Schulsportentwicklung
Unterrichtsbausteine zum „Springen in der Leichtathletik“
Beispiele aus der Unterrichtspraxis zur mehrperspektivischen Behandlung eines Gegenstandsbereichs sportlichen Handelns
Abweichend von der in den Praxisbeispielen über geschlossenen Unterrichtsvorhaben üblichen Darstellung werden hier Beispiele für Unterrichtsbausteine unterschiedlichen Umfangs aufgelistet, mit denen dem übergreifende Lernauftrag (s. Rubrik "Lernauftrag" ) nachgegangen werden kann.
Der in den Unterrichtsbausteinen vorwiegend aufgegriffene Gegenstand "Hochsprung" steht hier exemplarisch für eine langfristig angelegte inhaltliche Behandlung. Problemlos kann es in der Regel auch um andere Formen des Springens gehen.
Hinweise zur Darstellungsweise in dieser tabellarischen Auflistungen s. u.
Den Leistungsstand im Hochsprung mit Blick auf das Abitur verbessern
Es steht die Auseinandersetzung mit Leistungsoptimierung im Vordergrund, d.h. es erfolgt eine verstärkte Ausrichtung an der Pädagogischen Perspektive D.
| Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie sieht mein Leistungsstand bezüglich des Flops aus? Welche Möglichkeiten der technischen Weiterentwicklung ergeben sich bei mir? Welche Alternativen des Hochspringens bieten sich? Welche konditionellen Merkmale gilt es zu verbessern? Wie könnte mein Übungs- bzw. Trainingsprogramm aussehen? Welche Veränderungen zeigen sich nach dem von mir durchgeführten Übungs- bzw. Trainingsprozess? |
Aufarbeitung der Bewegungsvorstellung anhand von Unterlagen aus vorangegangenem Unterricht Ist-Stand-Analyse bzgl. Technik und konditioneller Merkmale Auswertung der Erhebungsdaten Verifizierung der Entscheidung für einen Sprungstil Planung und Durchführung eines Übungs- bzw. Trainingsprogramms Partnerkorrektur, u.U. durch Medien unterstützt vergleichende Auswertung der Entwicklung von Bewegungsqualität und Leistungsniveau |
Den Bewegungsablauf des Hochspringens verstehen
Die Unterrichtsarbeit verbleibt durchgängig im Lernbereich II/1 und ist an der Pädagogischen Perspektive A ausgerichtet.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie sieht der Bewegungsablauf des Flops aus? Welche Bewegungsunterschiede und Verwandtschaften gibt es zu anderen Sprungstilen? Welche physikalischen, anatomischen und physiologischen Bedingungen bestimmen das Hochspringen? |
Analyse von Videoaufnahmen von Spitzenspringern Recherche im Internet zum Hochsprung Einbringen der Fachkompetenz von Kursmitgliedern aus den Fachbereichen Physik und Biologie |
Die Hochsprungtechnik unter Einbezug unterschiedlicher Hilfsmittel verbessern
Es wird versucht, über eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Bewegungsablauf zu einer Leistungsoptimierung zu gelangen. Somit ergibt sich eine verstärkte Ausrichtung an der Pädagogischen Perspektive A; vertieft durch Kenntnisse aus dem Lernbereich II/1.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Welche Möglichkeiten ergeben sich zur Bestimmung meines Leistungsniveaus? Welche Verfahrensweisen zur Auswertung stehen mir zur Verfügung? Wie sieht mein momentanes technisches Leistungsniveau aus? Welche Aufgabenstellungen sollten die Technikschulung bestimmen? Wie hat sich der technische Leistungsstand verändert? Bedingen konditionelle Defizite die technische Leistungsfähigkeit? Welche Schwerpunkte gilt es zu setzen? Welche Defizite sind systematisch auszugleichen |
Erprobung von unterschiedlichen Methoden zur Selbst- und Fremdbeobachtung Entwicklung und Anwendung eines Fehlerbeobachtungsbogens subjektive und objektive Auswertung der Erhebungsdaten Entwurf von Übungsprogrammen Einsatz unterschiedlicher Verfahren der Selbstkontrolle und Selbstkorrektur Reflexion von Arbeitsergebnissen und Entwicklung von Trainingsalternativen |
Unterschiede bei den verschieden Möglichkeiten des Hochspringens erkennen und für sich nutzen
Es steht die Zielsetzung im Vordergrund, verwandte Bewegungsformen zu erproben, um evtl. zu einer neuen Bewegungsentscheidung zu gelangen. Für einzelne Schüler bestehen im Lernbereich I Bezüge zur Pädagogischen Perspektive C; aber insgesamt ergibt sich eine verstärkte Ausrichtung an Kenntnissen aus dem Lernbereich II/1.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Welche unterschiedlichen Sprungstile gibt es? Worin liegen die Gründe der Technikentwicklung bzw. -veränderung? Welche Relevanz haben die unterschiedlichen Sprungstile für meine persönliche Leistungsvorbereitung auf die praktische Abiturprüfung? Welche Bewegungsstrukturen weisen die unterschiedlichen Stile auf und in welcher Beziehung stehen sie zu meinen motorischen Voraussetzungen? Sind Weiterentwicklungen im Hochsprung für mich denkbar? |
Austausch von verschiedenen Sprungerfahrungen der Kursmitglieder über praktische (z.B. Demonstration) oder theoretische (z.B. Kartenabfrage) Methoden Recherche zu gängigen Sprungstilen und Fehlentwicklungen Erprobung und Bewertung unterschiedlicher Sprungformen für den Einzelnen |
Wettkampfleistungen planen können
Es sollen im Theorieunterricht gewonnene Kenntnisse und Arbeitsergebnisse in durch die Pädagogische Perspektive D bestimmte Praxisphasen verifiziert werden. Die notwendigen methodischen Maßnahmen (Lernbereich III) können auch die Pädagogische Perspektive E zeitweise ins Blickfeld rücken.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie periodisiert ein Spitzensportler seine Wettkampfsaison? Welche Bedingungen unterscheiden einen Kursschüler mit Blick auf die Abiturprüfung hiervon? Wie könnte meine "Saison"-Planung bis zum Abitur aussehen? Wie wirkt sich die Durchführung eines Wettkampfes nach offiziellem Reglement auf mich aus? Wie läuft eine Abiturprüfung ab? |
Recherche in verschieden Medien Trainingsplanung auf dem Hintergrund verschiedener Vorgaben Simulation von Situationen |
Die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen im Rahmen des Springens in der Leichtathletik erweitern
Es sollen über das Arbeiten in Kleingruppen Kenntnisse für methodisches Handeln geschärft und das selbstständige Arbeiten gefördert werden: Die Kursmitglieder werden über bewusste Wahrnehmung (Pädagogische Perspektive A) zu einem gemeinschaftlichen Arbeiten im Sinne der Pädagogischen Perspektive E geführt.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie kann man durch Selbstwahrnehmung und Fremdbeobachtung das Lernen einer Sprungbewegung unterstützen? Wie unterscheiden sich Lernprogramme von anderen Lernwegen? Wie reagiere ich auf die Vorgaben eines Lernprogramms? Ergeben sich Vor- bzw. Nachteile im Vergleich zu Erfahrungen mit anderen Lernwegen? |
Erprobung und Bewertung von Bewegungserfahrungen gemeinschaftliches Erarbeiten von Lernschritten Erprobung und Evaluation eines vorgegebenen Lernprogramms |
Aus Individualdisziplinen motivierende Gruppenwettbewerbe entwickeln
Es wird versucht, aus Individualdisziplinen ein Gruppenerlebnis zu schaffen, um hierüber zu einem anderen Verständnis des Leistungsgedanken zu gelangen: Aufbauend auf den Lernbereich II/2 werden in der praktischen Umsetzung die Pädagogischen Perspektiven E und D betont.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Welche Sprungformen kennen wir? Gibt es andere Möglichkeiten des Hochspringens, wenn das Regelwerk verändert wird? Wie lassen sich auf dieser Grundlage Gruppenwettbewerbe entwickeln? Wie sind die neuen Wettbewerbe zu bewerten? |
Austausch von verschiedenen Sprungerfahrungen der Kursmitglieder über praktische (z.B. Demonstration) oder theoretische (z.B. Kartenabfrage) Methoden Diskussion zur Bewertung von Schülerbeiträgen Entwicklung und Anwendung von BewertungsmaßstäbenErarbeitung von Konzeptionen in Kleingruppen Evaluation von Erprobungsphasen Erprobung von Arbeitsergebnissen bei anderen Lerngruppen Verifizierung von Arbeitsergebnissen auf dem Hintergrund eines Erfahrungsspektrums |
Hochspringen als ein Wagnis erleben
Es werden über das Hochspringen innerlich (psychisch) und äußerlich (physisch) auftretende Probleme thematisiert: Orientierungspunkte sind im Lernbereich I daher die Pädagogischen Perspektiven C und F. Hieraus erwachsen Arbeitsschwerpunkte, die zu den Lernbereichen II und III gehören.
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie fühle ich mich bei verschiedenen, aber bekannten Sprungstilen? Wie könnte ich sie verändern, um mein "Sprungerlebnis" zu verstärken? Welche Risiken bin ich bereit einzugehen? Wie reagiere ich auf Rückwärtssprünge mit großer Fallhöhe? Welche Verletzungen können beim Hochsprung auftreten? Welche Verletzungen können bei anderen leichtathletischen Sprüngen auftreten? Wie kann Verletzungsprophylaxe betrieben werden? |
Entwicklung und Einsatz eines Bewertungsbogens zur Erfassung von psychischen Dispositionen Auswertung von Erhebungsergebnissen Auswertung von auf Fotos oder Videoaufnahmen dokumentierten Unterrichtsphasen |
Den Stellenwert der leichtathletischen Sprünge im schulsportlichen Wettkampfwesen einordnen können
Eine im Unterricht intensiv behandelte Bewegungsform wird in einen größeren Zusammenhang gestellt, wobei praktische Erfahrungen (Lernbereich I), hierauf bezogene Kenntnisse (Lernbereich II/1) sowie im Unterricht erworbene Methodenkompetenz (Lernbereich III) zusammengeführt werden
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Gegenstände des Unterrichts |
Mögliche Arbeitsschritte und Methoden |
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Wie sieht das schulsportliche Wettkampfwesen in NRW aus? Welche Wettbewerbe greifen das Spektrum der leichtathletischen Sprünge auf? Welchen Stellenwert haben die einzelnen Sprungdisziplinen in diesen Wettbewerben? Wie sieht der Vergleich zur Unterrichtspraxis aus? |
Auswertung von vorgegebenen Materialien nach einem vorgegebenen methodischen Konzept (z.B. in den Schritten: Beschaffung, Sichtung, Bewertung) Fragebogenaktion zum Hochsprung im Schulsportunterricht |
Die Skizzierung des Unterrichts erfolgt nach folgenden Vorgaben:
- Die Fragen der ersten Spalte weisen sowohl auf motorische wie auf kognitive Prozesse hin, so dass Inhalte aus den Bereichen I und II zum Gegenstand werden.
- Verfahrensweisen aus dem Bereich III finden sich in der zweiten Spalte, soweit sie nicht selbst Gegenstand des Unterrichts sind. Sie sind vor allem als Anregung zu verstehen, die Gegenstände aus den Bereichen I und II methodisch vielfältig und schülerorientiert im Sinne wissenschaftspropädeutischen Arbeitens zu entwickeln. In das Vorhaben einbezogene Arbeitsformen und Methoden müssen natürlich bekannt bzw. gründlich erarbeitet - also selbst einmal Unterrichtsgegenstand gewesen - sein, um sie reflektiert und effektiv einsetzen zu können.
- In der zweiten Spalte wird v. a. auf Möglichkeiten hingewiesen, selbstständiges Arbeiten anzuregen und einzufordern. Bewährte lehrergeleitete Verfahrensweisen (Lehrervortrag, gebundenes Unterrichtsgespräch u. ä.) werden in der Regel nicht eigens aufgeführt.






