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Leistungskurs Sport

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Aus welchen Beweggründen treiben Menschen Sport, und wodurch wird sportlicher Einsatz gefördert oder gehemmt?

Ein Beispiel aus der Unterrichtspraxis zu motivationspsychologischen Fragen des Sporttreibens

Impulsgeber für den Einstieg in die Thematik kann ein "theoretisch" vorgegebener Problemfall sein. Denkbar sind aber auch Fragen, die sich unmittelbar beim eigenen Sporttreiben im Unterricht stellen und als Ausgangspunkt für eine vertiefende theoretische Problembehandlung dienen können. Die Frageanlässe sind hierbei vielfältig. Sie sind nicht allein auf den Leistungsaspekt beschränkt, sondern beziehen alle sechs Pädagogischen Perspektiven ein. Um dieses zu verdeutlichen sowie auch zum Zwecke einer besseren Übersichtlichkeit ist die folgende Zusammenstellung nach Perspektiven geordnet.

Solche Frageanlässe können sein:

Unter der Perspektive "Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern":

  • Lässt sich die Lust auf Sport und Bewegung durch eine verbesserte körperliche Wahrnehmungsfähigkeit steigern?
  • Inwieweit verändern sich meine körperliche Befindlichkeit und Wahrnehmung, wenn unterschiedliche Motive meinem Sporttreiben zugrunde liegen (Leistung - Abenteuer - Spiel und Geselligkeit u.a.)
  • Wie empfinde ich/reagiere ich auf Erfolg bzw. Misserfolg?

Unter Perspektive "Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten":

  • Wie lassen sich unterschiedliche Motivationszustände (und Stimmungen) aus Mimik, Gestik, Bewegung, Körperhaltung ablesen?
  • Sich zu präsentieren, insbesondere die Präsentation von Gestaltungsleistungen (Tanz, Pantomime u.a.) erfordert in besonderem Maße personale Sicherheit und das Überwinden von Scheu. Wie lässt sich das motivationspsychologisch erklären und beeinflussen?

Unter Perspektive "Etwas Wagen und verantworten":

  • Risiko, Wagnis, Herausforderung können einen hohen Anreiz ausüben, können aber auch hemmen. Wie lässt sich ihr Anreizcharakter in verschiedenen Sportbereichen (Schule, Freizeit) und in verschiedenen Sportarten nutzen, um die Freude an sportlichen Aktivitäten und die Bereitschaft zum Sporttreiben anzuregen?
  • Welche Bedeutung haben Selbstwertgefühl, Risikobewusstsein und Verantwortungsgefühl für die Ausprägung von Motiven und von Motivation im Sport?

Unter Perspektive "Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen":

  • Aus welchen Motiven treiben Menschen überhaupt Sport?
  • Beharrliches Hinarbeiten auf ein Ziel ist eine wesentliche Grundlage für Erfolg, auch im Sport. Wie lassen sich motivationspsychologische Erkenntnisse zur Verbesserung der Leistung (bei sich selbst und bei anderen) nutzen?
    a) langfristig, beim Lernen, Üben und Trainieren
    b) in einer aktuellen Leistungssituation (Wettkampf, Prüfung)

Unter Perspektive "Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen":

  • Miteinander und Gegeneinander sind wesentliche Handlungsantriebe im Sport. Welche Motivstrukturen und Motivationsmechanismen stecken dahinter. Welche Störungen können hier auftreten?
  • Wie lässt sich das Leistungsmotiv in leistungs- und interessenheterogenen Gruppen anregen?
  • Wie wirken sich Gruppenkonflikte auf die Leistungsfähigkeit von Mannschaften aus?

Unter Perspektive "Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln":

  • Welche Bedeutung hat das Gesundheitsbewusstsein als Motiv für sportliche Aktivitäten in verschiedenen Altersgruppen?
  • Wie lässt sich (in der Schule) die Bereitschaft zu lebenslangem Sporttreiben fördern?
  • Welche (ambivalenten) Einflüsse hat das Leistungsmotiv im Sport unter gesundheitlicher Perspektive?

Ausgehend von einer dieser Fragen kann man in das Unterrichtsvorhaben einsteigen, die Problemstellung entfalten und mit Hilfe verschiedener Methoden der Informationsbeschaffung und Erkenntnisgewinnung sowie unter Einbeziehen vorliegender fachwissenschaftlicher Erkenntnisse nach Lösungen suchen. Die Ergebnisse dieser "theoretischen" Unterrichtsarbeit lassen sich oft langfristig in die sportliche Praxis einbinden. Die gewonnen Erkenntnisse lassen sie sich bei passender Gelegenheit nicht nur immer wieder anwenden, um sporttypische Sachzusammenhänge differenzierter zu verstehen, sondern auch um die Qualität des (eigenen) sportlichen Handelns - unter den verschiedenen Perspektiven - zu optimieren.