch-methodischer Vorgehensweisen in den jeweiligen Bewegungsfeldern und Sportbereichen,
  • Bewegungsanforderungen einschätzen und grundlegende Bewegungsformen demonstrieren können,
  • Fähigkeit, einen Unterricht durchzuführen, der die Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler am gemeinsamen Unterricht sicherstellt,
  • Kenntnisse methodischer Vorgehensweisen und insbesondere von speziellen Vermittlungsformen für ängstliche und motorisch schwächere Schülerinnen und Schüler sowie ggf. für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung,
  • Beherrschung von Sofortmaßnahmen und Erster Hilfe,
  • praktische Erfahrungen.

2.3 Organisation und Aufsicht

2.3.1   Grundsätze

Für die Aufsicht im Schulsport gelten folgende Grundsätze:

  • Die Aufsicht obliegt gemäß den Verwaltungsvorschriften zu § 57 Abs. 1 SchulG den Lehrkräften. Sie sind verpflichtet, sich über die relevanten Sicherheitsvorschriften und besonderen Aufsichts- und Unfallverhütungsregeln zu informieren und diese umzusetzen.
  • Bei Gefährdung der Sicherheit oder der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ist der Schulsport abzubrechen oder die Durchführung abzuändern.
  • Die Aufsichtspflicht der Lehrkraft erstreckt sich auf die gesamte Dauer der schulischen Veranstaltung und auf die gesamte Sportstätte (auch auf die Umkleideräume und Zugänge zur Sportstätte). Die Aufsichtspflicht erstreckt sich ebenfalls auf einen angemessenen Zeitraum vor und nach der schulischen Veranstaltung (vgl. BASS 12-08 Nr. 1 zu § 57 Abs. 1 SchulG).
  • Die Aufsichtspflicht der Lehrkraft erstreckt sich auch auf den Unterrichtsweg zur schulsportlichen Veranstaltung. (siehe 2.3.3) Bei Benutzung von Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln obliegt den Lehrkräften die Aufsichtspflicht.
  • Beginnt der Unterricht oder die schulsportliche Veranstaltung erst an der Sportstätte, ist der Weg dorthin ein Schulweg, der nicht der Aufsichtspflicht der Lehrkraft unterliegt.
  • Bei der Aufsichtsführung sind die Zahl, das Alter, das Verantwortungsbewusstsein, der Entwicklungsstand und die Einsichtsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie die eigenen Eingriffsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Die Erziehung zu einem selbstständigen, selbstverantwortlichen und sicherheitsbewussten Denken und Verhalten trägt zusätzlich zur Sicherheit bei.
  • In Förderschulen und beim Gemeinsamen Unterricht Schülerinnen und Schülern mit und ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung ist die Lerngruppengröße nach den besonderen pädagogischen und medizinischen Erfordernissen festzulegen.
  • Die sachgemäße Aufsicht muss sich unter Berücksichtigung aller Umstände an der Sicherheit der am ehesten gefährdeten Schülerinnen und Schüler orientieren. Die Lehrkräfte haben sich über besondere Gefahrenpunkte zu vergewissern und sie bei der Planung zu berücksichtigen.
  • Hilfe- und Sicherheitsstellungen sind nach den jeweiligen Erfordernissen durch die Lehrkräfte zu geben. Schülerinnen und Schüler sind zur Hilfeleistung und Bewegungssicherung zu befähigen. Der Einsatz der Schülerinnen und Schüler muss sich an ihren körperlichen Voraussetzungen, ihrem Könnensstand und ihrem Verantwortungsbewusstsein orientieren.
  • Die Lehrkräfte müssen vor Beginn einer schulsportlichen Veranstaltung klären, ob besondere Gesundheitsrisiken bei den Schülerinnen und Schüler vorliegen.
  • Die Aufsicht über verletzte Schülerinnen und Schüler sollte nach Möglichkeit die Lehrkraft übernehmen.

Die Art der Aufsicht hängt von der jeweiligen konkreten Situation ab; ständige Anwesenheit der Lehrkraft ist nicht in jedem Fall zwingend geboten (vgl. Verwaltungsvorschrift zu § 57 Abs. 1 SchulG 12-08 Nr. 1 Abs. 3).

Die Aufsichtsführung muss präventiv, kontinuierlich und aktiv sein.

  • Präventiv ist die Aufsicht, wenn sie umsichtig und vorausschauend wahrgenommen wird. Die Lehrkraft muss auch Fehlverhalten der Schülerinnen und Schüler antizipieren. Bei allen risikobehafteten Übungen sind die notwendigen und möglichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
  • Kontinuierliche Aufsicht bedeutet ständige Aufsicht, damit die Schülerinnen und Schüler sich jederzeit beaufsichtigt fühlen. Das heißt, dass die Lehrkraft immer einen geeigneten Aufsichtsstandort einnehmen müssen. Ist die Lehrkraft aus dringenden persönlichen oder dienstlichen Gründen gezwungen, die Sportstätte zu verlassen, hat sie alle Vorkehrungen zu treffen, um für die Zeit ihrer Abwesenheit Gefahren für oder durch die Schülerinnen und Schüler abzuwenden. Je nach Situation ist die Aufsicht durch weitere Lehrkräfte oder durch geeignete Hilfskräfte sicherzustellen. Andernfalls ist der Unterricht abzubrechen (vgl. BASS 12-08 Nr. 1 Abs. 3.).
  • Aktive Aufsicht heißt, dass die Lehrkraft auf die Einhaltung ihrer Warnungen und Weisungen achtet. Dazu muss sie alle notwendigen Vorkehrungen (z. B. durch einen Standortwechsel) und Anordnungen treffen, die zur Vermeidung von möglichen Gefahren notwendig sind.

2.3.2   Übungsstätte

Bei der Nutzung der Übungsstätte sind das Alter, das Leistungsvermögen, die Einsichtsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie die räumlichen Anforderungen an das jeweilige Bewegungsfeld bzw. den Sportbereich zu berücksichtigen. Im Zweifelsfall ist zu prüfen, ob die Genehmigung für die Nutzung des Raumes/der Fläche als Sportstätte vorliegt. Ggf. ist diese beim jeweiligen Träger einzuholen.

Die Lehrkräfte müssen, vor allem bei Schülerinnen und Schülern der Primarstufe und der Sekundarstufe I, die Übungsstätte

  • als Erste betreten und als Letzte verlassen und
  • vor Benutzung durch in Augenscheinnahme auf ihre Betriebssicherheit überprüfen. Ggf. darf die Übungsstätte nicht genutzt werden.

Bei Sportveranstaltungen im freien Gelände

  • ist die Sportstätte auf Eignung und mögliche Gefahrenstellen zu überprüfen,
  • sind Verhaltensregeln und mögliche Besonderheiten zu besprechen,
  • sind bei unumgänglicher Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums (z. B. bei Radrennen oder Geländeläufen) besondere Maßnahmen (Einholen einer besonderen Genehmigung, Absicherung der Strecke und Aufsicht an Gefahrenstellen) erforderlich,
  • müssen die Schülerinnen und Schüler auf besondere Gefahrenstellen in Form von Geboten (z. B. Einhaltung eines nötigen Abstandes) und Verboten hingewiesen werden,
  • müssen Vorkehrungen getroffen werden, die es ermöglichen, bei einem Unfall umgehend Erste Hilfe zu leisten. Zudem sind, vor allem in unübersichtlichem Gelände, Anlaufstellen einzurichten,
  • muss jederzeit ein Notruf abgesetzt werden können.

Bei Sportveranstaltungen an Orten mit erhöhtem Sicherheitsrisiko (z. B. Gewässer, Gebirge) müssen Lehrkräfte  zusätzlich

  • Erkundigungen über besondere Sicherheitsbestimmungen und -vorkehrungen sowie über Rettungsmaßnahmen vor Ort einholen und
  • sich über typische Gefahren (Gelände, Wetter, Strömungen, Gezeiten u. a.) informieren.

2.3.3   Wege zur Übungsstätte

Unterrichtswege  dürfen von Schülerinnen und Schülern

  • der Primarstufe grundsätzlich nur mit Begleitung zurückgelegt werden,
  • der Sekundarstufen I und II zu Fuß, mit dem Zweirad oder mit öffentlichen Verkehrsbetrieben ohne Begleitung zurückgelegt werden, wenn den Schülerinnen und Schülern die Wege bekannt sind und keine besonderen Gefahren zu erwarten sind,
  • der Sekundarstufe II mit einem Verkehrsmittel ihrer Wahl zurückgelegt werden.

Grundsätzlich sind das Alter und der Stand der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und die gegebenen Verkehrssituationen zu berücksichtigen. Es sind auch hier alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, um Gefährdungen der Schülerinnen und Schüler oder Dritter zu vermeiden.

Beim Transport von Geräten (z. B. Boote, Surfbretter) sind die StVO (z. B. die Grundsätze der Ladungssicherung) und die Betriebshinweise der Hersteller zu beachten.

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2.4 Persönliche Ausstattung und Ausrüstung

Sportkleidung

Beim Schulsport ist aus sicherheits- und gesundheitsförderlichen Gründen grundsätzlich von allen Beteiligten angemessene und passende Sportkleidung zu tragen.

Die Sportkleidung muss ausreichende Bewegungsfreiheit ermöglichen und darf bei motorischen Tätigkeiten und beim Helfen und Sichern nicht hinderlich sein. Sie muss der sportlichen Tätigkeit, der Sportstätte, der jeweiligen Witterung und den jeweiligen Temperaturen angepasst sein. Das Tragen der Sportkleidung unter der Alltagskleidung vor und nach der schulsportlichen Veranstaltung ist aus hygienischen Gründen nicht zulässig. Das gilt insbesondere auch für das in der Sportstätte verwendete Schuhwerk.

Bei der Ausübung bestimmter Sportarten ist besondere Schutzausrüstung notwendig (s. Teil 2, Bewegungsfelder/Sportbereiche).

Kleidungsstücke, die aus religiösen Gründen getragen werden (z. B. Kopfbedeckungen, Ganzkörper-Schwimmbekleidungen, weite Sportanzüge), dürfen die Sicherheit nicht beeinträchtigen. Die Lehrkraft stellt sicher, dass die Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.3

Therapeutische Hilfsmittel

Hilfsmittel (z. B. Brillen, lose Zahnspangen) dürfen nicht zu Gefährdungen führen und sind ggf. abzulegen. Schülerinnen und Schüler, die beim Sporttreiben eine Brille benötigen, müssen Kontaktlinsen oder eine sporttaugliche Brille tragen. Die Brille muss aus einem flexiblen Gestell und Kunststoffgläsern bestehen und ist gegen Herunterfallen zu sichern. Verfügen Schülerinnen und Schüler nicht über eine geeignete Brille oder können therapeutische Hilfsmittel zu Gefährdungen führen, müssen die Lehrkräfte die sportpraktische Tätigkeit entsprechend einschränken.

Werden therapeutische Hilfsmittel für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen wie z. B. Rollstühle im Schulsport eingesetzt, müssen diese für den jeweiligen Sportbereich geeignet sein.

Schmuck, kosmetische Besonderheiten

Im Schulsport müssen Schmuck und Uhren generell abgelegt werden. Haare müssen zusammengebunden werden. Kosmetische Besonderheiten wie lange Fingernägel müssen abgeklebt werden. Piercingteile dürfen weder den oder die Sporttreibenden selbst noch andere gefährden. Sie müssen herausgenommen oder wirksam abgeklebt werden.

Im Einzelfall haben die Lehrkräfte zu entscheiden, welche zusätzlichen sicherheitsfördernden Maßnahmen zu ergreifen sind.

Nahrungsmittel

Das Trinken ist während des Schulsports grundsätzlich erlaubt. Die Behältnisse müssen bruchsicher sein. Schülerinnen und Schüler dürfen jedoch während sportlicher Aktivität keine festen Nahrungsmittel und auch keine Kaugummis, Bonbons etc. zu sich nehmen. Über Ausnahmen (z. B. bei bestimmten Erkrankungen) entscheiden die Lehrkräfte.

Schülerinnen und Schüler sind auf die Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme nach körperlich sportlichen Aktivitäten zu erinnern.

Bei begründeter eingeschränkter Nahrungsaufnahme z. B. durch Krankheit oder religiöse Vorschriften sind die Leistungsanforderungen individuell entsprechend zu reduzieren.

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2.5 Sportgeräte

  • Der Einsatz und die Auswahl der Geräte sind immer auf die Fähigkeiten, Fertigkeiten und physischen Dispositionen der Schülerinnen und Schüler abzustimmen und orientieren sich an fachmethodischen Grundsätzen. Die Lehrkräfte müssen Einsatzmöglichkeiten und Risiken der verwendeten Sportgeräte und Spielmaterialien kennen.4
  • Vor der Benutzung sind die fest eingebauten und beweglichen Sportgeräte sowie die weiteren Sportmaterialien durch in Augenscheinnahme auf ihre Funktionstüchtigkeit und Sicherheit zu überprüfen. Defekte Geräte dürfen nicht benutzt werden! Sportgeräte mit erkennbaren Mängeln sind zu kennzeichnen und dem/der Sicherheitsbeauftragten und der Schulleitung unverzüglich zu melden. Sportgeräte dürfen grundsätzlich nur nach den Bestimmungen und Hinweisen der Hersteller benutzt werden. Dazu gehören auch Geräte in Kraft- und Fitnessräumen.
  • Auch und gerade beim alternativen Einsatz von Geräten und bei ungewöhnlichen Arrangements müssen die durch die Bauart bedingten Sicherheitsstandards erhalten bleiben. Bei Unklarheiten sind diese mit dem Schulträger, dem Eigentümer der Sportstätte bzw. dem Hersteller abzuklären.
  • Die Lehrkräfte haben den sachgerechten Auf- und Abbau von Sportgeräten sicherzustellen und zu beaufsichtigen. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Geräte stand- und kippsicher aufgestellt sind.
  • Sportgeräte und -materialien müssen nach dem Einsatz in einem betriebssicheren Zustand abgestellt bzw. abgelegt werden. Die Sportgeräte sind im Geräteraum übersichtlich und frei zugänglich zu lagern. Im Geräteraum darf nicht geturnt oder gespielt werden.

Hinweis: Bei der Nutzung und Transport von schuleigenen oder geliehenen Geräten sind Versicherungsfragen vorab zu klären.

2.6 Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe bei Unfällen

Die Schulleitung ist nach § 59 Abs. 8 SchulG für die Unfallverhütung und für eine wirksame Erste Hilfe verantwortlich. Sie hat sicherzustellen, dass die Lehrkräfte und die geeigneten Hilfskräfte über die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen und die sachlichen Voraussetzungen gegeben sind.5

Gerade bei Unfällen im Schulsport sind die Lehrkräfte  zur Ersten Hilfe verpflichtet und tragen die alleinige und entscheidende Verantwortung. Sie müssen auf der Basis aktueller Erkenntnisse jederzeit in der Lage sein, bei einem Unfall Erste Hilfe zu leisten. Das Verhalten bei Unfällen ist regelmäßig mit der Lerngruppe abzuklären.

zum Schaubild: Vorgehen bei Verletzungen der Schülerinnen und Schüler

Die geeigneten Hilfskräfte sind bei einem Unfall verpflichtet, die Ersthelfertätigkeit wahrzunehmen und die zuständige Fachkraft zu informieren.

Der Auffrischungszeitraum für Lehrkräfte in Bezug auf Sofortmaßnahmen und Erste Hilfe darf 4 Jahre nicht überschreiten. Die Verantwortung dafür trägt die Schulleiterin oder der Schulleiter.

2.6.1   Sachliche Voraussetzungen

Vom Schulträger müssen folgende Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden:

  • In Sporthallen und in Schwimmbädern ein als Sanitätsraum gekennzeichneter und nutzbarer Raum mit Notrufeinrichtung und einer Übersicht über die wichtigsten Telefonnummern und mit den notwendigen Informationsketten,
  • Liege und Krankentrage und
  • Verbandskasten nach DIN 13157 Typ C und Kühlmittel.

Er muss außerdem fachliche Informationen zur Ersten Hilfe für jedermann zugänglich bereitstellen.

Auf Sportfreianlagen und bei Nutzung von Sportstätten, die nicht vom Schulträger bereitgestellt werden, ist zu prüfen, ob die oben genannten Voraussetzungen ortsnah erfüllt sind. Andernfalls müssen Erste-Hilfe-Materialien mitgebracht werden. Es muss sichergestellt werden, dass jederzeit ein Notruf abgesetzt werden kann.

2.6.2   Maßnahmen bei Unfällen

Die Versorgung der verletzten Schülerin bzw. des verletzten Schülers hat Vorrang.

Die zuständige Lehrkraft entscheidet über einzuleitende Maßnahmen und ggf. über die Art des Transportes.

Bei schweren Verletzungen oder bei unklaren Verletzungsbildern muss immer ein Arzt/eine Ärztin hinzugezogen werden. Im Zweifelsfall hat die Lehrkraft dafür zu sorgen, dass der Verletzte bzw. die Verletzte zum Arzt bzw. ins Krankenhaus gebracht wird.

Die Wahl des Transportmittels richtet sich nach der Schwere der Verletzung und den örtlichen Verhältnissen. Die Entscheidung trifft die Lehrkraft unter Berücksichtigung folgender Eckpunkte:

  • Bei leichten Verletzungen kann der Transport i.d.R. zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Taxi erfolgen.
  • Bei schweren Verletzungen oder bei Verdacht auf eine schwere Verletzung muss ein Rettungsfahrzeug, ggf. mit Notarzt angefordert werden. Den Anweisungen des medizinischen Personals ist in jedem Fall Folge zu leisten.

Beim Transport zum Arzt oder Krankenhaus besteht die Aufsichtspflicht der Schule sowohl für den Verletzten bzw. die Verletzte als auch für die anderen Schülerinnen und Schüler fort. Der Verletzte bzw. die Verletzte ist möglichst durch einen Erwachsenen zu begleiten. Dabei können Lehrkräfte und geeignete Hilfskräfte (s. 1.2) einbezogen werden. Befindet sich nur ein Erwachsener vor Ort, stimmen sich Lehrkraft und Notfallpersonal über die Begleitung des Verletzten bzw. der Verletzten ab. Die endgültige Entscheidung trifft das Notfallpersonal.

Die Eltern sind unverzüglich zu benachrichtigen.

Die Schulleitung ist bei jedem Unfall, bei dem ärztliche Behandlung erforderlich ist, unverzüglich zu verständigen. Sie hat eine Unfallanzeige zu erstellen.

Alle Unfälle, bei denen Erste Hilfe geleistet wird, werden wegen möglicher Spätfolgen in einem Verbandbuch vermerkt. Es kann beim Träger der gesetzlichen Schülerunfallversicherung bezogen werden.

Zum Vorgehen bei Unfällen siehe auch Grafik in der Anlage zu Teil I.

Alle Vorschriften zur Sicherheitsförderung im Schulsport (Teil 1 und Teil 2) sind in der Schriftenreihe des Landes Nordrhein-Westfalen ,,Schule in NRW" als Heft Nr. 1033 ,,Sicherheitsförderung im Schulsport" veröffentlicht.

3 Schlussbestimmungen

Der bisherige Erlass ,,Sicherheitsförderung im Schulsport" vom 30.8.2002 (BASS 18 - 23 Nr. 2) wird hiermit aufgehoben. 

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3 Mit religiös begründeten Besonderheiten ist sensibel umzugehen. Trotz toleranten Umgangs mit den entsprechenden Schülerinnen und Schülern muss auf die Teilnahmepflicht hingewiesen und die Beteiligung am Schulsport nachhaltig eingefordert werden. 

4,5 vgl. hierzu auch den Internetauftritt "Sichere Schule" der Unfallkasse NRW, www.unfallkasse-nrw.de

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Sicherheitsförderung

Vorgehen bei Verletzung von Schülerinnen und Schülern

Vorgehen bei Verletzung von Schülerinnen und Schülern