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Leistungskurs Sport

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Stichwort: "Kursprofil"

Die folgende Beschreibung orientiert sich an einem Beitrag aus dem Band 7 der "Werkstattberichte Curriculumrevision im Schulsport" (LP, 16f), die im Zuge der Lehrplanrevision vor einigen Jahren vom Landesinstitut für Schule in Soest herausgegeben worden ist. Unter dem Titel "Umsetzungshilfen zum neuen Lehrplan Sport" finden sich dort auch heute immer noch lesenswerte Beiträge aus der Praxis für die Praxis, die für die Arbeit in den Oberstufenkursen Sport viele praktische und konzeptionelle Hilfen geben.

Was ist ein Kursprofil?

Im Lehrplan heißt es:

"Während in der Jahrgangsstufe 11 alle Pädagogischen Perspektiven gleichrangig den intentionalen Rahmen für den Unterricht bestimmen, werden in der Qualifikationsphase einzelne Perspektiven hervorgehoben, die den Kurs besonders prägen. Auch die Lerninhalte erhalten einen oberstufenspezifischen Zuschnitt. Aus der Vielzahl der Inhaltsbereiche für den Schulsport ist für den jeweiligen Kurs eine Auswahl zu treffen, die eine vertiefende Behandlung ermöglicht. Die Akzentuierung bestimmter pädagogischer Perspektiven und die Konzentration auf ausgesuchte Bewegungsfelder und Sportbereiche führt in der gymnasialen Oberstufe zu jeweils spezifischen, unterschiedlichen Kursprofilen ." (LP, 7f)

"In der Qualifikationsphase erhalten die Sportkurse durch die Akzentuierung bestimmter Pädagogischer Perspektiven und die Konzentration auf ausgewählte Bewegungsfelder und Sportbereiche ein intentional und inhaltlich akzentuiertes Profil." (LP, 24)

"Auch in der Qualifikationsphase sind alle Pädagogischen Perspektiven zu berücksichtigen, allerdings treten mindestens zwei von ihnen akzentsetzend in den Vordergrund. Sie sind in jedem Kurshalbjahr verbindlich zu berücksichtigen und geben dem jeweiligen Sportkurs sein spezifisches Profil auf intentionaler Ebene." (LP, 24)

"In der Qualifikationsphase sind für jeden Grund und Leistungskurs mindestens zwei profilbildende Bewegungsfelder und Sportbereiche festzulegen. Diese Bewegungsfelder und Sportbereiche sind in der Qualifikationsphase in jedem Kurshalbjahr zu berücksichtigen und geben dem jeweiligen Sportkurs sein spezifisches Profil auf inhaltlicher Ebene." (LP, 24f)

Ein Kursprofil informiert demnach in der Verknüpfung von allgemeinen Zielen der gymnasialen Oberstufe unter bestimmten Pädagogischen Perspektiven mit ausgewählten Bewegungsfeldern und Sportbereichen über das, was in dem jeweiligen Kurs während der Qualifikationsphase gelernt werden soll. Auf einem konkreteren Niveau als der Lehrplan und unter Berücksichtigung schulspezifischer Rahmenbedingungen nennt und erläutert ein Kursprofil die für einen Kurs schwerpunktmäßig relevanten Intentionen.

Welche Funktion wird den Kursprofilen zugeschrieben?

Funktionen der Bildung von Kursprofilen sind:

Kursprofile sollen eine ausreichende "Ausrichtung an der pädagogischen Leitidee des Schulsports (sichern), indem einerseits entwicklungswirksame Erfahrungen und Erkenntnisse vermittelt und andererseits ausgewählte Bereiche der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur erschlossen werden" (LP, 8). In der didaktischen Verbindung von Unterrichtsgegenständen mit den jeweils im Vordergrund stehenden Pädagogischen Perspektiven soll

  • sowohl der Erziehungs- als auch der Bildungsauftrag des Faches gesichert werden,
  • Sport in seiner gegebenen Vielfalt in einer Weise erfahrbar gemacht werden, die auch eine vertiefende Behandlung ermöglicht und
  • das Lernen im Fach Sport in den drei vorgegebenen Lernbereichen angemessene Berücksichtigung finden.

Kursprofile sollen

  • zusammen mit den aus dem Kursprofil entwickelten konkreten Unterrichtsvorhaben eine Grundlage für die Umrissplanung in der Qualifikationsphase bilden.
  • die Kontinuität von Sportkursen in der Sek. II innerhalb einer Schule sichern.
  • eine angemessenen Berücksichtigung von Schülerinteressen möglich machen. Das wird insbesondere da möglich sein, wo die Schülerinnen und Schüler schon bei der Profilbildung mitbestimmen können.

Wer gestaltet die Kursprofile?

Im Lehrplan heißt es:

"Die Fachkonferenz berät und entscheidet auf der Grundlage des Standortlehrplans der Schule darüber, welche Bewegungsfelder und Sportbereiche für den Kursunterricht in der gymnasialen Oberstufe als profilbildende Inhaltsbereiche ausgewählt werden können" (LP, 90).

Dabei sind vergleichbare Rahmenbedingungen zu sichern, Konsens über fachliche Anforderungen herzustellen und Festlegungen zu treffen, dass wiederholende Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 13 die Kurse in die Gesamtqualifikation einbringen können, d.h. dass sich für sie keine inhaltsgleichen Kurse ergeben.

"Die Einrichtung der Sportkurse in der Jahrgangsstufe 11 erfolgt auf der Grundlage der Absprachen in der Fachkonferenz im Rahmen der schulorganisatorischen Bedingungen. Die Fachkonferenz der einzelnen Schule entscheidet in Absprache mit der Schulleitung für die Qualifikationsphase, in welcher Weise sie die Schülerinnen und Schüler bei der Einrichtung der Sportkurse beteiligt. Denkbar sind folgende Möglichkeiten:

  • Die in der Jahrgangsstufe 11 eingerichteten Kurse werden weitergeführt.
  • Die Schülerinnen und Schüler werden aufgrund schulorganisatorischer Vorgaben einzelnen Kursen zugeordnet.
  • Den Schülerinnen und Schülern wird eine Wahl zwischen Kursen mit unterschiedlichen Kursprofilen ermöglicht." (LP, 38)

In jedem Fall legt die Lehrkraft unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler die Konkretisierung des jeweiligen Kursprofils als geplante Folge von Unterrichtsvorhaben zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 in einer Umrissplanung fest, die im Kursverlauf nur begründet verändert werden kann." (LP, 38)

Ein Kursprofil kann dann sinnvoll festgelegt werden, wenn es sich in einem vom Fachlehrer wie den Schülerinnen und Schülern gemeinsam getragenen Prozess im Unterricht der Oberstufe (Ende der Jahrgangsstufe 11 oder Beginn der Jahrgangsstufe 12) entwickeln kann. Bezüglich einer individuell reflektierten und begründeten Kurswahl durch die Schülerinnen und Schüler sollte sich der Lehrer darauf beschränken, den Schülern seine eigenen didaktischen Vorstellungen im Blick auf den zukünftigen Unterricht in der Sek. II transparent zu machen. Ein solcher Überblick kann auch auf inhaltliche Schwerpunkte und pädagogische Intentionen verweisen. Eine gemeinsame Erarbeitung eines Kursprofils zu Beginn der Qualifikationsphase ist eine gute Möglichkeit, Schülerinteressen sowie fachliche und pädagogische Intentionen der Lehrkraft im Rahmen der Vorgaben der Richtlinien miteinander abzustimmen und in Einklang zu bringen. Zudem wird so dem Gebot der Schülerorientierung gefolgt und die "Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an der Auswahl der Unterrichtsinhalte räumt nicht nur Mitbestimmung und damit auch Mitverantwortung ein, sondern fördert auch das bewusste Lernen und sichert eine zunehmende Selbstständigkeit" (LP, 30).

Anmerkungen zur Entwicklung und Darstellung eines Kursprofils

Es empfiehlt sich eine knappe Beschreibung der pädagogischen Intentionen, der inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und der entscheidungsrelevanten Interessen und Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler und eine kurze Darstellung, wie diesen Faktoren im Kursverlauf entsprochen werden soll.

Kursprofile kann man unter einem schlagwortartigen Titel nicht sachgerecht zusammenfassenden. Ein derart formuliertes Kursprofil erhält lediglich formalen Charakter und ist damit unfunktional. Themenähnliche Formulierungen können den Funktionen eines Kursprofils nur mit erheblichen Einschränkungen entsprechen. Informativ ist demgegenüber eine Darstellung auf etwa einer DIN A4 Seite ähnlich der Vorlage im Lehrplan (vgl. LP, 48f), aus der eine inhaltliche und intentionale Konzeption deutlich wird. Ein solches Kursprofil kann dann wie im Lehrplanbeispiel (LP, 50 ff) durch aufeinander folgende Unterrichtsvorhaben als Prozessplanung einer Unterrichtssequenz entfaltet werden, die jederzeit abgerufen und eingesehen werden kann, z.B. durch die Fachkonferenz, den Schulleiter bzw. die übergeordnete Behörde.