Sicherheits- und Gesundheitsförderung

Partner:
Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen
BKK Landesverband NORDWEST

Zur aktuellen Bedeutung des 1987 veröffentlichten Konzeptes siehe einführenden Text "Von der Gesundheitserziehung zur Gesundheitsförderung"

1.1 Zum Konzept "Gesundheitserziehung in der Schule durch Sport"

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Ein Feld mit einer außerordentlichen Vielfalt gesundheitsbedeutsamer Handlungsmöglichkeiten ist der Sport. Allerdings ist die Vorstellung nicht haltbar, daß jeder Sport gesund sei. Sportliche Betätigungsformen sind vielmehr so auszuwählen oder auch aufzubereiten, daß sie gesundheitsbedeutsame Erfahrungen und/oder gesundheitliche Wirkungen überhaupt erst ermöglichen. Dies ist eine wesentliche Aufgabe des Schulsports.

Ein gesundheitsorientiertes Konzept des Schulsports griffe zu kurz, würde es die gesundheitlichen Aufgaben des Schulsports auf eine gezielte und systematische Förderung der aktuellen Gesundheit und körperlichen Funktionstüchtigkeit begrenzen oder vorrangig ausrichten. Angesichts der verfügbaren Unterrichtszeit ist der Erfolg solcher Bemühungen eher als gering einzuschätzen, zumal in dieser Zeit auch eine Vielzahl weiterer Aufgaben des Schulsports bewältigt werden muß. Im Konzept des Handlungsprogramms steht deshalb die Gesundheitserziehung im Vordergrund.

Bei Kindern und Jugendlichen kann jedoch nicht ohne weiteres unterstellt werden, daß sie sich aus gesundheitlichen Motiven dem Sport zuwenden. Gesundheit wird im Regelfall als selbstverständlicher und nicht in Frage gestellter Zustand erfahren, um den man sich nicht besonders bemühen muß. Daher bedarf es besonderer Anstrengungen, um Schülerinnen und Schüler im Schulsport für gesundheitlich bedeutsame körperliche, seelische, soziale und ökologische Zusammenhänge zu sensibilisieren und für den Erwerb von entsprechenden Fähigkeiten, Kenntnissen und Einsichten aufzuschließen.

Unbeschadet der Verantwortung für die Förderung aller Schülerinnen und Schüler muß unter gesundheitserzieherischer Perspektive die besondere Aufmerksamkeit jenen Schülerinnen und Schülern gelten, die im Vergleich zu Gleichaltrigen Entwicklungs-, Erfahrungs- und Lerndefizite aufweisen. Unter den Bedingungen des Sportunterrichts in Schulklassen finden sie selten einen als freudvoll erlebten Zugang zum Sich-Bewegen und neigen deshalb dazu, sich angesichts überwiegender Mißerfolgserfahrungen der Teilnahme an Bewegung, Bewegungsspiel und Sport immer mehr zu entziehen. Die Möglichkeiten zu gesundheitserzieherischen Einflußnahme werden angesichts solcher Entwicklungen oft schon frühzeitig außerordentlich eingeschränkt.

Im Blick auf die Befähigung des einzelnen sind gesundheitserzieherische Planungen und Maßnahmen so anzulegen, daß den Schülerinnen und Schülern möglichst viele individuelle Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten geboten werden, die ihrem jeweiligen Entwicklungstand und ihren jeweiligen Interessen gerecht werden und damit zum Ansatzpunkt für die Entwicklung eines individuellen Gesundheitsbewußtseins und -Verhaltens werden können. Hierbei kommt auch dem Sportförderunterricht und anderen speziellen gesundheitsfördernden Maßnahmen im Schulsport (siehe Kap. 4) große Bedeutung zu.

Das Konzept "Gesundheitserziehung in der Schule durch Sport" soll Anstöße und Anregungen für den Sportunterricht und den außerunterrichtlichen Schulsport geben. Es akzentuiert und differenziert die in den Richtlinien und Lehrplänen für den Schulsport vorgegebene gesundheitsbezogene Aufgabenstellung des Schulsports. Im Einklang mit dem übergreifenden Ziel der Erziehung zur "Handlungsfähigkeit im Sport" geht es darum, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich Bewegung, Bewegungsspiel und Sport aufgrund von Erfahrung, Gewöhnung und Reflexion auch unter gesundheitlicher Perspektive zu erschließen und für die Gestaltung der individuellen und sozialen Lebenswelt nutzbar zu machen. Dabei sind die Besonderheiten der unterschiedlichen Schulstufen und Schulformen zu berücksichtigen.

Die folgenden inhaltlichen Akzentsetzungen sollen als Suchraster und Orientierungshilfe für gesundheitserzieherische Aufgaben im Schulsport dienen. Die erläuternden Aspekte greifen Begriffsreihungen auf, die z.T. positive und negative Befindlichkeiten beschreiben. Dabei dienen die jeweiligen negativen Begriffe als Hintergrund, Kontrastierung oder als Diskussionsanlaß, um die gesundheitserzieherisch erwünschten Erfahrungen erschließen zu helfen.

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