Hochsprung schülergemäß - Leistungssituationen erfahren, verstehen und gestalten

Übersicht über das Vorhaben
 
Inhaltsbereiche
  • Laufen, Springen, Werfen - Leichtathletik
  • Ziele

    Die SuS sollen am Beispiel der Leichtathletikdisziplin "Hochsprung" individuelle Leistungssituationen erfahren. Dabei sind die Berücksichtigung individueller Voraussetzungen und der individuelle Leistungsfortschritt von größerer Bedeutung als die Orientierung an absoluten Leistungsnormen (vgl. MSWF NRW, 2001, S. 81-85). "Ausgehend von herkömmlichen absoluten Leistungsmessungen sollen in diesem Unterrichtsvorhaben Möglichkeiten relativer Leistungsmessung entwickelt und ausprobiert werden." (ebd., S. 87)

     
    Didaktische Überlegungen
     
    Stundenanzahl 3 Doppelstunden (bzw. 6 Einzelstunden)
    Pädagogische Perspektiven
  • Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen
  • Voraussetzungen Lehrer
    Voraussetzungen Schüler
    Räumliche Voraussetzungen
    Leistungsbeurteilung
    Tipps
     
    Eignung des Vorhabens
     
    Schulform Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule
    Schulstufe Klasse 7/8, Klasse 9/10
    AutorIn/AutorInnen
    Schemaübersicht
     
    1. Stunde
    (Doppelstunde)
    Vom experimentellen Hochspringen zur Hochsprungtechnik "Fosbury Flop"

    Die SuS sollen erste Hochsprungerfahrungen sammeln, indem sie anfangs eigene Sprungformen ausprobieren und anschließend eine methodische Reihe zum "Fosbury Flop" durchlaufen, um mit Hilfe der Technik zur individuell besseren Hochsprungleistungen zu gelangen. Sie sollen dabei Kriterien für hohe Sprünge und abschließend Regeln für einen Hochsprungwettkampf erarbeiten.

    2. Stunde
    (Doppelstunde)
    Die Problematik absoluter Hochsprungleistungen

    Die SuS sollen eine Wettkampfsituation unter absoluter Leistungsmessung erfahren, indem sie einen Hochsprungwettbewerb unter selbst erarbeiteten alltäglichen Bedingungen bzw. Regeln durchführen. Dabei sollen sie erkennen, dass Leistungen von individuellen zum Teil unveränderbaren Voraussetzungen abhängen und diese beim durchgeführten Wettkampf nicht berücksichtigt worden sind, so dass einige Schüler von Anfang an benachteiligt waren.

    3. Stunde
    (Doppelstunde)
    Hochsprungwettbewerbe relativ - individuellen Voraussetzungen in Wettkampfsituationen gerecht werden

    Die SuS sollen Wettkampfsituationen unter relativer Leistungsmessung entwickeln und erprobenm indem sie bisherige Gütekriterien, Bezugsnormen und/oder Wertungsvorschriften zu Gunsten einer gerechteren Leistungsmessung verändern. Dabei sollen sie erkennen, dass Leistungen auf sozialen Vereinbarungen beruhen und Veränderungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Der individuelle Leistungsfortschritt wird ebenfalls hervorgehoben.

    1. Doppelstunde - Stundenschema
     
    Einführung
    (5 Minuten)

    Begrüßung, Bekanntgabe des Themas/ Ziels, Erläuterungen des Ablaufs und Aufbaus

    Aufbauplan, Lageplan

    Aufwärmen
    (10 Minuten)

    10 Runden laufen;

    Springen an Langbänken:

    • Grätschstand, Bank zwischen den Beinen, Auf- und Niedersprünge in der Fortbewegung
    • Zickzacksprünge erst mit Zwischenhüpfer
    • Hockwende
    • Sprünge durch die Bankreihe

    Brücke (um Bogenspannung zu fühlen)

    6 Turnbänke im Abstand von 2m

    Aufbau
    (5-10 Minuten)

    Einteilung der SuS in zwei Gruppen

    jedem Schüler/ jeder Schülerin wird eine Aufgabe zum Stationsaufbau zugewiesen (reibungsloser Ablauf)

    6 Bänke, 4 Weichböden, 4 Hochsprungständer, 4 Badmintonständer, 20 kleine Turnmatten

    Hauptphase
    (45 Minuten)

    1. Experimentierphase (5 min.)

    Aufgabe: Einbeinig über die Zauberschnur springen (ohne weitere Vorgabe) - zur Bewegungserfahrungserweiterung; 2 Durchläufe an jeder Station

    Thematisierung von Laufwegen - zur Sicherheitsförderung

    Zwischenreflexion (5 min.)

    Thematisierung der Leistungskomponenten für hohe Sprünge (die Höhe des Sprungs ist abhängig von...)

    Erarbeitungsphase (35 min.)

    Umbau der Stationen zum Mattenberg, Entfernen der Zauberschnur, 

    Methodische Reihe zum Flop:

    • Impulskurve
    • 6 Schritt Anlauf
    • Laufwege
    • Klärung re/li Springer - Anlaufseite

    Aufgabe 1:  Anlaufen, einbeiniger Absprung, sitzend auf dem Mattenberg landen, Blickrichtung zu den Mitschülern

    Aufgabe 2: wie 1, Landung auf einem Bein, stehend

    Aufgabe 3: wie 2, anschließend Standflop

    Abbau der oberen zwei Matten an Station 1

    Aufgabe 4: Ausprobieren des Flops an beiden Stationen

    Zauberschnur

    Plakat, Eddings

    Lattenhöhe anfangs 1,20m

    homogene Gruppe an den Stationen bilden

    Abbau
    (5 Minuten)

    wie Aufbau

    Reflexionsphase
    (5-10 Minuten)

    Was ist mir aufgefallen?

    Wie könnte man einen Wettkampf organisieren?

    Wer ist der Beste/ die Beste? (z. B. wer am Höchsten springt, zwei Durchläufe bei jeder Höhe....)

    Ziel: Erarbeitung von Wettkampfbedingungen unter absoluter Leistungsmessung


    2. Doppelstunde - Stundenschema
     
    Einführung
    (10 Minuten)

    Begrüßung, kontrolle der Anwesenheit

    Thema der Stunde kurz erläutern:

    • Hochsprungwettkampf absolut: ermittlung des Springers, der am höchsten springt
    • Problematik: gleiche Chancen für alle Schüler?

    Wiederholung der erarbeiteten Wettkampfregeln:

    • Beginn bei der Höhe von 1,20m
    • pro Höhe drei Versuche
    • Erhöhung der Latte bis 1,40m um 5cm, danach um 3 cm
    • Technik: Flop

    Besprechung, ob ein beidbeiniger Absprung gewertet wird und wie die SuS behandelt werden, die die Einführung zum "Flop" nicht mitbekommen haben;

    Austeilen/Erläuterung der Wettkampfkarte

    Wiederholung der wichtigsten Elemente des "Flop":

    • Anlauf mit Impulskurve
    • Absprung mit dem mattenfernen Bein
    • vertikaler Abstoß/Schwungbeineinsatz
    • rückwärtige Lattenüberquerung und
    • Landung auf dem Rücken

    Ablauf: Aufwärmen, Aufbau, Wettkampf, Siegerehrung/ Abschlussbesprechung

    Die SuS, die aus dem Wettkampf ausgeschieden sind, bringen der Lehrkraft die ausgefüllte Karte und arbeiten an Station 2 selbständig an ihrer Technik weiter (gegenseitiges Beobachten und Korrigieren anhand der Bewegungsmerkmale des "Flops")

    Organisation: Sportzeugvergesser: Stangen auflegen und erhöhen, Matten zurechtschieben, beim Aufbau helfen (soweit gesundheitlich mögl.), kurze Wiederholung des Aufbaus, Lageplan beachten

    Sicherheit: erst springen, wenn die Matte frei ist, Laufwege

    Plakat

    Wettkampfkarte

    Aufbauplan

    Lageplan

    Erwärmung
    (10 Minuten)
    • Laufen,
    • Slalomlauf durch die Bänke,
    • Zickzacksprünge mit Zwischenhüpfer
    • Hockwenden an den Bänken
    • Sprünge durch die Bankreihen

    Kreisaufstellung:

    • Dehnübungen (insb. Waden- und Oberschenkelmuskulatur)
    • Kräftigungsübungen der Rumpfmuskulatur, zB. auf den Bauch legen, Arme und Beine anheben, ca. 10 sec. halten; auf den Bauch legen, auf Ellbogen und Füße abstützen, Hüfte anheben, ca. 10 sec. halten
    • Brücke

    6 Bänke im Abstand von 2m hintereinander

    Aufbau
    (5-10 Minuten)

    Einteilung der SuS in zwei möglichst homogene Gruppen (hinsichtlich der Sprunghöhe)

    Jede Gruppe baut eine Station auf, jedem Schüler wird eine Aufgabe zum Stationsaufbau zugewiesen

    6 Bänke, 4 Weichböden, zwei Hochsprungstangen, 4 Hochsprungsänder, 4 Badmintonständer, 20 kleine Turnmatten

    Hauptteil
    (ca. 35 Minuten)

    Einspringen für den Wettkampf, Korrektur der Technik durch die Lehrkraft - zwei Durchläufe, jeder Schüler springt an der Station, die er aufgebaut hat; Hütchen als Absprungmarkierung

    Die SuS führen den Wettkamof durch.

    Anfangs findet der Wettkamof an zwei Stationen statt. Sobald mehrere Schüler ausgeschieden sind, wird der Wettkampf an einer Station fortgesetzt, so dass die freie Station zum Üben zur Verfügung steht.

    Die Schüler, die am Wettkampf nicht mehr teilnehmen, üben die Technik des "Flop" und korrigieren sich dabei gegenseitig, indem sie auf die wichtigsten Bewegungsmerkmale des Flops achten.

    Inaktive Schüler legen die Stangen auf, erhöhen die Stangen und schieben die Matten zurecht.

    Notfallplan: Falls der Wettkamof länger dauert als erwartet, wird die Versuchsanzahl pro Höhe auf ein Mal reduziert, d.h. das Reißen der Latte führt zum sofortigen "Aus" für den entsprechenden Schüler

    Wettkampfkarte, Stifte

    Bildreihe mit Auflistung der wichtigsten Bewegungsmerkmalen des "Flop"

    Abbau
    (5 Minuten)

    wie Aufbau

    Reflexion
    (5-10 Minuten)

    Siegerehrung (Würdigung der Leistungen).

    evtl. Auffälligkeiten im Stundenverlauf bzw. Wettkampfes thematisieren.

    Bezug zu den erarbeiteten Voraussetzungen für hohe Sprünge aus der ersten Doppelstunde herstellen (Variable vs. feste Voraussetzungen), Thematisierung der Problematik absoluter Leistungsmessung.

    Überlegungen zur GEstaltung eines fairen Wettkampfs für alle (Hochsprung relativ): zB. Differenz von Körpergröße und Sprunghöhe, Gewicht multipiziert mit der Sprunghöhe, einen Qualifizierungswettkampf durchführen und anschließend zwei Wettkämpfe durchführen (unterschiedliche Leistungsklassen)

    Ehrenpreise, Plakat

    3. Doppelstunde - Stundenschema
     
    Einführung
    (10 Minuten)

    Begrüßung, Kontrolle der Anwesenheit, Thema/ Ziel der Stunde erläutern

    • gerechtere Wettkampfsituationen entwickeln
    • Ergebnisse / Platzierungen vergleichen

    Wiederholung der bereits genannten Ideen zu einer gerechteren
    Leistungsmessung für alle, evtl. Entwicklung weiterer Ideen, Gespräch
    über die Art der Umsetzung in die folgende Stunde,

    Exemplarisch werden im weiteren Verlauf die Ideen
    "Hochsprungleistung relativ  zur Körpergröße" und "zwei
    Wettkampfklassen" aufgegriffen 

    Absprachen:

    • Messung der Körpergröße (mithilfe eines Hochsprungständers und einem Buch); Eintragung in die Tabelle
    • die Sprunghöhen der zweiten Doppelstunde bestimmen die Wettkampfklasse
    • Festlegung der Wettkamofbedingungen der Leistungsklasse I
      (leistungsstärkere SuS) und Leistungsklasse II (leistungsschwächere SuS)

    Ablauf: Aufwärmen, Aufbau, Messung der Körpergröße, Wettkampf, Abbau, Siegerehrung / Abschlussbesprechung

    Wettkampfkarte wie in der zweiten Doppelstunde nach Ender des Wettkampfs zu Ende ausfüllen und abgeben, Eintragung der Werte in eine Tabelle

    "Organisation" und "Sicherheit" wie in der zweiten Doppelstunde

    Festlegung der Aufgaben der Nichtaktiven Schüler und "Sportzeugvergesser"

    Aufbauplan, Lageplan

    Tabelle (vgl. Dreiling & Dreiling, 2003, S. 63)

    Erwärmung
    (10 Minuten)
    1. Im Kreis um die Kästen und Reifen laufen
    2. Slalomlauf durch die Reifen und Kästen
    3. beidbeinig auf die Kästen drauf und runter springen, beidbeinig in die Reifen rein und wieder heraus springen
    4. über die Kästen drüber springen, mit großen Schritten durch die Reifen laufen / springen
    5. einbeinig auf die Kästen rauf und wieder runter springen, einbeinig in die Reifen rein und raus springen
    6. Beinwechsel, ansonsten wie 5

    Kreisaufstellung:

    • Dehnübungen (insb. Waden- und Oberschenkelmuskulatur)
    • Kräftigung der Rumpfmuskulatur

    4 Kästen (Abstand 2m)

    4-6 Reifen (Abstand 1,5m)

    ovalförmig auslegen

    Aufbau
    (5-10 Minuten)

    Einteilung der Gruppe nach Wettkampfklasse: jeder Schülerin / jedem Schüler wird eine Aufgabe zum Stationsaufbau zugewiesen

    6 Bänke, Weichböden, zwei Hochsprungstangen, 4 Hochsprungständer, 4 Badmintonständer, 20 kleine Turnmatten

    Hauptteil
    (ca. 35 Minuten)

    Die SuS messen ihre Körpergröße und tragen diese in die Tabelle ein.

    Die SuS, die ihre Körpergröße gemessen und eingetragen haben, starten das Einspringen für den Wettkampf.

    Korrektur der Technik durch die Lehrkraft

    Die SuS führen parallel die beiden Wettkämpfe durch und tragen die Werte in die Tabelle ein.

    Inaktive Schüler legen die Stangen auf, erhöhen die Stangen und schieben die Matten zurecht.

    Tabelle, Edding, Hochsprungständer, Buch

    Zwei Durchläufe. Jeder Schüler springt an der Station, die er mitaufgebaut hat.

    Hütchen als Absprungmarkierung

    Wettkampfkarte, Tabelle, Stifte

    Abbau
    (5 Minuten)

    wie Aufbau

    Reflexion
    (5-10 Minuten)

    Siegerehrung

    etl. Auffälligkeiten im Stundenverlauf bzw. des Wettkampfes thematisieren

    Rangfolge der relativen Leistungsmessung mit der Rangfolge der absoluten Leistungsmessung vergleichen

    individuellen Leistungsfortschritt oder evtl. auch Gründe für einen Leistungsabfall besprechen

    Tabelle