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Bewegen im Wasser - Schwimmen

Erkennen und Überwinden des Wasserwiderstandes

Vorbemerkung

Im Bewegungsraum Wasser können die Kinder die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten des Bewegens ins, im, unter, über und am Wasser erproben und unmittelbar u.a. den Kältereiz des Wassers, den Druck des Wassers, den Wasserwiderstand sowie die Wirkungen des Auftriebs erfahren. Im folgenden Praxisbeispiel wird der Aufgabenschwerpunkt verfolgt, sich mit dem Bewegungsraum Wasser vertraut zu machen und das Wasser als Spielraum zu nutzen. Dabei orientieren sich die Unterrichtsvorschläge an den Pädagogischen Perspektiven Die Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern‘ und Etwas wagen und verantworten. Indem die Kinder z.B. schwimmen und tauchen lernen, gewinnt für sie das Wasser eine weitere Bedeutung und sie erfahren Neues über sich selbst.

Im Bewegungsraum Wasser erleben Kinder vielfältige Situationen, die von ihnen als Wagnis empfunden werden. Dabei hängt es von den individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen ab, wo die Routine endet und das Wagnis beginnt. Das Wagnis verbindet sich auch mit Erfahrungen im Umgang mit der Angst. Im Sport läßt sich unter dieser Perspektive lernen, einerseits Angst zu überwinden, andererseits aber auch die verhaltensbegrenzende Funktion von Angst zu erkennen und zu seiner Angst zu stehen“ Es gilt dabei das gegenseitige Vertrauen (...) nicht nur zwischen Lehrkräften und Lernenden, sondern auch innerhalb der Lerngruppe zu fördern“.

In dem folgenden Praxisbeispiel ist es daher besonders wichtig, an den unterschiedlichen Vorerfahrungen der Kinder anzuknüpfen und für eine angstfreie Atmosphäre zu sorgen.

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Darstellung von Bewegungsideen

Beim freien Spielen mit unterschiedlichen Materialien machen sich die Kinder mit dem Bewegungsraum Wasser vertraut. Dabei sammeln sie vielfältige Bewegungserfahrungen, unter anderem auch Erfahrungen mit dem Wasserwiderstand. Deshalb sollte das freie Spielen nicht nur zu Stundenbeginn als eine Möglichkeit eingesetzt werden, dass Kinder ihren Bewegungsdrang abreagieren. Vielmehr müssen Kindern immer wieder Gelegenheiten eingeräumt werden, in Phasen des freien Spielens und Bewegens grundlegende Bewegungserfahrungen im Wasser zu sammeln.

Wasserwiderstand ist nur in der Bewegung erfahrbar. In dem Spiel Wer fürchtet sich vorm Wassermann?“ (Spielregel wie Schwarzer Mann“. Berührt gilt als gefangen. Variation: Es darf nur über Wasser abgeschlagen werden!) spüren die Kinder in der Fortbewegung von einer Beckenseite zur anderen den Wasserwiderstand. Der Unterschied zur Durchführung des Spiels an Land sollte thematisiert und somit den Kindern bewusst werden: Das Wasser hindert mich beim Vorwärtskommen!“ Ich bin nicht so schnell wie an Land!“ Daran schließen sich Überlegungen und konkrete Erprobungen an, wie man den Wasserwiderstand überwinden kann, um schneller voran zu kommen. Kinder erfahren zum Beispiel durch den Vergleich des Fortbewegens im Wasser mit und ohne Unterstützung durch die Arme, dass für ein schnelleres Fortbewegen der kräftigen Einsatz der Arme unerlässlich ist. Danach erproben sie andere Möglichkeiten.

Fangen im Schneeballsystem“ ist ein weiteres Spiel, bei dem Wasserwiderstand erfahren und thematisiert werden kann: Ein Fänger beginnt. Wer abgeschlagen ist, wird auch zum Fänger. Die Fänger sollten zur Kennzeichnung die Hand auf den Kopf halten (Organisationsform: im ganzen Becken). Bei diesem Fangspiel wird der Wasserwiderstand zum einen durch das sich bewegende Wasser (Kinder laufen hin und her) und durch den plötzlichen Richtungswechsel beim Ausweichen eines Fängers erfahren.

Die oben aufgeführten Bewegungserfahrungen können durch weitere Spielideen vertieft. Die Kinder sollen sich wie ein Auto, ein Schiff, ein Flugzeug, eine Eisenbahn, ... durchs Wasser bewegen. Oder sie verwandeln sich in ein Krokodil, einen Storch, einen Delfin, ... . Diese Bewegungsaufgaben können sie gemäß eigener Intention und ihrer individuellen Voraussetzungen erfüllen.

Eine zusätzliche Erweiterung der Bewegungserfahrungen stellt sich ein, wenn die Kinder Fortbewegungsmöglichkeiten mit einer Partnerin/einem Partner erfinden (zum Beispiel im Rahmen folgender Aufgabenstellung: Wie kannst du deine Partnerin/deinen Partner durchs Wasser schieben oder ziehen?). Die Vorschläge der Kinder werden vorgestellt und erprobt. Hierbei ist es besonders wichtig, dass sich die Kinder auf das Leistungsvermögen der Partnerin/des Partners einstellen.

Die Wirkungen des Wasserwiderstand erspürt man besonders gut dann, wenn das Wasser in Bewegung gerät. Mit der ganzen Gruppe kann ein Wasserstrudel“ erzeugt werden, indem alle Kinder im Becken in einer Richtung möglichst dicht an der Wand entlang gehen. Sie bemühen sich dabei, schnell zu gehen, fast ins Laufen zu kommen und erzeugen so eine kreisförmige Strömung, einen Strudel. Dieser Strudel ist ein idealer Tummelplatz zum weiteren Sammeln unterschiedlicher Bewegungserfahrungen:

  • Mit der Strömung kann ich schneller laufen.
  • Mit der Strömung kann ich mich wie ein Fisch durchs Wasser treiben lassen.
  • Gegen die Strömung kann ich nur sehr schwer vorwärts kommen.
  • ...

Auch in einem Wellenbad sind vielfältige Erfahrungen bezüglich des Wasserwiderstandes möglich. Wellen können auch erzeugt werden, wenn sich einige Kinder an einer Seite des Beckens aufstellen und an der Überlaufrinne festhalten. Dann drücken sich im gleichen Takt von der Wand ab und ziehen sich wieder heran. Dieses Abdrücken und Heranziehen wiederholt sich. Dadurch entstehen große Wellen im Lehrschwimmbecken, in denen die anderen Kinder herrlich spielen können.

Den Kindern bereitet es Freude, sich in eine Rollen hineinzuversetzen. Sie machen eingebunden in kindliche Bewegungsvorstellungen grundlegende Wahrnehmungserfahrungen im spezifischen Bewegungsraum Wasser. In verschiedenen Spiel- und Bewegungsformen erfahren sie den Wasserwiderstand. Von besonderer Bedeutung im Zusammenhang mit erfahrungsbezogenen Lernformen ist es, dass die Kinder die Möglichkeit erhalten, die hier gemachten Erfahrungen mitzuteilen und sich mit den anderen auszutauschen.

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Literatur

Durlach, F. J.: Erlebniswelt Wasser, Schorndorf 1992
Graumann D./Pflesser, W.: Zielgerichtete Wassergewöhnung, Celle 1994

 

Monika Wichert
Overbergschule, Hamm
Curriculumwerkstatt Arnsberg