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Implementationsmaterialien Berufskolleg

 

 

 

Unterrichtsgestaltung

Die Gewichtung der Kompetenzbereiche, d. h. auch die gesundheitsförderliche Kompetenzentwicklung wird auf der Grundlage der Lehrpläne für den jeweiligen Ausbildungsberuf und unter Berücksichtigung der im berufsbezogenen Lernbereich ausgewiesenen Lernfelder vorgenommen.

Themenfindung

Die Inhalte der bekannten Sportarten werden überprüft, in welcher Form und in welchem
Umfang sie genutzt werden können, um Problemstellungen und Akzentuierungen
gesundheits- und berufsbezogen zu veranschaulichen und zu bearbeiten.

Lehren und Lernen

Der Grundsatz der Schülerorientierung findet seinen Niederschlag und seine Konkretisierung im selbstständigen Arbeiten und in der Selbstevaluation der Lernenden (vgl. Kapitel 5). Schülerinnen und Schüler werden an der Planung und Gestaltung der
Lernprozesse beteiligt und im Sinne der Erwachsenenbildung in die Verantwortung
für Lernen und Kompetenzentwicklung eingebunden. Der Unterricht muss darauf zielen,
die Person der/des Lernenden zu stärken, die Sache zu klären und zur Bewegung
zu motivieren. Lernen mit allen Sinnen folgt damit folgenden Prinzipien:
1. Bewegungsorientierung: Sportpraktisches Tun, physische Beanspruchung, Bewegung
allein und in der Gruppe markieren die Wege, über die die Ziele des
Sportunterrichts erreicht werden.
2. Reflexion: Was in sportpraktischem Tun erfahrbar gemacht wird, soll im reflektierenden
Gespräch ausgedrückt, gesichert und auf Situationen in Alltag und Beruf
übertragen werden.
3. Selbstorganisation: Aufgabenstellungen und Arbeitsweisen im Sportunterricht sichern,
dass Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich und selbstbestimmt
Problemstellungen und Übungsprozesse bearbeiten und gestalten. Sie sind an
Planungsentscheidungen beteiligt.
4. Prozessorientierung: Lernen im Sportunterricht lenkt die Aufmerksamkeit auf die
Prozesse des Organisierens, des sozialen Miteinanders, der Leistungsentwicklung
etc. Es verlangt Mitgestaltung und Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler.
5. Selbstevaluation: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln themenbezogen Kriterien
und Beobachtungspunkte, anhand derer sie eigenständig Lernzuwachs und
gewünschte Verhaltensveränderungen erkennen und bewerten können.

Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht angestrebte Kompetenzentwicklung und die in diesem Zusammenhang vermittelten und erworbenen
Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse.
Bewertet werden Qualität und Umfang der erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und
Kenntnisse, die im Rahmen der sechs zugrunde gelegten Kompetenzbereiche einen
Beitrag zur Kompetenzentwicklung bieten (vgl. Kapitel 1 und 2) sowie der damit verbundene individuelle Lern- und Entwicklungsfortschritt der Schülerinnen und Schüler
im Verlauf ihrer Ausbildung. Dabei sind insbesondere auch die Lernbereitschaft und
Lernanstrengung, Selbstständigkeit sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung und für die der gesamten Lerngruppe
mit einzubeziehen.
Grundlage für die Lernerfolgskontrolle, Beurteilung und Notengebung im Fach Sport /
Gesundheitsförderung ist ein differenzierter und weit gefasster Leistungsbegriff, der
sowohl die Vielfältigkeit der auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und
Schüler bezogenen Aufgaben des Faches als auch die vielfältigen Möglichkeiten im
Sportunterricht, Leistungen zu erbringen, berücksichtigt. Im Zusammenhang mit dem
Bewegungshandeln erbrachte sportmotorische Leistungen erfassen daher auch nur
einen Teilbereich des zu bewertenden Leistungsspektrums.
Erweiternd gehören hierzu insbesondere auch fachliche Leistungen, die als mündliche
und schriftliche Beiträge im Rahmen des Unterrichts oder ggf. als häusliche Vorund
Nachbereitung erbracht werden und im Beurteilungsbereich „sonstige Leistungen“
beschrieben sind.
Die Orientierung des Lehrplans auf Kompetenzentwicklung (vgl. Kapitel 1 und 2) wirkt sich grundlegend darauf aus, wie Leistungen erfasst und bewertet werden können.
Kompetenzentwicklung ist prozessorientiert. Die Unterrichtsziele oder Themen lassen
sich häufig weder punktuell in Form von sportmotorischen Tests oder Demonstrationen
erfassen noch direkt beobachten oder messen. Daher ist es wichtig, die ergebnisbezogene Leistungsnote um prozessorientierte Bewertungsmaßstäbe zu ergänzen. Zugleich lassen beinahe alle unterrichtlichen Aktivitäten der Schülerinnen und
Schüler im Kontext einer Aufgabenstellung Rückschlüsse auf ihre Beteiligung zu. Dazu
zählen im Besonderen:

  • Bewegungskönnen zeigen und aufgabengerecht in definierten Handlungssituationen
    einbringen,
  • Aufgabenstellungen annehmen und sich auf Unterrichtssituationen einlassen,
  • Beiträge zu Analyse, Planung und Gestaltung von Unterrichtsphasen und -
    situationen leisten,
  • am Unterrichtsgespräch beteiligen, Kenntnisse und Einsichten einbringen, eigene Erfahrungen zur Diskussion stellen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie die Prozess-Bewertung in die gängige Notengebung
übertragen werden kann: