Fortbildung
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Gleiten, Fahren, Rollen - Rollsport, Bootssport, Wintersport
Gemeinsam Rollbrett fahren - eine Möglichkeit der kindorientierten Gestaltung von Bewegungszeiten
- Darstellung der Bewegungsidee
- Einstieg in die Bewegungsidee
- Erste Erfahrungen mit dem Rollbrett
- Bau eines Flitzi-Parcours
- Erwerb des Flitzi-Führerscheins
- Wenn aus Rollbrettern abenteuerliche Phantasiefahrzeuge entstehen ...
- Literatur
Vorbemerkung
Das Spielen und Bewegen mit Rollbrettern führt zu einer Bereicherung der kindlichen Erfahrungswelt, kann Defizite im Bewegungsleben der Kinder ausgleichen und einen besondere Erlebnisse vermitteln: Der Umgang mit dem Gleichgewicht, mit Aufgaben des Balancierens und der Verlagerung des Körperschwerpunkts ist ein Feld besonders reizvoller Bewegungserfahrungen, erst recht in der Verbindung mit schneller Fortbewegung! Darüber hinaus erhält die Erziehung zu sicherem, hilfsbereitem und verantwortlichem Umgang mit Situationen, Partnerinnen und Partnern und Materialien einen hohen Stellenwert (vgl. Lehrplan Sport Grundschule, 3.1.8).
Zu folgenden Pädagogischen Perspektiven wird ein didaktischer Bezug hergestellt:
Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern: Hier geht es darum, über eine vielseitige, entwicklungsgerechte Ansprache aller Sinne die Wahrnehmungsfähigkeit zu fördern und mit der Erweiterung des individuellen Bewegungsrepertoires eine Bewusstmachung des eigenen Körpers (Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts) herbeizuführen.
Kooperieren und sich verständigen: Hier wird die Bedeutung von Gemeinsamkeit und Kooperation betont. Durch die zunehmend selbstständige und verantwortungsvolle Regelung des sozialen Miteinanders in typischen Situationen des Sports soll die Einsicht in die Notwendigkeit kooperativen Handelns erzeugt werden (vgl. Rahmenvorgaben Schulsport, 1.2).
Die spielerische Auseinandersetzung mit dem Rollbrett ermöglicht eine grundlegende Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit, trägt aber auch zur Entwicklung des sach- und situationsgerechten Umgangs mit Fahr- und Rollgeräten bzw. zur Könnenserweiterung in diesem Bereich bei. So werden mit diesem Bewegungsbeispiel im Besonderen auch die Aufgabenschwerpunkte Grundlegende Fähigkeiten zum adäquaten Umgang mit Gleit-, Fahr- und Rollgeräten erlernen und üben und Bewegungskönnen im Gleiten, Fahren und Rollen erweitern angesprochen.
Quelle: Zeitschrift sportpädagogik 9 (1985) 1, 56
Darstellung der Bewegungsidee
Einstieg in die Bewegungsidee
Ich beginne meinen Sport- und Bewegungsunterricht fast regelmäßig mit einer offenen, mehr oder weniger ungelenkten Phase, in der sich die Mädchen und Jungen je nach Interesse mit Materialien und/oder (Klein-)Sportgeräten auseinandersetzen dürfen. Das Angebot des freien Spiels zu Stundenbeginn galt im letzten Schuljahr an unserer Schule auch für die Klasse 2 a, deren Kinder ein hohes Maß an Bewegungsdrang aufwiesen. Während den ungestümen Fußballspielern eine Hallenhälfte zugewiesen wurde, entschieden sich die eher ruhig agierenden Kinder für verschiedenen Kleingeräte, unter anderem auch für die Rollbretter. Nachdem vereinbart worden war, dass aus Sicherheitsgründen das Fahren im Stehen und der Wechsel in die Ballspielhälfte nicht gestattet waren, setzten sie sich neugierig mit den rollenden Untersetzern auseinander. Offenbar besitzen die Rollbretter eine dermaßen hohe Eigendynamik, dass sie zu spontanen Bewegungsaktivitäten herausfordern. Das Empfinden physikalischer Kräfte in Kurven, beim Beschleunigen und Bremsen, der notwendige partnerschaftliche Umgang untereinander und die Möglichkeit zu selbstbestimmten Handlungen haben für die Schüler einen außerordentlich hohen Erlebnisgehalt (Liebisch 1995, S.72).
Im Laufe der Zeit bekundeten immer mehr Kinder Interesse am Umgang mit den rollenden Geräten und so wurde vereinbart, ein Unterrichtseinheit zum sachgerechten Umgang mit dem Material durchzuführen. Da unsere Schule nur über wenige Rollbretter verfügte, beschloss ich, weitere Fahrzeuge zu bauen, um eine möglichst bewegungsintensive Auseinandersetzung für alle zu gewährleisten. Unter Verwendung alter Regalböden und kugelgelagerter Kunststoffrollen (5,- DM pro Stück über einen Großhandel) baute zehn weitere Geräte, so dass jeweils für zwei Kinder ein Rollbrett zur Verfügung stand. Meine Kinder nannten die Rollbretter Flitzis!
Erste Erfahrungen mit dem Rollbrett
Um Verletzungen weitgehend auszuschließen, wurden folgende Verhaltensregeln vereinbart:- Das Rollbrett soll nicht mit den Füßen betreten oder fortbewegt werden (Skateboard-/Rollerfahren).
- Lange Haare müssen zusammengebunden und offene Kleidungsstücke abgelegt werden, damit nichts in die Rollen geraten kann.
- Zusammenstöße mit anderen sowie Karambolagen mit Geräten und Wänden sollen vermieden werden.
- Hände (vor allem beim Abstoßen in Bauchlage) mit den Fingern nach außen aufsetzen, damit sie nicht überrollt werden.
- Nach Übungsende sollen die Rollbretter umgedreht auf der Sitzfläche abgelegt (geparkt) werden.
Beim spielerischen Erproben der Rollbretter soll das Bewegungshandeln der Kinder möglichst selbstständig ablaufen, was eine Öffnung als Grundsatz der Unterrichtsgestaltung erfordert: Erlebnisbetontes Lernen und bewusstes Handeln in einer Spiel- und Handlungslandschaft bevorzugt ein Methodenkonzept der induktiven Vorgehensweise, d.h. Animation statt Anweisung, Information statt Vorschriften. Die Kinder müssen in ihrem selbsttätigen Handeln beraten und angeregt, informiert und bestärkt werden (vgl. Zimmer/Cicurs 1992). Zunächst erhält jedes Paar ein Flitzi und die Aufgabe, anfangs allein, später gemeinsam die Verwendungsmöglichkeiten der Rollbretter zu testen. Dies kann nur gelingen, wenn die Partner sich absprechen und bereit sind zu kooperieren.
Folgende Bewegungsmöglichkeiten mit dem Rollbrett wurden von den Kindern gefunden: Bewegungsmöglichkeiten allein
- Ausprobieren verschiedener Körperlagen beim Fahren auf/mit dem Rollbrett: im Knien, im Sitzen, in Bauch- und Rückenlage
- Erkunden von verschiedenen Beschleunigungsmöglichkeiten
- Formen des Steuerns als beabsichtigte Richtungsänderungen erproben, kontrolliertes Abbremsen entdecken
Bewegungsmöglichkeiten mit der Partnerin/dem Partner
- den auf dem Rollbrett sitzenden oder knienden Partner an den Schultern anschieben
- den auf dem Bauch liegenden Partner bei angewinkelten Beinen an den Füßen fassen und schieben oder ziehen
- beide Formen auch mit geschlossenen Augen
- sich zu zweit auf das Rollbrett setzen oder knien und sich mit den Händen und/oder Füßen abstoßen
- sich Hindernisse, Tunnel, Straßen, ... ausdenken, ausprobieren
Zunächst dauerte es bei einigen Paaren eine gewisse Zeit, bis sie sich auf die Form des Wechselns und die Dauer der jeweiligen Bewegungszeit der Partnerin/des Partners geeinigt hatten. Die etwas ängstlicheren Mädchen und Jungen gingen anfangs recht zaghaft und zum Teil sehr vorsichtig mit den Rollbrettern um, gewannen aber schnell an Sicherheit und Selbstvertrauen und waren bald von dem neu entstandenen hohen Aufforderungscharakter der Rollbretter fasziniert. Andere wiederum mussten in ihrem Übereifer gebremst werden, da sie den eigenen Krafteinsatz z.B. beim Anlaufnehmen, Abstoßen und Aufspringen noch nicht richtig einzuschätzen wussten.
Bau eines Flitzi-Parcours
In der oben geschilderten Phase der Exploration waren keine weiteren organisatorischen Vorgaben notwendig. Erst als in einer der Folgestunden die Paare durch den Einsatz von Springseilen, Gymnastikreifen und Stäben das Spiel Pferd und Wagen bzw. Lokomotive mit Anhänger(n) entdeckten, musste aus Sicherheitsgründen die Bewegungsrichtung - nämlich im Uhrzeigersinn außen um vier Eckpylonen herum - vorgegeben werden. Diese Maßnahme gewährleistete außerdem, dass im mittleren Hallenbereich weitere individuelle Nutzungsmöglichkeiten ausprobiert werden konnten. Die Geschwindigkeit musste so gewählt werden, dass in den Kurven keine allzu großen Fliehkräfte auftraten, um Unfälle und Karambolagen mit der Wand zu verhindern. Dies kam auch im Rahmen einer Zwischenreflexion zur Sprache, jedoch wurde auch der Kick deutlich, der für diese Risikosituation charakteristisch war. Schließlich äußerten die Schüler den Wunsch, statt des Rundkurses einen abwechslungsreichen Parcours mit verschiedenen Hindernissen, Slalomstangen, Straßenführungen usw. zu bauen. Nach gemeinsamen Überlegungen entstand folgende interessante Landschaft, die ein Durchfahren allein oder auch mit Partnerhilfe ermöglichte:
Engpass
- zwei zur Seite gekippte Bänke nah nebeneinander, die Sitzflächen zeigen nach innen
- vier Kastenteile bilden eine enge Gasse;
Tunnel
- Turnmatten, die auf kleinen Kästen aufliegen bzw. dazwischen eingeklemmt sind
- zwei Bänke stehen im Abstand von ca. einem Meter nebeneinander und sind mit einem Fallschirm abgedeckt (Medizinbälle zum Beschweren sind gut geeignet, um ein Verrutschen zu verhindern)
Schikane
- aus Springseilen und/oder Ziehtauen gelegte S-Kurven;
Fähre
- zwischen Sprossenwand und Reckpfosten festgeknotetes Tau
Slalom
- gleichmäßiger Abstand von Medizinbällen und Pylonen auf einer Linie;
Der überwiegende Teil der Klasse nutzte die entwickelte Bewegungslandschaft konstruktiv, erprobte das eigene Bewegungskönnen und demonstrierte es gegenüber den anderen. Dabei war zu beobachten, dass je nach Bedarf unterschiedliche Fahrtechniken gewählt wurden: War es sinnvoll, durch den Tunnel in Bauchlage zu gleiten, so erwies sich eine Sitzposition auf dem Brett für die Fähre und den ersten Engpass als vorteilhaft. Einige Mädchen und Jungen jedoch stießen absichtlich gegen Bänke und Hütchen und zeigten wenig Ehrgeiz, unfallfrei durchzukommen. So entstand bei mir die Idee, über einen Rollbrett-Führerschein auch für diese Kinder eine Ernsthaftigkeit zu schaffen.
Erwerb des Flitzi-Führerscheins:
In gemeinsamer Beratung wurde überlegt, wie eine grundlegende Fahrsicherheit nachgewiesen werden könnte, mit dem Ziel, den Rollbrett-Führerschein zu erwerben. Folgende Aufgaben aus verschiedenen Bereichen wurden festgelegt und von mir auf einem Prüfbogen notiert:| Kurvenfahren | in Bauchlage durch einen Slalomparcours rollen, ohne die Pylonen zu berühren |
| Tunnelfahren | einen Tunnel (2 Turnmatten nebeneinander auf kleinen Kästen) mit einem Anschwung durchfahren, ohne die Wände oder das Dach zu berühren |
| Einparken | (in Bauchlage rückwärts in eine aus Schaumstoffquadern gebaute Parklücke (ca. 60 x 250 cm) rangieren, ohne die seitliche Begrenzung zu berühren) |
| Transportieren | einen Medizinball von A nach B (ca. 6 m) transportieren, indem mit der freien Hand ein straff gespanntes Tau (knapp über dem Boden) als Fährseil benutzt werden soll |
| Gassenfahren | zwei zur Seite gekippte Bänke (Sitzfläche nach innen) als Engpass von ca. 50 cm Breite ohne Anstoßen durchfahren. Die Fahrerin/der Fahrer sitzt im Schneidersitz auf dem Rollbrett und darf sich mit beiden Händen an den oberen Kanten der beiden Bänke vorwärts ziehen |
Diese Auswahl stellt hohe Anforderungen an die Koordination der Kinder: Besonders das Orientieren im Raum (Kurvenfahren, Einparken), die Gleichgewichtsfähigkeit (Transportieren, Gassenfahren) und das Differenzierungsvermögen (Tunnelfahren, Einparken) sind gefordert und werden im spielerischen Tun weiter verbessert. Es könnten auch noch weitere Testaufgaben einbezogen werde, etwa das rechtzeitige Bremsen vor einem Hindernis (Bremsweg-Test) oder das Einstellen auf den Partner beim Synchronfahren.
Nach dem gemeinsamen Aufbau des Parcours - aus Gründen der Bewegungsintensität gab es jede Station doppelt - erhielten alle Kinder genügend Zeit, die beschriebenen Aufgaben zu testen und sich auf die Prüfung vorzubereiten. In der folgenden Stunde erhielt wieder jedes Paar ein Rollbrett und dazu zwei Prüfbögen. Nun mussten sie wechselweise die Rolle der Prüferin/des Prüfers übernehmen und die Fahrschülerin/den Fahrschüler durch die Teststrecke begleiten. Bei erfolgreichem Bewältigen der Aufgabe wurde an die entsprechende Stelle ein Kreuzchen gesetzt. Es war erstaunlich zu beobachten, wie ernst beide Aufgaben genommen wurden, sowohl das genaue Kontrollieren als auch das konzentrierte Bemühen, die Prüfung zu bestehen. Weil vereinbart worden war, bei einem Fehler direkt eine Wiederholung zuzulassen, konnten alle die gestellten Anforderungen erfüllen und waren zum Schluss Besitzer eines Flitzi-Führerscheins.
Die Rollbretter wurden auch weiterhin in den offenen Anfangsphasen der folgenden Sportstunden zur individuellen Nutzung ausgegeben, zumindest für eine Hallenhälfte, wenn daneben parallel weitere Geräte und Materialien zum Einsatz kamen. Bei einer unsachgemäßen Handhabung der Rollbretter wirkte eine Erinnerung an den bestandenen Führerschein Wunder ... !
Wenn aus Rollbrettern abenteuerliche Phantasiefahrzeuge entstehen ...
Bei der selbstbestimmten Nutzung der Rollbretter im Rahmen des offenen Unterrichtsbeginns kamen einige Schüler auf die Idee, aufgepumpte Autoschläuche aus dem Geräteraum und auch umgedrehte kleine Kästen als Schalensitz auf das Rollbrett zu legen und sich vom Partner schieben bzw. ziehen zu lassen. Diese Situation stellte für die anderen erneut einen Anreiz zum Nachahmen dar, und es wurde schnell der Wunsch geäußert, ebenfalls solche und auch noch größere Fahrzeuge bauen zu dürfen. So wurde die nächste Wunschsportstunde (im Schnitt einmal pro Monat angeboten) unter das Thema Konstruktion von Phantasiefahrzeugen gestellt.
Der intentionale Schwerpunkt lag nun auf der Förderung der Sozialkompetenz: Miteinander ein Phantasiefahrzeug herstellen und gemeinsam ein neues Fahrgefühl erleben sollte zu einer Erweiterung des Erfahrungshorizonts beitragen. Über das Lernen mit Kopf, Herz und Hand und das ganzheitliche Erleben von Bewegungssituationen kann eine positive Einstellung für das gemeinschaftliche Gestalten von Bewegungszeiten aufgebaut werden!
Die Klasse teilte sich selbstständig in fünf Kleingruppen mit jeweils zwei oder drei Rollbrettern auf; dabei entstanden neben reinen Mädchen- und Jungengruppen auch gemischte Teams. Der Zugang zu den Geräteräumen wurde freigegeben, und auf der Grundlage vielfältiger Ideen entwickelte sich in allen Gruppen eine unglaubliche Aktivität. Die freiwillige Zuordnung gewährleistete insgesamt eine gute Kooperation. Dies war mit ausschlaggebend dafür, dass die vielfältigen Aufgaben innerhalb des Problemlösungsprozesses erfolgreich bewältigt werden konnten:
- Die Auswahl bestimmter Baumaterialien musste abgestimmt werden.
- Absprachen im Hinblick auf den Fahrzeugtyp (Bezeichnung?) waren erforderlich.
- Probleme bei der Erstellung fahrtüchtiger Vehikel sollten selbständig in gemeinsamer Beratung gelöst werden.
- Möglichkeiten und Grenzen beim Umsetzen von spontanen Ideen und Idealvorstellungen sollten erkannt und von der Gruppe konstruktiv genutzt werden.
- In gemeinsamer Verantwortung sollte auf den korrekten Umgang mit den verschiedenen Geräten geachtet werden.
- Die Aufgabenverteilung beim Mitfahren, Lenken und In-Schwung-Bringen sollten möglichst konfliktfrei vereinbart werden.
Meine Rolle in dieser Phase war eher die des Beraters und Koordinators. Nur gelegentlich musste ich helfend eingreifen, um bei der gleichmäßigen Verteilung beliebter Materialien wie Autoschläuche oder Kastendeckel zu vermitteln. Es entwickelte sich eine intensive, aktionsreiche Bau- und Erprobungsphase, die in allen Gruppen nach einem bestimmten Schema verlief: Zunächst wurde abgesprochen, welche Art Fahrzeug entstehen sollte, ehe alle möglichen brauchbaren Materialien herangeschafft wurden. In jeder Gruppe zeigte sich bald eine Führungsperson, die versuchte, die Verwirklichung aller Ideen zu koordinieren. Insgesamt arbeiteten alle Teams erfolgreich, so dass abschließend die entstandenen Konstruktionen auf Fahrtauglichkeit überprüft und den anderen Kindern präsentiert werden konnten. Exemplarisch seien hier zwei Modelle genauer dargestellt:
Ein Schiff
Ein Schiff wurde mit einem Kastenteil auf zwei Rollbrettern hergestellt. Darauf stand ein umgedrehter kleiner Kasten; ausgestaltet wurde das ganze als Schiff mit Fahnenmast, Ausguck (Autoschlauch) und Fernrohr (Keule). Dieses Fahrzeug lief besonders problemlos, im Wechsel wurde gezogen.
Ein Zug mit Lokomotive und Wagen
Dieses Fahrzeug wurde aus Kastendeckel bzw. kleinen Kästen auf Rollbrettern hergestellt. Später wurden noch weitere Wagen angehängt. Es fiel jedoch auf, dass hier das Zugseil nicht angeknotet worden war, sondern vom Lokführer festgehalten wurde. Es fehlte am Kastenoberteil eine Befestigungsmöglichkeit. Dies funktionierte auch recht gut, wenn sich der Lokführer mit gestreckten Beinen innen gegen das Kastenende stemmte.
Die beschriebenen Konstrukte sind die Ergebnisse einer intensiven sachlichen Auseinandersetzung mit dem Problem, in gemeinschaftlicher Produktion ein funktionierendes Fahrzeug herzustellen. Da am Ende der Stunde kaum noch Zeit zur Verfügung stand, das gemeinsame Fahrerlebnis voll auszukosten, erhielten die Gruppen in einer der Folgestunden die Möglichkeit, ihr Fahrzeug noch einmal zusammenzubauen und ausgiebig zu erproben.
Literatur
Brodbeck, W.: Spielen und Bewegen mit dem Rollbrett, in: Zeitschrift sportpädagogik 9 (1985) 1
Hildebrandt, R.: Miteinander Rollbrett fahren, in: Zeitschrift sportpädagogik 21 (1997) 2
Liebisch, R.: Spiel- und Übungsformen mit dem Rollbrett, in: Weimann/Liebisch/ Breithecker: Tipps und Tops für eine ganzheitliche Bewegungsförderung im Grundschulalter, Mainz 1995
Passolt, M.: Der Rollbrett-Führerschein in: Zeitschrift sportpädagogik 14 m (1990) 4
Reinhard Jaschke
Hans-Christian-Andersen-Schule, Bielefeld-Sennestadt
Curriculumwerkstatt Detmold




