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Leistungskurs Sport

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Lehrplanbeispiel für eine Prüfungsaufgabe in der mündlichen Abiturprüfung

Aus der in Beispielsequenz kann z. B. die folgende Prüfungsaufgabe für den ersten Prüfungsteil erwachsen (Aufgabenstellung schriftlich an den Fachprüfungsausschuss und an den Prüfling sowie zu den Prüfungsunterlagen):

Prüfungsteil 1

Thematik "Faszination Sportspiel:

1. Zeigen Sie am Beispiel unterschiedlicher Großer Sportspiele den Zusammenhang von Spielidee und Spielregeln auf!

2. Erläutern Sie bei den zugehörigen "Street-/Beach-Variationen" die jeweils wesentlichen Veränderungen!

3. Bewerten Sie vor diesem Hintergrund die Plakatwerbung des Deutschen Sportbundes: "Im Verein ist Sport am schönsten!"

Prüfungsteil 2

Vorgesehene Inhalte des Prüfungsgesprächs zur Thematik "Leistung und Leisten im Sport"

  • "Leistung erbringen" - eine Sinngebung sportlichen Handelns, erläutert an Fallbeispielen aus dem Unterricht
  • eigene Erfahrungen zur Leistungsmotivation und Einordnung in ein aus dem Unterricht bekanntes Erklärungsmodell aus der Motivationsforschung
  • Normierte und vereinbarte Gütemaßstäbe, absolute, relative und individuelle Leistung
  • Möglichkeiten der Leistungssteigerung - physiologische Grundlagen und ethische Fragen zur Leistungssteigerung um jeden Preis

Unterrichtsvoraussetzungen

Das Sportspiel ist in der Qualifikationsphase immer wieder am Beispiel des Volleyballspiels als kulturell gewachsene Ausprägung einer Spielidee Gegenstand des Unterrichts gewesen. Ausdrücklich wurde der Zusammenhang von Spielidee und Spielregeln in den beiden Unterrichtsvorhaben Entwicklung und Erprobung von Spielformen im Volleyball (13/I) und Varianten der großen Sportspiele - nur ein Modetrend? (13/II) thematisiert. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler neben dem intensiv betriebenen Rückschlagspiel Volleyball auch die ihnen aus der Sekundarstufe I und der Jahrgangsstufe 11 bekannten unterschiedlichen Formen des Feldspiels (auf Tore/Körbe, Ballführung mit Hand/Fuß/Schläger) bzw. Mischformen aus unterschiedlichen Spielen erproben können. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse über die Regelung gelingenden Spiels mit dem "Ball" in seinen vielfältigen Formen und die authentische Begegnung mit den "Street-Variationen" einschließlich der Auseinandersetzung mit den Gründen für deren Resonanz in der Jugendkultur ermöglichen eine differenzierte Lösung der ersten beiden Teilaufgaben. Die Auseinandersetzung mit der dritten Teilaufgabe kann sich darauf gründen, dass die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsgeschehen immer wieder zielgerichtet danach befragt haben, welche Rahmenbedingungen für ein reizvolles und erfülltes Sporttreiben förderlich sind.

Das Prüfungsgespräch greift aus dem ersten Teil der Prüfung den auch im Sportspiel wesentlichen Leistungsaspekt differenziert auf. Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen war eine profilbildende Pädagogische Perspektive für den Unterricht. Neben den Sportspielerfahrungen bilden die praktischen Trainingserfahrungen und das dabei erworbene Wissen sowie die vielfältige Auseinandersetzung mit der Leistungsthematik die Grundlage für eine fundierte Erörterung. Fragen der verschiedenen Formen der unphysiologischen Leistungssteigerung und der Leistungsmotivation sind ausdrücklich in je einem Unterrichtsvorhaben in 12/II bzw. 13/I thematisiert worden.

Erwartungshorizont

Auf der Grundlage einer Systematisierung der den Großen Sportspielen zugrunde liegenden Spielideen ("Ball" für den Gegner nicht mehr spielbar machen, Ball in das "Tor" des Gegners spielen, "Ball" in einer ganz bestimmten Weise spielen) wird eine strukturierte Identifizierung von Regeln als "Ausführungsbestimmungen" im Sinne einer bestimmten Spielhandlung erwartet (Raumregeln, Inventarregeln, Personalregeln, Verhaltensregeln). An kennzeichnenden Beispielen konkretisiert ist dieser Nachweis von erworbenen Kenntnissen als Reorganisationsleistung anzusehen.

Es sind die wesentlichen Veränderungen zusammenzutragen, die den Street-/ Beach-Variationen gemeinsam sind, ohne dass diese den grundlegenden Sportspielcharakter verlieren (v. a. weniger Spieler, kleinerer und veränderter Spielraum, "weichere Regelungen" bzw. spezifisches einfaches Regelwerk, "fun-" und "event"-Charakter). In der Kennzeichnung dieser Gemeinsamkeiten vor dem Hintergrund jugendkultureller Entwicklungen und in der Erläuterung der gegenseitigen Abhängigkeit von "Street"- und Jugendkultur kann der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist, eigene Erfahrungen und erworbenes Wissen in einen stimmigen Anwendungszusammenhang zu bringen.

In der dritten Teilaufgabe soll sich der Prüfling mit einer Werbebotschaft des organisierten Sports auseinander setzen und zu einer eigenständigen Einschätzung dieser Offerte gelangen. Einerseits ist die These hinsichtlich der jeweiligen Gruppierung im Sportverein durchaus einleuchtend: Die freiwillige Teilnahme Gleichgesinnter in wunschgemäßer Betreuung, die gezielt durch einen Vereinsbeitrag erworben wird, ist ohne Zweifel eine gute Grundlage für "schönen Sport". Andererseits wissen die Schülerinnen und Schüler, dass sich zunehmend neben und außerhalb der Vereine eine "freie" Sportkultur entwickelt (auf kommunalen Sport- und Spielplätzen, in Skaterkreisen u. Ä., bei Lauf- und Spieltreffs, bei "inoffiziellen" festen Spielrunden, beim "Mitternachts-Basket" u. Ä.) und eine Fülle kommerzieller Anbieter (z. B. Fitness-Studios, Tennis- und Squash-Center, Erlebnisbäder) in moderne und attraktive Konkurrenz zu den Sportvereinen tritt. Zudem haben die Schülerinnen und Schüler im Unterricht lernen können, ihre sportlichen Aktivitäten selbst zu gestalten und mit dem "Sinn" zu versehen, den sie dabei erleben wollen. Vor diesem Hintergrund ist eine Vielfalt von Bewertungen möglich. So kann die Befürwortung eines ungebundenen selbstverantworteten Sporttreibens als Teil eines individuellen Lebenskonzepts ebenso begründet werden, wie die Zustimmung zum Vereinssport, der eigene Erwartungen trifft oder den es aus Sicht des Prüflings ggf. zu verändern gilt.

Im Prüfungsgespräch soll der Prüfling einerseits sein Wissen über die Vielschichtigkeit des Leistungsbegriffs und die erworbenen Kenntnisse über die trainingsbiologischen und psychischen Voraussetzungen für sportliche Leistungen nachweisen. Zum anderen ist er gefordert, den im Unterricht erlebten Zugriff auf sportliche Leistung als Realisierung der Pädagogischen Perspektive Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen zu reflektieren. Er soll den angesprochenen Fragen erfahrungsgeleitet nachgehen und so seine Beispiele und Bewertungen anhand nachvollziehbarer Aussagen konkretisieren und verdeutlichen.