Sicherheits- und Gesundheitsförderung

Partner:
Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen
BKK Landesverband NORDWEST

Zur aktuellen Bedeutung des 1987 veröffentlichten Konzeptes siehe einführenden Text "Von der Gesundheitserziehung zur Gesundheitsförderung"

3.1.4 Leichtathletik – sich in den eigenen Leistungsmöglichkeiten wohlfühlen

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Angesichts der Vielzahl typischer Kurzzeitbelastungen ist man leicht geneigt, die gesundheitserzieherischen Bemühungen in der Leichtathletik auf das Dauerlaufen zu konzentrieren, das als eine bis ins hohe Alter betreibbare sportliche Betätigung ein außerordentlich hohes gesundheitliches Potential besitzt. Diese Perspektive – so wichtig sie ist – wird jedoch den in der schulischen Leichtathletik insgesamt angelegten gesundheitserzieherischen Möglichkeiten nicht gerecht.

Die folgenden Erfahrungsbereiche sind gesundheitserzieherisch besonders bedeutsam:

  • die Intensivierung des Körper- und Bewegungserlebens im Freien,

  • die Erhaltung des Wohlbefindens in den Grenzen der individuellen Leistungsmöglichkeiten,

  • die Erweiterung der Erlebnismöglichkeiten über eine in ihren Bewegungsformen und Sinngebungen eingeengte Wettkampfsportart Leichtathletik hinaus.

Im Freien laufen, springen und werfen

Unter der Voraussetzung, daß Leichtathletik im Freien betrieben wird, liegt ein wesentlicher Ansatzpunkt für Gesundheitserziehung in dem psychisch und physisch besonders eindringlich erfahrbaren "Klimawechsel" beim Übergang vom Unterricht unter den beengenden Bedingungen des Klassenraumes zu den großräumigen Aktivitäten im Laufen, Springen und Werfen auf dem offenen Sportgelände, in natürlichem Licht und in nicht künstlich temperierter Luft. Solche Erfahrungen können intensiviert werden, wenn Möglichkeiten zum Laufen, Springen und Werfen in natürlicher Umgebung genutzt werden (z. B. beim Tiefspringen in eine Sandgrube, beim Auf- und Ablaufen an Böschungen, beim Werfen über Baumwipfel oder Gewässer u.a.m.). Der Erlebnisgehalt solcher nicht-normierter Bewegungsformen kann sich auch auf die Bewegungsmotivation insgesamt ausgesprochen positiv auswirken.
Erfahrungen mit dem Barfußlaufen auf unterschiedlichem Untergrund, insbesondere auf trockenem und feuchtem Rasen sind aus gesundheitserzieherischer Sicht unentbehrlich. Im Vergleich solcher Erfahrungen, der mit ihnen verbundenen körperlichen Reaktionen und ihrer Auswirkungen auf das Befinden lassen sich wichtige Einsichten über die Nutzung natürlicher Möglichkeiten zur Erhaltung und Steigerung des Wohlbefindens anbahnen.

Vielfältige Bewegungs- und Erlebnismöglichkeiten eröffnen

Ein weiterer Ansatzpunkt für Veränderungen der schulischen Leichtathletik liegt darin, das Bewegungsangebot vielfältiger zu gestalten. Damit bieten sich u. a. Chancen, die Möglichkeiten zu Leistungsvergleichen zu erweitern und jener Monotonie der schulischen Leichtathletik entgegenzuwirken, wie sie mancherorts vor allem durch ihre Orientierung auf die jährlich wiederkehrenden wenigen Bewegungsformen der Sommer-Bundesjugendspiele ausgelöst wird. Zu häufig lernen die Schülerinnen und Schüler zu lange nur die Basisdisziplinen Sprint, Weitsprung und Schlagballweitwurf in wettkampfnaher Ausführung kennen und betreiben.

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