Schulsportentwicklung
Mentales Training auf dem Prüfstand
Ein Beispiel aus der Unterrichtspraxis, in dem ein methodischer Aspekt ins Zentrum des Interesses rückt
Um im Bereich des mentalen Trainings kompetent agieren zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler differenzierte fachliche Kenntnisse erwerben. Das kann anhand der entsprechenden Fachliteratur (Weineck, Porter/Foster, Langen u.a.) nur rezeptiv geschehen, während die unmittelbare leibliche Auseinandersetzung mit psychoregulativen Maßnahmen sie zusätzlich befähigt, die Wirkmechanismen des mentalen Trainings auch aus der Eigenwahrnehmung kennen zu lernen. Indem sie ihren Körper unter experimentellen Bedingungen in für sie neuen Situationen erleben, lernen sie, die hier implizierten Vorgänge in den unmittelbaren Lernprozess einzuordnen.
Die Effizienz des mentalen Trainings lässt sich in Form eines Experiments erproben. Dabei gelangen die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer zu vertieften Einsichten in Formen und Methoden wissenschaftspropädeutischen Arbeitens. Von der Hypothesenbildung über die Durchführung (Pretest, Eingangstest, Gruppenbildung, Testprotokoll, Durchführung, Ausgangstest) bis zur Auswertung des Experiments (Verifizierung, Falsifizierung, Mittelwertvergleich, Signifikanzen) werden sie mit einer grundlegenden Form der Erkenntnisgewinnung konfrontiert. Das eigene Erleben in nachvollziehbarem Theorie-Praxis-Bezug und das Gewinnen von Daten aus dem eigenen Handeln heraus ist in besonderer Weise als motivierend anzusehen.
Letztlich orientiert sich der Erfolg des Unterrichtsvorhabens nicht daran, ob die mental und praktisch trainierende Gruppe im Abschlusstest erfolgreicher als die rein praktisch trainierende Gruppe abgeschnitten hat. Das Gelingen zeigt sich vor allem darin, inwieweit sich die vorab gesetzten Ziele des Unterrichts im Verlauf des Unterrichtsvorhabens haben realisieren lassen. Entscheidend sind daher die Entwicklung eines kritischen Wissenschaftsverständnisses bei den Schülerinnen und Schülern und die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeit, wissenschaftspropädeutisch arbeiten zu können.





