Schulsportentwicklung
Schulische Voraussetzungen
Von den allgemeinen schulischen Gegebenheiten her sind die Möglichkeiten zu bedenken, die einer Schule unter den Rahmenbedingungen zur Kurseinrichtung zur Verfügung stehen. Die Durchschnittsfrequenz für die Kurse der gesamten Oberstufe darf derzeit nicht höher als 19,5 sein, d.h. dass für die Einrichtung des Leistungsfaches Sport die Teilnehmerzahl zu Beginn der Qualifikationsphase im Schnitt deutlich über diesem Wert liegen sollte.
Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die Kursstärke eines Leistungskurses Sport während eines Durchgangs durch die gymnasiale Oberstufe bis zum Abitur überdurchschnittlich stark abnimmt - vor allen Dingen im Zusammenhang mit der Abgängerquote einer Schule während des Verlaufs der gymnasialen Oberstufe (z.B. Abgänge nach Erreichen der Fachhochschulreife oder durch Eintritt in das Berufsleben). Selbst bei einer auf den ersten Blick hinreichenden Interessentenzahl von über 20 Schülerinnen und Schülern in der vorangehenden Stufe muss die Entscheidung für die Einrichtung des Leistungsfaches Sport daher sehr sorgfältig bedacht werden - einschließlich der Folgen für künftige Jahrgangsstufen bzw. die Sicherung von Schullaufbahnen.
Zudem können erfahrungsgemäß nicht alle an einem Leistungskurs Sport interessierten Schülerinnen und Schüler diesen auch wirklich im Rahmen ihrer sonstigen Schullaufbahnvorstellungen anwählen. In dieser Hinsicht haben die Verbindlichkeiten der APO-GOSt deutliche Auswirkungen auf die Wahlmöglichkeiten für ein Fach, das in der Abiturprüfung kein Aufgabenfeld und auch sonst keine Pflichtbindung abdeckt.
Aus sportfachlicher Sicht ist außerdem anzumerken, dass für den im Leistungskurs Sport anzustrebenden Lernerfolg in den sportpraktischen Unterrichtsanteilen die Lerngruppengröße nicht unter etwa 15 jeweils aktive Teilnehmer absinken sollte, um die Vielfalt sportbezogener Lerngelegenheiten des Faches auch ausschöpfen zu können.
Bedenken dieser Art, die sich auf die Jahrgangsstufengröße beziehen, können gegenüber der Schulaufsicht ggf. dann ausgeräumt werden, wenn die Schule bereits in der Sekundarstufe I ein deutlich sportlich ausgerichtetes Profil in ihrem Schulprogramm ausweist und darauf aufbauend auch in der gymnasialen Oberstufe in diesem Bereich gezielt einen Schwerpunkt setzen will, etwa indem der Leistungskurs Sport in eine Profilbildung einbezogen wird. Aber auch die Kooperation von benachbarten Schulen ist ein durchaus gängiger Weg dazu, die notwendige Kursstärke dauerhaft zu sichern.






