Schulsportentwicklung
Anpassungsprozesse des Körpers verstehen und trainieren lernen
Ein Beispiel aus der Unterrichtspraxis zu einem langfristig angestrebten Lernergebnis
Welcher "Lernauftrag" prägt die unterrichtliche Inszenierung dieses Themas?
Die Schülerinnen und Schüler eines Sportleistungskurses müssen sich weitgehend selbstständig auf entsprechende sportliche Leistungen in der praktischen Abschlussprüfung im Abitur vorbereiten - und das möglichst kompetent, langfristig und kontinuierlich. Einem der zentralen Lernaufträge, nämlich
- Vielfältige, individuell angemessene Herausforderungen annehmen, Leistungen vollbringen und verbessern, auf ein individuelles Leistungsoptimum hinarbeiten
kommt daher im Leistungskurs eine besondere Bedeutung zu. Diese Zielsetzung verpflichtet gleichsam zu einer Abfolge von entsprechenden Unterrichtsvorhaben, die sich über wesentliche Abschnitte in der Qualifikationsphase erstreckt und zwar nicht allein unter der Pädagogischen Perspektive "Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen".
Zu der möglichen Sorge, ein solcher wesentlich auf die konditionelle Verbesserung sowie auf technische und taktische Fertigkeiten ausgerichteter langfristiger Lernauftrag könnte die Qualifikationsphase zu stark dominieren, sei angemerkt, dass alle Unterrichtsbausteine vom Lehrer in ihrer Quantität und Schwerpunktsetzung gesteuert werden können:
- Ein Unterrichtsvorhaben, in dem z.B. das Krafttraining in Zentrum steht, wird sehr stark davon geprägt sein, unter welcher Pädagogischen Perspektive es realisiert werden soll. Es wird davon abhängen, ob der Unterricht mit dem vornehmlichen Blick auf die Leistungssteigerung, unter dem Aspekt des körperlichen Befindens oder unter einer gesundheitsorientierter Zielsetzung inszeniert wird.
- Eine andere Schwerpunktsetzung könnte zu einem Unterrichtsvorhaben führen, bei der es um die Verbesserung der Spielfähigkeit geht und in diesem Zusammenhang Bezüge zur Kondition im Sportspiel geknüpft werden ("Welche Rolle spielt die Physis im Sportspiel?").
- Denkbar erscheint auch eine zeitweilige Arbeit in unterschiedlichen Gruppen, in denen unterschiedliche Trainingsmethoden miteinander verglichen werden. Dabei muss nicht nur die Athletik im Blick sein, sondern es können auch beispielsweise Technikaspekte oder Anpassungen durch mentales Training berücksichtigt werden, wie etwa im Praxisbeispiel "Mentales Training auf dem Prüfstand" (s. dort).
- Neben den Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Schülerinnen und Schüler im reinen athletischen Bereich erwerben, erfahren sie zudem als eine Lerngruppe mit gleicher Zielsetzung, dass sie füreinander Verantwortung übernehmen müssen. Planung, Organisation, Durchführung und Reflexion von Übungs- und Trainingsprozessen für die Abiturprüfung lässt sich - zumindest in Teilen - nur in einem Miteinander der Prüflinge optimieren.






