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Chancen für fächerübergreifendes Lernen mit Bewegung

Ideen für fächerübergreifendes Arbeiten

Im Prinzip stellen alle Themenbereiche des Grundschulunterrichts auch die möglichen Gegenstände für fachübergreifendes und themenbezogenes Lernen dar. Es können sportliche und spielerische Handlungssituationen und die dort gesammelten Erfahrungen der Kinder sein, die auch im Sprach-, Sach-, Mathematik-, Kunstunterricht usf. weiter vertieft werden. Aber auch der Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht kann bereichert werden, wenn Inhalte aus dem Sprach-, Mathematik- oder Sachunterricht usw. auf den Sportunterricht ausgeweitet werden.

Im Rahmen der Behandlung historischer Themen in der Grundschule weckt die Arbeit am Thema Ritter‘ bei den meisten Kindern großes Interesse und lässt sie mit viel Begeisterung arbeiten. Dabei entstehen in den verschiedenen Fächern unterschiedliche Produkte wie Texte, selbst angefertigte Ritterutensilien und vieles mehr. Das Modell von einer Ritterburg aus dem Sachunterricht z.B. kann zum Ausgangspunkt für Überlegungen werden, wie und mit welchen Sportgeräten und zu welchen Bewegungsabsichten eine solche Burg von den Kindern in der Turnhalle nachgebaut werden kann. Unter den Aspekten von Bauen und Bewegen lösen diese Impulse bei den Kindern vielfältige und kreative Such- und Entdeckungsvorgänge aus. In Gruppen erarbeiten sie selbsttätig, welche Geräte sie zum Bau von Türmen, Mauern, Toren, Brücken und Zinnen auswählen und holen sich Anregungen oder vergewisserende Rückmeldungen bei ihren Lehrkräften. In der von ihnen selbst gestalteten Ritterburg aus Sportgeräten‘ führen sie u.U. selbst ausgedachte Bewegungsspiele aus oder werfen mit weichen Bällen von außerhalb der Burg ins Innere und umgekehrt. Bei der Weiterführung der Unterrichtsreihe kann die Rundburg dann auch in viele verschiedene Einzelabschnitte aufgelöst werden, um sie an verschiedene Stellen in der Halle zu platzieren. So können sich in einer Ecke Kinder diesseits und jenseits des großen Burgtores gegenüberstehen. Sie werfen weiche Bälle über eine hoch stehende Weichbodenmatte, die in einem Barren zwischen den Holmen geführt ist. Da sie keinen direkten Blickkontakt haben und die Bälle erst im letzten Moment über das Burgtor fliegen sehen, üben sie gleichzeitig auch das reaktionsschnelle Fangen von Bällen. An einer anderen Stelle in der Halle schwingen Kinder an Tauen auf die kleinen Burgtürme oder landen nach dem Schwingen zwischen den Turmzinnen. Sie klettern und balancieren auf Burgmauern, steigen diagonal eingehängte Brücken‘ hinab oder führen Ritterspiele auf Böcken und Pferden aus. Wenn die Kinder in ihre Aktivitäten auch noch selbst gebastelte Helme oder Schwerter einbeziehen und sich mit Ritterumhängen kleiden, ist nicht nur Bauen und themenbezogenes Bewegen gelungen. Es wurde auch Gelerntes reaktiviert, um Bewegungsgeschichten zu erzeugen, es wurde Wissen aktiviert, um es in Bewegungsräume zu transformieren. Natürlich entstehen auch aus diesen Bewegungssituationen rund um eine Ritterburg‘ wieder Anlässe, um im weiteren Sprachunterricht eigene und neue Rittertexte zu schreiben (vgl. auch Ziesmer 1998)

Andere fachübergreifende und themenbezogene Bewegungssituationen, die sich auf den Ansatz von Bauen und Bewegen beziehen und die auf Seiten der Kinder an deren unterrichtlichen und auch außerunterrichtlichen Erfahrungen anknüpfen, können durch Themenbereiche wie Bewegungsdschungel‘, Mini-Golf-Stationen‘, Winterlandschaft‘ oder Karneval der Tiere‘ in Gang gesetzt werden (vgl. auch Ziesmer 1993-1999). Auf sachunterrichtliche Kenntnisse aus der Verkehrserziehung oder der Arbeit für die Fahrradprüfung und eigene private Erfahrungen können Kinder zurückgreifen, wenn sie mit Sportgeräten Roll- und Räderfahrzeuge wie Autos, Schlitten, Kutschen, oder Busse bauen. Mit diesen fahren sie in einer selbst entworfenen Fahrlandschaft aus Straßen mit Verkehrsschildern und Häusern und Gebäuden aus Sportgeräten und wenden dabei ihr Wissen von Regelungen, z.B. über Vorfahrt an (vgl. auch Ziesmer 1993 - 1999).

Bei all diesen fachübergreifenden und teils selbst steuerbaren Lernhandlungen können Kinder neu lernen oder erneut anwenden,

  • wie man zur Planung von Bewegungsräumen Bauideen visualisieren kann, eigene Planskizzen entwerfen kann oder Gerätesymbole und Hallenpläne nutzen kann,
  • wie man Bewegungseindrücke in Geschichten verschriften und malen kann und dabei verschiedene Erzählperspektiven wählen kann und
  • wie man Produkte aus fachübergreifendem Lernen dokumentieren und präsentieren kann usw.

Um solche Ziele zu erreichen, müssen Kinder auf vielfältige Art miteinander kommunizieren:

  • Sie beschaffen Informationen und werten Quellen aus.
  • Sie stellen Fragen und erteilen Antworten und Lösungsvorschläge.
  • Sie wägen nach Vorzügen und Nachteilen ab.
  • Sie argumentieren und versuchen zu überzeugen.
  • Sie werten ihre Erfahrungen aus, reflektieren sie und gewinnen Gesichtspunkte für Veränderungen.

Bei diesen Kommunikationen handelt es sich zugleich um grundlegende fächerübergreifende Aneignungsweisen und fächerdurchdringende Durcharbeitungsformen. Diese ermöglichen es den Kindern, sich in vielen mündlichen und schriftsprachlichen Weisen zu verständigen und sich durch Bewegung, Spiel und Gestaltung in ihren Absichten auszudrücken.

Das selbständige Entwerfen neuer Bewegungsräume innerhalb eines fachübergreifenden Bewegungs-, Spiel- und Sportunterrichts kann sich aber auch an Kinderbüchern und Texten für Kinder entzünden. Das eigentätige Planen von Bewegungsarrangements zum Thema Rollen‘ kann z.B. durch Erzählepisoden aus dem fiktiven Rollland" initiiert werden. Die Menschen und Tiere dort - so wird es erzählt - bewegten sich grundsätzlich durch Rollbewegungen fort. Es wird beschrieben, wie Affen, Pferde, Delfine, Hamster, Raubkatzen usw. je eigene Rollbewegungen gefunden haben. Es wird erzählt, wie Menschen rollen, wenn sie zur Post oder zum Einkauf rollen, wenn sie im Rollland“ über Flüsse und durch Täler rollen, wenn sie ... . Diese Episoden enthalten Orientierungen, wie und mit welchen Mitteln Rollarrangements geplant, skizziert und schriftlich fixiert werden können. Die vielfältigen Rollerfahrungen, die die Kinder in einer solchen Rolllandschaft gewonnen haben, bilden dann erneut Stoff genug, um neue eigene Rollgeschichten zu erfinden.

In seinem Kinderbuch Das gehört mir!" thematisiert der Autor Leo Lionni an seinen Froschfiguren das Thema des Egoismus mit seinen Folgen und Problemen. Diese können im produktiven Umgang mit dem Bilderbuch auch auf die Gestaltung von interpersonalen Beziehungen übertragen werden. So kann das Buch zum Ausgangspunkt dafür werden, um an Hand der Figuren der egoistischen Frösche mit Kindern zusammen auf die Suche nach kooperativen Formen des Laufens, Werfens und Springens zu gehen. Selbst die Entwicklung kooperativer leichtathletischer Grundformen ist hier möglich.)

Die Figur von Elmar, dem buntkarierten Elefanten" aus dem gleichnamigen Kinderbuch von David McKee vor Augen ist es zum Beispiel möglich, dass Kinder themenbezogen an die Schulung und Übung ihrer maximalen Weitwurfleistungen herangehen können. Ihre Wurfweiten brauchen nicht in abstrakten Meterangaben rückgemeldet werden. Nach dem Ermitteln des für jedes Kind ungefähr günstigsten individuellen Abstandes für maximale Wurfweiten geht es nun darum, mit bunten Wurfobjekten so weit und genau zu werfen, dass diese in den Umrissen eines weißen Elefantenlakens landen, das auf dem Boden liegt. Dadurch entsteht der Eindruck eines buntkarierten Elefanten, wie er ähnlich auch im Kinderbuch zu sehen ist. Durch wiederholte Wurfdurchgänge zeigen sich zudem jeweils neue bunte Muster. Da die Würfe auch mit allen Kindern aus einer Klasse erbracht werden können, können an die Kinder Polaroidfotos vom bunten Elefanten und/oder in anderem Unterricht gestaltete eigene Klassenurkunden als Erinnerungen vergeben werden.)

Themenbezogene Bewegungssituationen mit fachübergreifenden Lerngelegenheiten können sich auch aus der unterrichtlichen Arbeit mit Erzähl- und Schreibanlässen wie Bildern, Collagen und Fotos ergeben. So können in einer Unterrichtseinheit zum Thema Schulweg“ Fotos, die von konkreten Schulwegstationen im Schul- und Wohnumfeld der Kinder zeugen, Anregungen ausgehen, mit Geräten, Materialien und Objekten in der Turnhalle fantasievolle Bewegungsräume zu konstruieren. Es entstehen so in der Sporthalle Bewegungsgelegenheiten wie Zebrastreifen, Rathaus, Feuerwehr, Waschanlage usw., aber auch Abhang oder Obstbaum und vieles mehr. In konkreten Bewegungsformen wie Springen, Klettern, Balancieren usw., aber auch beim Fahren und Gefahren-Werden können Kinder fantasiegeleitete Rollenvorstellungen so in Bewegungen ausleben, wie sie sich dies auf ihren Schulwegen auch oft erwünschen oder erträumen.)

Die Bildcollage von einer abenteuerlichen Gespensterburg kann im unterrichtlichen Zusammenhang mit einer Gespensterwerkstatt" den Anlass abgeben, dass Kinder auf die Suche nach von ihnen bevorzugten gespenstischen Situationen gehen können. Werden diese in Sport- und Turnhallen transformiert, ergeben sich dort Möglichkeiten, mit selbst erstellten Gespensterumhängen durch dunkle Gänge zu schleichen und durch Tunnel zu krabbeln oder sich auf flitzenden Untertassen" zu bewegen bzw. von Burgmauern zu schweben".

Natürlich können auch an Situationen des Sportunterrichts selbst andere fachübergreifende Lernchancen angebunden bzw. gefunden werden. So etwa bei den im Sportunterricht vielfach gegebenen Zieltreffstationen. Situationen wie Torwand schießen oder durch Reifen werfen, Kegel umwerfen oder Hütchen treffen usw. können genutzt werden, um die daran erzielten Resultate auf vorbereiteten Ergebniskärtchen zu notieren. Mit diesen Daten lassen sich im Mathematikunterricht Aspekte der Datenerhebung, -aufbereitung und -auswertung thematisieren. In den Klassen 1 und 2 kann die Einsicht in die Notwendigkeit der Ergebnisfixierung transparent gemacht werden, an den unterschiedlichen Möglichkeiten der Datenfixierung kann gearbeitet werden, Möglichkeiten der Anwendung von verschiedenen Rechenverfahren usw. können angesprochen werden. Ebenso lassen sich aus solchen Ergebnisdaten Aufgaben ableiten wie etwa, welches Zieltreffergebnis wurde am häufigsten erreicht, wie viele Treffer hat die ganze Klasse als bestes Ergebnis erreicht usw.. Auch können Zerlegungsstrategien behandelt werden, wenn etwa aus der Gesamtzahl der Versuche die Anzahl der gelungenen und der nicht erfolgreichen Würfe, Schüsse etc. ermittelt werden sollen. Sportliche und spielerische Bewegungssituationen werden auf diese Weise zu Gegenständen für den Mathematikunterricht, in welchem dann Phänomene aus der Umwelt von Kindern mathematisiert werden. In den Klassen 3 und 4 können aus den Daten, die im Sportunterricht beim Ziele treffen gewonnen wurden, ebenso entsprechende Aufgaben abgeleitet werden. Aus den verschiedenen Ergebnisziffern soll eine möglichst große Zahl gebildet werden, aus Resultaten, die zwei Partner erzielt haben, soll durch Zahlenabänderung das größte oder das kleinste Ergebnis errechnet werden usw. Auch lässt sich im Verlaufe der Unterrichtsreihe von den konkreten Sportergebnissen weggehen und auf die abstraktere Ebene des Umgangs mit Zifferkärtchen wechseln.

In einer 4. Klasse haben sich Kinder und Lehrperson gemeinsam auf das Vorhaben Klassenzirkus" verständigt. Zu Beginn der Arbeit löst dies vielfältige Such- und Findungsprozesse aus, die von Allen eingebrachten Nummern müssen vorgetragen, erläutert und abgewogen werden usw. In sachbezogenen Kommunikationsprozessen werden Schwerpunktsetzungen wie Jonglage und Akrobatik vereinbart, für die nun zahlreiche Trainings- und Übungssituationen anstehen. Dabei lernen Kinder auch auf ihre Art und Weise, wenn sie sich gegenseitig helfen oder Tipps geben. Die Lehrperson macht von einzelnen Jongleuren oder Akrobatikgruppen Videomitschnitte, die zu Betrachtungs- und Gesprächsgegenständen werden. Dabei reifen nicht nur neue Anregungen zur Bewegungsoptimierung, mit steigendem Könnenbewusstsein wächst auch die Absicht, die eigenen Nummern Anderen vorzuführen. Am Ende steht der Entschluss: Zuschauer sollen nicht nur Kinder anderer Klassen sein, auch die eigenen Eltern sollen der Aufführung beiwohnen können. Dies wirft eine Reihe neuer Fragen auf, die fachübergreifende Lerngelegenheiten bieten. Einladungen müssen entworfen und geschrieben werden, wobei immanent adressatenbezogene Schreiberfahrungen gesammelt werden können. Die einzelnen Nummern müssen in eine spannungsaufbauende Abfolge gebracht werden, was Aspekte von Hinführung, Höhepunkten und Ausklängen umschließt. Texte für ein Programmheft, für die Ansager und für die Kommentierung der einzelnen Nummern müssen verfasst werden usw.. Nach erfolgreicher Präsentation der Zirkusgestaltung vor Publikum kann bei den Darstellern die Motivation nach Wiederholung der Aufführung auf dem Schulfest aufkommen. Hierfür schreiben die Kinder der Klasse ein gemeinsames Zirkustagebuch als Erinnerung an ihre Zirkuszeit. In Heftform gebracht wird ein Inhaltsverzeichnis erstellt, das von A wie Akrobatik über Clown, Diabolo, Finale, Kostüme, Musik, Pedasan, Rola-Rola-Brett, Tipps und Tricks, Voltigieren, ... bis zu W wie Woher kommt der Zirkus?‘ und Z wie Zaubern‘ reicht. Zu jedem einzelnen Unterpunkt im Inhaltsverzeichnis verfassen die Kinder eigene kurze Texte, die z.B. erläutern, wie Teller drehen" funktioniert oder was Kinder unter üben" verstehen. Da das Heft für einen angemessenen Preis auf dem Schulfest verkauft werden soll, wird nicht nur zum finanziellen Erlös der Gesamtveranstaltung beigetragen. Für die Veröffentlichung werden die Texte auch mit hoher Eigenmotivation durch die Kinder überarbeitet, orthografisch bearbeitet sowie ansprechend gestaltet. Eine andere Form der fachübergreifenden Dokumentation von Unterrichtsergebnissen durch die Kinder kann sich aus einer Unterrichtsreihe zum Thema Schwimmarten kombinieren" ergeben. Angeregt durch Bilder von Arm- und Beinbewegungen von phantastischen Schwimmtieren tragen Kinder ihre diesbezüglichen Unterrichtserfolge in vorbereitete Könnenskarten ein, die neben Ankreuzvermerken auch Raum für eigene schriftliche Bemerkungen lassen. Die einzelnen Kartenseiten können auch in ein kleines Schwimmbuch für jedes Kind aufgenommen werden.

Möglichkeiten der Anbindung fachübergreifender Lerngelegenheiten können im Sportunterricht auch an dem Rahmenthema Vielseitige Ballschule" realisiert werden. In Vorbereitung auf den Schwerpunkt Kreatives Schreiben zum Thema Mein Lieblingsball‘" werden die Kinder gebeten, ihren Lieblingsball entweder von zu Hause mit zu bringen oder ihn aus dem Ballbestand der Schule auszuwählen. Nachdem im Sportunterricht vielfältige materiale, motorische, soziale und räumliche Erfahrungen im Umgang mit diesen Bällen gesammelt sind, regen im Sprachunterricht meditative Atmosphäre und eine meditative Gedankenreise zum Schreiben kreativer Geschichten aus verschiedenen Erzählperspektiven an.

Die Einführung in die inhaltliche Erarbeitung von Gedichten und in die formale Untersuchung von Gedichtstrophen kann auch in der Sporthalle direkt angegangen werden. Gedichte, die Bewegungsaspekte und Bewegungssituationen enthalten, begünstigen am Anfang eine solche Vorgehensweise. Die Gedichtstrophen werden Kleingruppen in Großformat ausgehändigt, so dass immer mehrere Kinder gleichzeitig lesen können. Ein Austausch der Kinder in ihrer Gruppe über das , was sie gelesen haben, sichert das inhaltliche Verständnis zusätzlich. Danach überlegt jede Gruppe, mit welchen Geräten sie die Handlung in ihrer Strophe nachbilden und nachspielen können. Der Aufbau erfolgt in Absprache mit der Lehrperson. Danach stellt jede Gruppe den anderen Gruppen ihre Arbeit vor. So kann z.B. folgende Strophe durch Schwingen am Trapez und Springen am Mini-Trampolin unter Lehrerhilfe anderen Kindern in der Bedeutung transparent gemacht werden:

"Durch Schaukeln und Schweben
lass ich mich erheben
bis hoch in die Luft.
Den Wind in den Haaren
die Luft zu durchfahren
genieß ich den Duft."

Kinder können so sehen, wie strophenspezifische Inhalte durch Bewegung zum Ausdruck gebracht werden. Zeitgleich zu den Bewegungsdarstellungen wird von einem weiteren Kind der Text der Gedichtstrophe vorgelesen. Textrezeption wird so gleichzeitig optisch und auditiv möglich. Diese Erlebnisqualität regt Kinder im nachfolgenden Sprachunterricht zu zahlreichen kreativen Produktionen an, etwa wenn es darum geht, eigene neue Strophen zu dichten, Strophen umzuformen und als Geschichten mit Erlebnissen aus der Sporthalle weiterzuführen oder zu Strophen Bilder zu malen usw.

Alle bislang erwähnten Unterrichtsbeispiele ermöglichen fachübergreifende Lernchancen durch themenbezogene Transformation eines konkreten Lerngegenstandes auf einer anderen bzw. verschiedenen anderen fachunterrichtlichen Ebene(n). Weitere Einzelheiten, Anregungen und Tipps, Unterrichtsmedien, Schülerarbeiten und Fotos zu den oben aufgeführten Unterrichtsbeispielen sowie weitere andere fachübergreifende und themenbezogene Bewegungssituationen finden interessierte Lehrkräfte bei Ziesmer 1998 und Ziesmer 1993 - 1999, die unten aufgeführt sind.

Neben diesen themenbezogenen fachübergreifenden Lerngelegenheiten gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten zum themenorientierten fächerverbindenden Arbeiten. Dabei steuern z.B. zum Rahmenthema Winter‘ mehrere Unterrichtsfächer jeweils andersartige Unterrichtsgegenstände wie ein Winterlied, ein Wintermärchen, ein Winterbild, ... bis hin zu einer symbolischen Schneeballschlacht mit Softbällen in der Sporthalle bei.

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Literatur

Ziesmer, Heiner (Hrsg.): Selbst gesteuertes Lernen in der Grundschule - Fächerübergreifende Unterrichtsbeispiele Deutsch - Sachunterricht - Sport - Kunst – Werken, München 1998
Ziesmer, Heiner u.a.: Fachübergreifende Unterrichtsbeispiele Sport - Sprache - Mathematik - Sachunterricht, in: RAAbits - Impulse und Materialien für die kreative Unterrichtsgestaltung, Heidelberg 1993 - 1999

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Heiner Ziesmer
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