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Gestalten, Tanzen, Darstellen – Gymnastik/Tanz, Bewegungskünste

Die kleine Hexe“ im Schattenspiel

Vorbemerkung

Diese Bewegungsidee gibt Raum für kreatives Bewegungshandeln und für das Erleben von Selbstbestätigung und Gemeinschaft bei vielfältigen improvisatorischen und darstellerischen Bewegungsanlässen. Sich körperlich ausdrücken und Bewegungen gestalten ist die pädagogische Perspektive, unter der diese Bewegungsidee vorrangig einzuordnen ist. In diesem Zusammenhang geht es darum, Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers zu erproben und zu reflektieren. Kinder können mit der Bewegung spielen, sich über Bewegung ausdrücken und Bewegungsideen gestalten.

Das Medium Schattenspiel ermöglicht Kindern eine ungezwungen-spielerische Beschäftigung mit den Ausdrucksmöglichkeiten ihres Körpers. So ist dieses Bewegungsbeispiel den Aufgabenschwerpunkten ‘Durch Bewegung etwas mitteilen und darstellen’ sowie ‘Tänze erlernen und Bewegungsgestaltungen entwickeln, üben und präsentierten’ im Lehrplan zuzuordnen.

In einem weiteren Beitrag dieses Werkstattberichts stellt Anna Beuting (vgl. 2.6.2) die fachlichen Grundlagen zu Schattenspiel und Schattentheater vor. Sie verweist auch auf Möglichkeiten einer kindgerechten methodischen Einführung in die Arbeit mit Licht und Schatten, was der hier vorgestellten Bewegungsidee vorausgehen sollte. Darüber hinaus finden sich dort auch Hinweise zu weiteren Materialien und zum technischen Umgang.

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Darstellung dieser Bewegungsidee

Grundlegende Anmerkungen

Im Schattenspiel finden Kinder ein wertvolles Ausdrucksmedium, in dem sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und in unterschiedliche Rollen schlüpfen können. Sie können sich präsentieren, mit ihrem ganzkörperlichen Ausdruck spielen, ohne zu viel über ihre eigenen Person und Persönlichkeit verraten zu müssen. Es bedeutet eine Annäherung und ein 'Spiel' mit dem eigenen Ich, mit dem eigenen Körper und seinen Darstellungsmöglichkeiten. Berücksichtigt wird auch die kindliche Freude am 'Jemand-Andere(r)-Sein'.

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Einstieg in die Bewegungsidee

Mit der Geschichte von der kleinen Hexe (vgl. Otfried Preußler) initiiere ich eine Einstiegssituation, in die sich Kinder hineinversetzen können. Sie begeben sich damit in einen Prozess, innerhalb dessen sie selbst zu Akteuren der Handlung, zu Regisseuren und Handlungsträgern ihrer eigenen Hexengeschichte werden. Daher beschränke ich mich auf die Darstellung der 'Erwärmung für dieses Thema’ und die Idee der Initiierung des Handlungsprozesses.

Es geht also um die kleine Hexe, die nichts sehnlicher wünscht, als zu den großen und erfahrenen Hexen zu gehören. Obwohl sie unermüdlich übt, mag es ihr einfach nicht gelingen, das 'Kleine Hexeneinmaleins' zu beherrschen. Immer wieder zeigen ihre Hexenkünste sehr überraschende Ergebnisse. Gegen alle Regeln der großen Hexen und gegen den ausdrücklichen Rat ihres treuen Begleiters Abraxas, dem Raben, entschließt sie sich an der diesjährigen Walpurgisnacht auf dem Blocksberg teilzunehmen. In großer Aufregung reitet sie in dieser Nacht los.

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Die ersten Verwandlungen

Hier wird die Geschichte abgebrochen: Was wird geschehen? Wird sie mitfeiern können? Was wird geschehen, wenn die großen, alten Hexen sie entdecken? Die *Kinder werden aufgefordert, in die Rollen der kleinen Hexe oder der alten, großen Hexen zu schlüpfen. In Kleingruppen (3 - 4 Kinder) verwandeln sich die Kinder mit Hilfe des Materials (vgl. Materialsammlung) zu Hexen. Musik, die die gespannte, heimliche auch unheimliche Atmosphäre widerspiegelt, begleitet diese Verwandlungsphase. Fieberhaft und teils mit Liebe zum Detail werden die Kinder zu kleinen und großen Hexen.

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Erste Spielversuche

Zum Ende der Verwandlungsphase wird die Schattenbühne schon zur Verfügung gestellt. Jetzt können Kinder sich ihrer Wirkung bewusst werden. Sie fangen an mit ihrer Rolle zu spielen, sich in Positionen zu stellen, mit ihrem Körper zu spielen, ihre veränderten Erscheinungsweise wahrzunehmen. Mit dem Menschenschattenspiel sollten die Kinder, wie bereits am Anfang ausgeführt, aber bereits Erfahrungen gesammelt haben, damit sie mit diesem Medium der Darstellung vertraut sind.

Den Kindern sollte auf jeden Fall eine Gelegenheit eingeräumt werden, sich ihrer 'neuen Rolle als Schatten' (mit allen seinen ungewöhnlichen Perspektiven) bewusst zu werden und sich selbst den anderen Kindern vorzustellen. Dazu eignet sich als Organisationsform sehr gut ein 'Rundlauf': Die Kinder stehen im Kreis. Jeweils ein Kind befindet sich hinter dem Schattentuch und stellt sich vor, bevor das nächste im Kreis folgt.

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Spielaufgaben

Als neue, nun konkrete Aufgaben für die Arbeit in den Kleingruppen wird an die Kinder herangetragen, die Nacht auf dem Blocksberg zu spielen, dass heißt, die erzählte Geschichte in Bewegung fortzuführen:

Wie geht es der kleinen Hexe? Was passiert? Was machen die großen Hexen? Werden sie zornig sein?

Die Kinder müssen sich nun ihrer Rolle bewusst werden und zu entsprechenden Versuchen kommen, Szenen der weitergedachten Geschichte auszugestalten. Dabei nutzen sie die Möglichkeiten von Licht und Schatten. Über den Overheadprojektor, als Lichtquelle ist es möglich, mit buntem Transparentpapier Kulissen zu gestalten. (ein loderndes Feuer, den Hexenbesen, ...). Kulissen ermöglichen Orientierung, sind aber auch Anlass zur Entfaltung eigener Ideen der Kinder.

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Bewegungsqualität ausprägen, den Ausdruck verbessern

Die Kinder spielen dann ihre Geschichten, erproben unterschiedliche Möglichkeiten, einigen sich und stellen sie in einer zweiten Phase den anderen Gruppen vor. Diese Phase kann dazu genutzt werden, im gegenseitigen Austausch die Wirkungen der Darstellung zu besprechen und Anregungen für die weitere Ausprägung zu geben. Diese Gespräche sollten aber auch immer dem Austausch über Erfahrungen, Entdeckungen und Gefühle beinhalten. Nur unter diesen beiden Perspektiven gelangen die Kinder in einem immer wiederkehrenden Rhythmus von Erproben und Vorstellen zu einer Ausprägung der ‘Bewegungsqualität’ und zu einer Verbesserung des Ausdrucks.

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Fortführungen

Wenn die Kinder Interesse zeigen, ihre gefundenen Bewegungsideen anderen vorzuführen, kann nach Möglichkeiten einer Veröffentlichung im Rahmen von Elternabenden, Klassen- und Schulfesten gesucht werden.

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Material

Auszug der Geschichte 'Die kleine Hexe' von Ortfried Preußler 'In der Walpurgisnacht'

Zeitungspapier, Kreppklebeband, Kordel, Schere, Papprollen (aus dem nutzbaren Alltagsmaterial: Küchenrollen, Toilettenpapierrollen etc.), Schattenleinwand (auch aus großen Betttüchern selbst zu erstellen), Overheadprojektor als Lichtquelle, Buntes Transparentpapier zur Erstellung von Kulissen

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Musikbegleitung und –unterstützung

Henri Mancini: Pink Panther, Temptation: Bad Temptation,
Jan Gabaret: 'L'apocalypse des animaux'

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Reinhild Klager
Matthias-Claudius-Schule, Münster
Curriculumwerkstatt Münster