Sicherheits- und Gesundheitsförderung
Balance halten
Einschätzung
Fördernde und hemmende Faktoren
Eine äußerst fördernde Wirkung auf das Projekt hat
die große Akzeptanz von Seiten der gesamten Schulgemeinschaft
und die Verankerung im Schulprogramm.
Von großer Bedeutung ist außerdem die selbstverständliche
Unterstützung durch das Jugendamt und die Beratungsstellen,
die einen Beitrag leisten durch eigene Kursangebote und darüber
hinaus durch ihre Bereitschaft zu unbürokratischer Hilfe, wenn
es an Räumlichkeiten, Transportmitteln oder ähnlichem mangelt.
Die Voraussetzungen sind, so gesehen, optimal.
Verankerung des Projekts im Schulprogramm
Die Realschule Am Häusling hat mit einer großen Mehrheit
der Schulgemeinschaft beschlossen OPUS-Schule zu werden. Dies ist
vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass Gesundheitserziehung
schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Schulprogrammes
und der täglichen Arbeit an unserer Schule ist.
In diesem Rahmen ist auch das Projekt „Balance halten” zu
sehen. Wie schon an anderen Stellen beschrieben, ist dieses Projekt
fest vernetzt mit anderen Angeboten unserer Präventionsarbeit,
die federführend in den Händen der Beratungslehrerinnen
und –lehrer liegt.
Evaluation
Seitdem das Projekt „Balance halten” im Herbst 1996 zum
ersten Mal an unserer Schule durchgeführt wurde, unterliegt
es einer ständigen, kritischen Überprüfung.
Die Auswertung findet nicht nur in den regelmäßigen Nachbesprechungen
des verantwortlichen Planungsteams statt, sondern auch in den Arbeitsgemeinschaften
selbst, bei Lehrerkonferenzen, Schulkonferenzen, an Elternabenden
und zwischendurch beim informellen Gespräch.
Wir verfügen leider nicht über die Möglichkeiten,
die Effizienz unserer Aktionen direkt in Bezug auf ihre suchtpräventive
Wirkung zu messen, allerdings stellen wir seit Beginn dieses Projektes
immer wieder fest, dass durch den Aktionstag und die anschließenden
Projekte (AGs, Klassenfahrten mit erlebnispädagogischem Schwerpunkt)
der Zusammenhalt in den Klassen sichtlich gestärkt wird und
dass in der Folge die Angst vor Ausgrenzung, Spott und gewaltsamen Übergriffen
deutlich zurückgeht. Immer wieder ist gerade bei den stillen,
zurückhaltenderen Schülerinnen und Schülern, die anfangs
im Abseits standen, zu beobachten, dass sich durch eine veränderte
Wahrnehmung und Einschätzung der Gruppe, die ihnen plötzlich
Anerkennung zollt, eine enorme Steigerung des Selbstbewusstseins
vollzieht.
Wichtige Erfahrungen für ein nächstes Projekt
Durch den oben beschriebenen lebendigen Prozess der Auswertung können eventuelle „Schwachstellen” aufgedeckt und beim nächsten Durchgang vermieden werden, neue Ideen werden realisiert und erweitern das Angebot.
Eine wichtige Erfahrung ist die Tatsache, dass man bei aller positiven
Resonanz nicht alle Beteiligten zufriedenstellen kann. Für einige
Schülerinnen und Schüler ist es immer wieder schwierig
sich auf etwas Neues, Ungewohntes einzulassen. Oberflächliche
Einschätzungen und Vorurteile sind z.T. schwer zu überwinden.
Die Arbeit in den Projekten sehen wir als einen Anfang, einen vorsichtigen
Anstoß zu einer Arbeit an sich selbst, unterstützt und
vertieft durch gruppendynamische Prozesse, als eine „Spielwiese” für
neue Erfahrungen, die von vielen Schülerinnen und Schülern
ohne unser Angebot nie gemacht werden könnten.
Für die Durchführung wichtige Ressourcen
Der reibungslose Ablauf und das Gelingen des Projektes ist vor allem
auf die große Bereitschaft von Schulleitung und Kollegium zurückzuführen,
diesem Projekt eine große Priorität einzuräumen.
Die z.T. erheblichen Stundenplanänderungen werden ebenso selbstverständlich
vorgenommen und akzeptiert wie der Unterrichtsausfall für die
Klassen, deren Lehrerinnen oder Lehrer zusätzlich im Rahmen
von Arbeitsgemsinschaften aktiv sind.
Welche Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit hat es gegeben
Innerhalb der Schulgemeinschaft findet die Information hauptsächlich
durch Ankündigungsplakate, Elternbriefe und die Fotowand im
Rahmen der Abschlusspräsentation statt.
Die Öffnung nach außen wird in der Regel hergestellt durch
Artikel in der regionalen Presse.
Im letzten Jahr wurde außerdem die Gelegenheit genutzt, das
Projekt im Rahmen einer Aktionswoche in der Siegener „City-Galerie” vorzustellen.
Seit etwa einem Jahr kann man sich auch auf der schuleigenen homepage über
das Projekt und die Präventionsarbeit im Allgemeinen informieren.
Projektmaterialien und ihre Quellen
- Unterrichtseinheit „Balance halten oder der mögliche Weg zur Sucht”
- Dokumentation eines Projektes zur Suchtprävention an der Realschule Am Häusling im Schuljahr 1997/98
- Dokumentation eines Klassenfahrtprojektes unter erlebnispädagogischem Aspekt an der Realschule Am Häusling im Schuljahr 1997/98




