Schulsportentwicklung
Klausuren als Vorbereitung auf die Abiturprüfung
Am Ende der Schullaufbahn ist in der Abiturklausur eine systematische und komplexe Auseinandersetzung mit einer Aufgabe gefordert, in der die Prüflinge den Nachweis einer vertieften Beherrschung der fachlichen Methoden sowie eine reflektierte Einordnung der Fragestellung in größere Zusammenhänge (LP, 78) erbringen sollen. Die Aufgabenstellung muss sich in der Breite der Ziele, Problemstellungen, Inhalte und Methoden mindestens auf zwei Halbjahre der Qualifikationsphase beziehen (LP, 79).
Dieses Anforderungsprofil wird im Lehrplan Sport durch die exemplarische Darstellung einer schriftlichen Prüfungsarbeit im Abitur verdeutlicht, wie sie sich aus dem Kursprofil der Beispielsequenz des Lehrplans ergeben könnte (LP, 80). Die Lösung der Aufgabenstellung erfordert nicht nur aufeinander aufbauende Erfahrungen und Lernergebnisse aus mehreren Unterrichtsvorhaben in verschiedenen Kurshalbjahren, sondern auch eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Gesundheitsbegriff aus sportphysiologischer, sportpädagogischer und gesellschaftswissenschaftlicher Sicht (s. Erwartungshorizont; LP, 83ff).
Auf die Bewältigung dieser komplexen Anforderungen muss in den Klausuren während der Qualifikationsphase vorbereitet werden. Bei deren Lösung sollen die Schülerinnen und Schüler - wie in der Abiturprüfung auch - explizit den Nachweis erbringen, dass sie
- fachliches Wissen erworben haben (durch die Wiedergabe von Kenntnissen, Anforderungsbereich I),
- in der Lage sind dieses Wissen aufgabengerecht anzuwenden (durch die Anwendung dieser Kenntnisse, Anforderungsbereich II) und
- auf dieser Basis begründet Schlussfolgerungen ziehen oder Urteile abgeben können (durch Problemlösen und Werten, Anforderungsbereich III).
Im Unterschied zur schriftlichen Prüfungsarbeit im Abitur erfolgt dieser Nachweis in den Klausuren der Qualifikationsphase in einem begrenzten thematischen Zusammenhang, sollen doch die Klausurergebnisse in der Qualifikationsphase lediglich Auskunft über das von den Schülerinnen und Schülern im derzeitigen Unterrichtszusammenhang erworbene fachliche Wissen geben (LP Sport, 69).
In der Breite und Komplexität der Anforderungen sind die Klausuranforderungen demnach nicht dem Abiturniveau vergleichbar. Dennoch bereiten die Klausuren im Verlauf der Qualifikationsphase die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen in der schriftlichen Abiturprüfung vor: In ihnen wird ein im Verlauf der Unterrichtsvorhaben wachsendes Wissen eingefordert, und sie schulen den Umgang mit taxonomisch dreigestuften Aufgabenstellungen. Das soll folgend durch eine Auswahl möglicher Klausuransätze verdeutlicht werden, die von dem Abiturbeispiel im Lehrplan Sport (LP, 80ff) und dem diesen vorangehenden Beispiel einer Unterrichtssequenz für die Qualifikationsphase (LP, 48ff) ausgehen.
Die drei stichwortartigen Zusammenstellungen möglicher Leistungserwartungen an die Schülerinnen und Schüler nach Durchlaufen der entsprechenden Unterrichtsvorhaben aus der Beispielsequenz führen zwangsläufig zu einem vergleichbaren Anforderungsprofil wie in der Abiturklausur. Sie machen auch deutlich, wie die späteren Prüflinge darauf vorbereitet werden, den Erwartungshorizont der Abiturklausur erfüllen zu können.
Möglicher Klausuransatz, bezogen auf das 2. UV in 12.1: "Ausdauer verbessern - Laufen unter verschiedenen Sinngebungen erfahren" (LP, 51)
Leistungserwartung im Anforderungsbereich I:
Beschreiben und Erläutern von unmittelbaren Reaktionen und Empfindungen in Ausdauerbelastungen a) bei entspanntem Laufen und b) bei intensiven Trainingsläufen
Leistungserwartung im Anforderungsbereich II:
Erläutern von Trainingsmethoden und ihrer Bedeutung für die Ausdauerentwicklung, bezogen a) auf allgemeine Fitness und b) auf gezieltes Langstreckentraining
Leistungserwartung im Anforderungsbereich III:
Erörtern von Möglichkeiten und Grenzen der Ausdauerentwicklung im Rahmen von Schule
Möglicher Klausuransatz, bezogen auf das 3. Und 4. UV in 12.2: "Verbessern der Sprung- und Wurf-/Schlagkraft unter Verwendung motivierender Spiel- und Übungsformen" (LP, 55) und "Gesund durch Sport - krank durch Sport?" (LP, 56)
Leistungserwartung im Anforderungsbereich I:
Beschreiben typischer muskulärer Dysbalancen oder Beschreiben von Verletzungen und Schäden bei Alltagsbewegungen (Ursachen, Vorbeugen)
Leistungserwartung im Anforderungsbereich II:
Erläutern positiver gesundheitlicher Wirkungen und Risiken eines regelmäßigen Krafttrainings anhand ausgewählter Übungen zur Kraftentwicklung
Leistungserwartung im Anforderungsbereich III:
Zusammenstellen eines Krafttrainings unter dem Aspekt a) der allgemeinen Fitness und b) der gezielten sportlichen Leistungssteigerung
Möglicher Klausuransatz, bezogen auf das 2. UV in 13.1: "Areobic und Inline-Skating - die Fitness verbessern und Bewegung gestalten in Trendsportarten" (LP, 59)
Leistungserwartung im Anforderungsbereich I:
Nennen verschiedener Konzeptionen von Fitness und Zuordnung unterschiedlicher Aktivitäten zu ihrer Verbesserung, die sich a) in Eigenregie und b) im Fitness-Studio durchführen lassen
Leistungserwartung im Anforderungsbereich II:
Erläutern der Wirkungsweise der oben beschriebenen Aktivitäten unter Berücksichtigung der physiologischen und psychologischen Aspekte
Leistungserwartung im Anforderungsbereich III:
Bewerten der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Fitness-Studios vor dem Hintergrund der Darstellung in den beiden ersten Teilaufgaben
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Wer diese Leistungserwartungen im Verlauf des Kursdurchgangs erfüllen konnte, wird auch in der Abiturprüfung bei der Lösung der Beispielklausur im Lehrplan keine Schwierigkeiten haben.






