Sicherheits- und Gesundheitsförderung
Zur aktuellen Bedeutung des 1987 veröffentlichten Konzeptes siehe einführenden Text "Von der Gesundheitserziehung zur Gesundheitsförderung"
3.2.7 Fit sein – Sich-selbst-trainieren-lernen
Das Bemühen um Fitneß ist eine
besondere Form des Strebens nach Erhalt und Förderung
der Gesundheit. Beim Fitneß-Training geht
es vorrangig um Leistungsfähigkeit, die sich
in einem intensiven Körperbewußtsein,
einer erhöhten Lebensqualität und einer
größeren "Reichweite" beim
Suchen nach Zugängen zu neuen individuellen
und sozialen Erlebnismöglichkeiten (etwa
im Vereins- oder Urlaubssport) ausdrückt.
Fitneß-Training darf jedoch nicht mit jenem
Training verwechselt werden, wie es als Vorbereitung
auf den Wettkampfsport bekannt ist.
Heranwachsende wie Erwachsene begegnen dem Fitneß-Gedanken
seit einer Reihe von Jahren fast täglich;
die Zahl der kommerziellen und nicht-kommerziellen
Angebote ist vielerorts kaum noch überschaubar.
Gleiches gilt für die Fülle populärwissenschaftlicher
Handlungsanleitungen in Zeitschriften und Büchern.
Das gesundheitserzieherische Problem ist offenkundig: Immer mehr Menschen - unter ihnen auch immer mehr Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe l - übernehmen unkritisch aktuelle Fitneß-Ideale, werden zum Opfer nicht überprüfbarer Versprechungen und begeben sich in (oft sehr zeit- und kostenintensive) Abhängigkeiten. Es fehlen ihnen Informationen und Kompetenzen, die sie in die Lage versetzen würden, das Bemühen um Fitneß selbst in die Hand zu nehmen und ein Fitneß-Training zu gestalten, das nicht fremden Maßstäben und Leitbildern folgt, sondern vor allem auf den Erhalt und die Steigerung des eigenen Wohlbefindens gerichtet ist.
Es gehört daher zum gesundheitserzieherischen Auftrag des Schulsports der Sekundarstufe l, den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse, Fähigkeiten und Einsichten zu vermitteln, die es ihnen möglich machen,
- die Wünsche an den eigenen Körper
und seine Leistungsfähigkeit zum Ausdruck
zu bringen;
- die eigene Fitneß gezielt zu verbessern
oder zumindest zu erhalten;
- Fitneß- und Körperideale (einschließlich ihrer Vermarktung) kompetent und kritisch beurteilen zu können.
Vor allem gegen Ende der Sekundarstufe l befassen sich immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Fragen ihrer eigenen Fitneß und ihres körperlichen Erscheinungsbildes. Trotzdem kann bei ihnen nur selten die Bereitschaft zum langfristigen Durchhalten jener oft ziemlich erlebnisarmen Trainings- und Übungsprogramme vorausgesetzt werden, die für ein systematisch aufgebautes Fitneß-Training kennzeichnend sind. Trainieren und Üben steht bei ihnen - selbst wenn die Einsicht in die Notwendigkeit vorhanden ist - häufig in großer Spannung zu dem Wunsch nach unmittelbarer Befriedigung des Bedürfnisses nach freudvollgeselligem sportlichen Tun.
Über Training und Trainingswirkungen aufklären
Wenn Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe l für ein Fitneß-Training motiviert und zum selbständigen Trainieren befähigt werden sollen, müssen sie erfahren und begreifen, wie ein solches Training "funktioniert", wie der Körper auf einzelne Trainingsmaßnahmen reagiert, auch was man psychisch dabei empfindet und wie man selbst mit einfachen Mitteln physische Leistungsgrundlagen verbessern kann, ohne den Körper bis an die Grenzen der Erschöpfung zu belasten (siehe z.B. Kapitel 3.1.4).




