Sicherheits- und Gesundheitsförderung
Persönlichkeitsstärkung auf der Grundlage von Qigong
Kurzbeschreibung des Projektes
Initiert wurde das Projekt bereits im Herbst 1996 in Form eines Aktionstages unter dem Motto „Balance halten” vom Jugendamt der Stadt Siegen, der Drogenberatungsstelle Kreuztal und der Suchtberatung des Diakonischen Werkes, getragen von der Idee, Suchtprävention müsse sich an den Ursachen orientieren, die junge Menschen dazu bringen, ihre Schwierigkeiten mit Suchtmitteln lösen zu wollen.
Kernstück des Projektes „Balance halten” ist ein Aktionstag, an dem die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen jeweils den Klassenverband verlassen, um in Kleingruppen an verschiedenen Orten aktiv zu werden.
Jeweils kurz nach den Sommerferien wird eine erste Teambesprechung einberufen, an der folgende Personen teilnehmen:
- Schulleiter,
- die vier Beratungslehrerinnen bzw. Beratungslehrer
der Schule,
- die Kolleginnen und Kollegen, die ein Angebot
am Aktionstag machen (z.T. auch von Nachbarschulen,
da eine Übereinkunft besteht, sich gegenseitig
bei Projekten dieser Art personell zu unterstützen,
- die Vertreterinnen und Vertreter der genannten
Institutionen,
- die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer der achten Klassen
Eine Beratungslehrerin/ein Beratungslehrer führt zusammen mit dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin eine Unterrichtseinheit zum Thema „Balance halten oder der mögliche Weg zur Sucht” durch.
Die einzelnen AG Angebote werden in den Klassen
vorgestellt und die Schülerinnen und Schüler
wählen aus ca. 10 verschiedenen Angeboten,
die ein breit gefächertes Lern- und Trainingsfeld
bieten sollen, das für sie passende aus.
Vorgesehen sind drei Wahlmöglichkeiten, um
im Falle einer Überbelegung des Erst- oder
Zweitwunsches Ausweichmöglichkeiten zu haben.
Die Ergebnisse der Auswertung werden den Schülerinnen
und Schülern etwa eine Woche vor dem Projekttag
mitgeteilt.
Der Aktionstag richtet sich bezüglich des
Veranstaltungsortes und des Zeitrahmens nach dem
entsprechenden Angebot.
In den letzten Jahren konnten folgende Projekte
angeboten werden:
- „Biken” – Seh ich den Berg,
muss ich rauf!
- „Mädchenbilder” – For
young woman only!
- „Rockmusik selber machen” –
Musik geht tief rein!
- „Musik and colours” – Wir
malen zu Musik!
- „Pferdeerfahrungen” – Pferdeliebe
reicht nicht!
- „Drogenbilder” – Auf der Suche
nach dem typischen Drogenabhängigen!
- „Klettern” – Bloß nicht
nach unten sehen!
- „Graffiti” – Häusling
for ever!
- „Ich will, dass du mir zuhörst!”
– interessante Informationen und Gespräche
über die Arbeit der Drogenberatungsstelle
- „Jonglage” – Alles im Griff!
- Jonglieren mit Bällen, Ringen, Keulen
und Fackeln
- „Pantomime” – Wie wär`s
mit einem neuen Leben als …?
- „Bodypainting” – vom Henna–Tattoo
bis zur bunten Körperfarbe - den eigenen
Körper erleben!
- „Inline-Skating” – Gut gefallen ist halb gewonnen!
Nach dem Aktionstag findet ein Auswertungsgespräch statt, an dem folgende Personengruppen beteiligt sind:
- Schülerinnen und Schüler
- Projektleiterinnen und –leiter
- Klassenlehrerinnen und –lehrer
- Beratungslehrerinnen und –lehrer.
Das Gespräch dient zunächst dem Informationsaustausch
innerhalb der Klasse, es wird von den einzelnen
Projekten berichtet.
Die Projektleiter und –leiterinnen haben
dann die Gelegenheit aus ihrer Sicht den Projektverlauf
aufzuarbeiten, um über Gruppenerfahrungen
und einzelne Aktionen zu reflektieren.
Sie versuchen dadurch den Schülerinnen und
Schülern zu helfen, ihre Erlebnisse zu konkretisieren,
sich über die gemachten Erfahrungen und die
damit verbundenen Empfindungen klar zu werden.
Am Ende der Auswertungsphase bekommen die Schülerinnen
und Schüler Gelegenheit ihre persönlichen
Eindrücke und Meinungen auf sogenannte Meinungskärtchen
zu schreiben.
Fester Bestandteil des Gesamtprojektes ist die
Präsentation der Ergebnisse, die jedes Jahr
von der gesamten Schulgemeinschaft mit Spannung
erwartet wird.
An zentraler Stelle in der Schule bekommt jedes
Projekt auf Fotowänden seinen Raum.
Die von einer der Beratungslehrerinnen während
der Aktionen gemachten Fotos werden ergänzt
durch die Ausschreibungsplakate und die Meinungskärtchen
der Schülerinnen und Schüler.
Die vorläufige Abschlussbesprechung der Projektleiter und –leiterinnen, der Klassenlehrer und –lehrerinnen und der Beratungslehrer und –lehrerinnen dient zunächst der Rückschau, bietet aber auch die Möglichkeit, im Hinblick auf die weitere Arbeit Kritik zu äußern und Verbesserungsvorschläge zu machen.
Bezüglich der Präsentation werden außerdem Möglichkeiten der "Öffnung von Schule" genutzt. So wurden die Ergebnisse des Aktionstages 2001 vor einem großen Publikum in der Siegener "City-Galerie" präsentiert.
Mittlerweile ist das Projekt "Balance halten"
fester Bestandteil des Schulprogrammes und wird
von einem sich ständig vergrößernden
Team, bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern unserer
Schule und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von
Jugendamt, Drogenberatungs- und Suchtberatungsstelle,
getragen.
Im Laufe der Jahre ist das Projekt immer mehr
ausgeweitet worden.
Der Aktionstag ist nach wie vor ein Highlight,
mittlerweile haben sich daraus noch andere Projekte
entwickelt,
- eine Kletter-AG (Klettern an der Kletterwand
einer benachbarten Schule)
- eine Mädchen- und eine Jungen-AG,
- eine institutionalisiete Übernachtungsfahrt
in ein Selbstversorgerhaus, bei der Jungen-
und Mädchengruppe aufeinandertreffen,
- Klassenfahrten unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten.
Im kommenden Halbjahr soll eine AG „Musik und Malen” angeboten werden, die sich aus dem diesjährigen Aktionstag entwickelt hat.




