Sicherheits- und Gesundheitsförderung

Partner:
Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen
BKK Landesverband NORDWEST

Persönlichkeitsstärkung auf der Grundlage von Qigong


Einschätzung

Nach Jansen-Cilag:
Realisierung des Kriteriums: „Nutzen im Hinblick auf Schulentwicklung”:

Tipps zur Einführung in den Unterricht

  • Die Einführung des Qigong-Programms in den Unterricht sorgfältig planen
  • Den ersten Einsatz an eine günstige Unterrichtssituation anbinden
  • Bewußte Motivbildung: Motive zum Üben anbieten
  • Affektive Motivierung durch Comics
  • Schritt für Schritt vorgehen
  • Informationen zum Verständnis der Übungspraxis geben (z. B. Leitbahnenmodell, Qi-Speicher siehe Jiao 1996b, 227f oder Schwarze, 16f)
  • Informationen zur Übungswirkung geben
  • In der Einführungsphase obligatorische Teilnahme, anschließend Wahlfreiheit
  • Spielraum hinsichtlich der Übungsintensität lassen
  • Die Übungswirkung (Atemzüge, Puls, Blutdruck) messen
  • Belohnungen (Spiel, lustiger Videofilm, …) aussetzen
  • Einsatz in allen Jahrgängen: 1 bis 13
  • Regelmäßiger Einsatz: möglichst jede Unterrichtsstunde

  • Einsatzzeitpunkt:
    • nach 20 Minuten intensiver geistiger Arbeit
    • bei Bedarf im 10-Minuten-Takt oder
    • zu Beginn des Unterrichts

  • Vor und nach Qigong eine kurze Schreibübung (z. B. Merksatz übertragen)
  • Das Aufsuchen des Übungsplatzes (Stühle rücken!) vorher einüben
  • Übungsdauer: 1 bis 3 Minuten
  • Freiwillige Teilnahme
  • Störer mit einer fachlichen Aufgabe "beschäftigen"
  • Nach längerer Übungspraxis: Evtl. Schüler(in) als Übungsleiter(in)

Wie die Lehrperson die notwendige Sicherheit gewinnen kann

  • Durch Fortbildung
  • Durch die eigene (tägliche) Übungspraxis: die positive Wirkung wird selbst erlebt, die eigene positive Einstellung allmählich verkörpert und im Unterricht ausgestrahlt. Das überzeugt die SchülerInnen.
  • Durch die Auswahl einer günstigen Lerngruppe (die eigene Klasse, kleine Lerngruppe, Oberstufen- oder, Förderkurs, AG, …)
  • Durch Zusammenarbeit mit KollegInnen: gemeinsam die Übungen in einer Klasse einführen
  • Durch "Betriebsport" mit Qigong (z. B. in einer großen Pause pro Woche) zur Festigung der eigenen Übungskompetenz


Evaluation (Methoden und Ergebnisse)

Schulinterne Fortbildung: Konzentrationssteigerung im Unterricht

  • Bezirksregierung Düsseldorf Dezernat 45
  • Pädagogische Betreuung: Barbara Koch-Riotte 0211/475-5409
  • Sachbearbeitung: Wolfgang Püttmann 0211/475-5416

Private Fortbildungen: Konzentrationssteigerung und Stressabbau im Unterricht

  • GEW 0201/29403-26
  • Austausch & Begegnung 0231/148011
  • Fortbildungen im Rahmen des Schulsports
  • Bezirksregierung Düsseldorf Dezernat 46.2
  • Sportdezernent: Hans-Joachim Bühne 0211/475-5665
  • Sachbearbeitung: Jakob Raspels 0211/475-5643 Für die Durchführung wichtige


Ressourcen

  • Qigong-Übungen sind einfach und äußerst wirkungsvoll,
  • beanspruchen wenig Platz und Zeit und keinerlei Hilfsmittel.
  • können im Sitzen ausgeführt werden.
  • entsprechen dem Bewegungsbedürfnis der SchülerInnen
  • stellen einen Ausgleich zum stundenlangen Stillsitzen dar.
  • halten der Gruppendynamik einer Klasse mit 25 bis 30 SchülerInnen stand.
  • sind vielseitig im Unterricht einsetzbar: zur Gesundheitsförderung und zum Stressabbau sowie zur Lernförderung und Leistungssteigerung.
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Projektmaterialien und ihre Quellen

Hinführung zu Qigong – Vier einfache Entspannungs- und Konzentrationsübungen


Übung 1: Seithalte

Verschränke die Finger und führe die Hände vor dem Oberkörper nach oben
Dehne den Oberkörper aus dem Becken leicht nach oben und schaue zu den Händen

Bleibe in dieser Position 2 Atemzüge.
Alle Gelenke bleiben gelöst. Führe die Übung nicht mit Kraft durch.
Schaue wieder nach vorne und neige Dich zur linken Seite. Dabei ist der Brustbereich gelöst.
Dehne die Hände in Verlängerung des Kopfes nach oben zur Seite.
Atme weiterhin in Deiner natürlichen Weise sanft, gleichmäßig und tief ein und aus.
Bleibe in dieser Position 2 - 4 Atemzüge.
Dann kehre zur Mittelposition zurück und neige Dich zur rechten Seite.
Anschließend kehre wieder zur Mittelposition zurück.
Führe zum Abschluß die Händelangsam in einer großen Bogenlinie nach unten an die Seite des Körpers.
Variation der Handhaltung

Führe zu Beginn der Übung die Hände zur Seite und lass die Arme locker hängen.

Führe dann die gestreckten Arme auf seitlichen Bogenlinien langsam nach oben und verhake die Daumen.


Übung 2: Karusselfahren in Zeitlupe

Nimm die Grundkörperhaltung im Sitzen ein. Die Hände liegen locker auf den Oberschenkeln ("Sitzen wie eine Glocke").
Kreise langsam mit dem Oberkörper auf den Sitzhöckern: erst 1- 2 mal links herum, dann 1- 2 mal rechts herum.
Der Oberkörper bewegt sich dabei erst zur rechten Seite, dann nach vorne, anschließend zur linken Seite, usw.


Übung 3: (Normale) Bauchatmung

"Dies ist eine Atemmethode, bei der man willentlich, die Bewegung des Ein- und Ausatmens folgend, den Unterleib ausdehnt und wieder schrumpfen läßt" (Jiao Guorui 1988, 116).

Nimm die Grundkörperhaltung im Sitzen ein. Die Hände liegen übereinander auf dem Nabelbereich. Dabei liegt die rechte Hand auf der linken Hand.

Atme durch die Nase ein.

Atme in deinen Bauch ein, die Bauchdecke hebt sich. Nun atme weiter in die Brust und die Flanken (seitliche Rippenbögen) ein. Beim Ausatmen senken sich die Brust, die Flanken und der Bauch wieder.
Der Atemraum füllt sich also beim Einatmen von unten nach oben - wie beim Füllen einer Flasche.
Beim Ausatmen wird die Luft von oben nach unten aus dem Atemraum in einem breiten gleichmäßigen Strom herausgelassen - wie beim Ausschütten einer vollen Flasche.

Im Verhältnis von Ein- und Ausatmung wird die Ausatmung betont.

Die Ein- und Ausatemzüge sind gleichmäßig und langsam.
Am Ende einer Atemphase verlangsamt sich die Atembewegung sehr stark, sodass fast von einer Atempause gesprochen werden kann.

Zähle die Atemzüge und Entsprannung- und Konzentrationsprogramme


Übung 4: Zähle die Atemzüge

Diese Übung ist auch Teil der oben beschriebenen 1.Vorbereitungübung des Qigong: "Sitze wie ein Baum", allerdings mit einer anderen Armhaltung.

Nimm die Grundkörperhaltung im Sitzen ein.

Die Hände können locker auf den Oberschenkeln liegen oder übereinander auf dem Nabelbereich. Dabei liegt die rechte Hand auf der linken Hand. Auch die klassische Meditationshandhaltung möglich.

Atme natürlich in der gewohnten Weise, mit leichter Betonung der Ausatmung.

Richte nun die Aufmerksamkeit auf den Atem.

Zähle die Ausatemzüge (1/2 min - 1 min bzw. 5 bis 10 mal).

Beobachte den Atem nur, verändere ihn aber nicht willentlich. Es geht nicht darum, besonders "gut" zu atmen, sondern die Atembewegung bewußt wahr-zunehmen.

Evtl. zum Abschluß der Übung: Räkeln wie eine Katze.

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Weitere Materialien im Web:

opus-nrw.de


Literatur:

Bölts, Johann (1994): Qigong - Heilung mit Energie. Eine alte chinesische Gesundheitsmethode. Freiburg i. Br.: Herder

Bölts, Johann/Zhang Guangde (1996): Vier Regulations-Methoden. In: Bölts, Johann u. a.: Daoyin Yangsheng Gong. Qi-Übungen zur Pflege des Lebens. Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, S. 25 - 61

Bühne, Hans-Joachim: Schulsport 1 - 26. Schriftenreihe der Bezirksregierung Düsseldorf -Dezernat 46.2

Hensel, Horst (1995): Die Neuen Kinder und die Erosion der Alten Schule. Bönen: Druck Verlag Kettler

Hildenbrand, Gisela (1993): Qigong - Gesundheits-fördernde Übungen der traditionellen chinesischen Medizin. In: Qigong Yangsheng, Jahresheft 1993. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft, S. 6 - 11
Hofmann, Horst (1996): Qigong Yangsheng - Unterrichts-hilfe und Wegweiser zu einem körperorientierten Unter-richt an Schulen. In: Zeitschrift für Qigong Yangsheng. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft, S. 63 - 69

Hofmann, Horst (1998a): Streßabbau mit Qigong: Wie unser Körper das Unterrichten erleichtern kann. In: neue deutsche schule Heft 1. Düsseldorf: Vereinigte Verlagsanstalten, S. 32 - 34

Hofmann, Horst : Qigong im Schulalltag - eine
Konkretisierung des notwendigen Schulwandels. In: Zeitschrift für Qigong Yangsheng. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft, S. 55 - 62

Hofmann, Horst (1999a): Lernförderung mit Qigong: Schüler im Disco-Zustand - was tun? In: neue deutsche schule Heft 6/7. Düsseldorf: Vereinigte Verlagsanstalten, S. 32 - 34

Hofmann, Horst : Ganzheitliches Unterrichten. In: Gesamtschulforum Nr. 18, S. 12 - 13

Hofmann, Horst (2000a): Gesundheitsförderung mit Qigong: Gesundheit als Bildungsressource. In: neue deutsche schule Heft 6/7. Düsseldorf: Vereinigte Verlagsanstalten, S. 25

Hofmann, Horst : Qigong - eine Hilfe zur Wiederherstellung der Lernfähigkeit und positiver Lernbedingungen in der Schule. In: Tagungsband der
3. Deutschen Qigong Tage Oldenburg, S. 109 - 119· Hurrelmann, K.(1994): Familienstreß, Schulstreß, Freizeitstreß. Weiheim: Beltz

Jiao Guorui (1988): Qigong Yangsheng. Gesundheitsfördernde Übungen der traditionellen chinesischen Medizin. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlags-gesellschaft, 5. Aufl. 1997

Jiao Guorui (1993): Die 15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong. Gesundheitsfördernde Übungen der traditionellen chinesischen Medizin. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft

Jiao Guorui (1996a): Qigong Yangsheng - Chinesische Übungen zur Stärkung der Lebenskraft. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag

Jiao Guorui : Die 8 Brokatübungen - Bewegungen und Ruhe. Uelzen: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft

Landesinstituts für Schule und Weiterbildung in Soest (Hrsg.) (1998): Handbuch "Gesundheitsförderung in der Schule" Bönen: DruckVerlag Kettler

Priebe, B./Israel G./Hurrelmann K. (Hrsg.) (1993): Gesunde Schule. Gesundheitserziehung, Gesundheitsförderung, Schulentwicklung. Weinheim: Beltz

Reheis, Fritz (1998): Schule könnte gesünder werden! Ein Plädoyer für die Entschleunigung des Schulbetriebs. In: Die Deutsche Schule, 90, Heft 1,
S. 113 - 118

Selye, Hans (1988): Stress. Bewältigung und Lebensgewinn. 2. Aufl. München: Piper

Schwarze, Micheline (1995): Qigong - Gesund durch sanfte Bewegung. Gräfe und Unzer: München, 5. Aufl. 1999

Tausch, Reinhard (1996): Hilfen bei Stress und Belastung. Reinbeck: Rowohlt

Teml, Hubert (1993): Entspannt lernen. Streßabbau, Lernförderung und ganzheitliche Erziehung. Linz: Veritas

Vester, Frederic (1991): Phänomen Streß. München: dtv

Vester, Frederic (1997): Denken, Lernen, Vergessen. Was geht in unserem Kopf vor, wie lernt das Gehirn, und wann läßt es uns im Stich? München: dtv