Schulsportentwicklung
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Beispiele für Klausuren
Die folgenden Beispiele stellen mögliche Klausuren in einem fiktiven Grundkurs Sport dar, wie er in der Beispielsequenz des Lehrplans (s. dort S. 40ff) beschrieben wird. Da die dort beschriebene Kurssequenz nur ein konkretisierendes Exempel für die vielfältigen Möglichkeiten einer didaktisch begründeten Abfolge von Unterrichtsvorhaben innerhalb eines ausgewählten Kursprofils ist, können diese Beispiele keine allgemeingültigen Muster für Klausuren im Grundkurs Sport sein. Sie sollen allerdings exemplarisch aufzeigen, wie eine schriftliche Lernerfolgskontrolle in Form einer Klausur sich auf den jeweiligen Unterrichtszusammenhang im Kurshalbjahr bezieht und wie sie auf die komplexen Anforderungen in der Abiturprüfung vorbereiten kann (Berücksichtigung der drei Anforderungsbereiche).
Die erste Klausur (Beispiel 1, materialgebunden) steht am Anfang der Qualifikationsphase und bezieht sich daher bewusst auf einen sehr begrenzten Wissensbereich im Zusammenhang mit dem Bewegungslernen. Die hier eingeforderten fachlichen Kenntnisse haben allerdings im Unterricht auf der Übungsstätte in der unmittelbaren Verknüpfung mit dem sportlichen Handeln nicht nur zur Verbesserung von Bewegungsqualität, sondern auch hinsichtlich der Förderung des eigenständigen Arbeitens und der Vermittlung fachlicher Methodenkompetenz einen sehr großen Stellenwert (vgl. Beschreibung des zugehörigen Unterrichtsvorhabens im Lehrplan Sport, S. 50). Die Schülerinnen und Schüler können die in der Aufgabenstellung und im Erwartungshorizont deutlich werdenden Anforderungen daher in einem geringeren zeitlichen Rahmen erfüllen, müssen dabei aber bereits nachweisen, dass sie erworbene Kenntnisse in eine bislang unbekannte Systematisierung einordnen können und hinsichtlich des methodischen Arbeitens auch Schlussfolgerungen ziehen können.
Die zweite Klausur (Beispiel 2, materialungebunden) bezieht sich auf komplexere Zusammenhänge und fordert daher eine längere Bearbeitungszeit. Sie ist in der Aufgabenstellung deutlich an dem Anspruchsniveau orientiert, wie es für Klausuren in der Abiturprüfung in allen Lehrplänen beschrieben ist (vgl. Lehrplan Sport, S. 72ff).
Beispiel 1 (12/1):
Aufgabenstellung
- Das in der Anlage dargestellte Schema stellt Größen, die beim Lernen und Üben von Bewegungen von Bedeutung sind, in einen Funktionszusammenhang. Stellen Sie diesen Zusammenhang dar und gehen Sie dabei auch auf die Bedeutung eines „Lehrers“ und die Funktionalität von Bildreihen ein!
- Beschreiben Sie methodische Maßnahmen im Rahmen des Sportunterrichts zur Verbesserung des Stemmbeineinsatzes beim Speerwurf und zeigen Sie auf, inwieweit einzelne Funktionszusammenhänge angesprochen sind, die sie in Aufgabe 1 erläutert haben!
Anlage 
Unterrichtliche Voraussetzungen
Das Schema des sensomotorischen Funktionskreises ist der Lerngruppe aus dem Unterricht nicht bekannt. Voraussetzungen zur Bearbeitung der Aufgabe sind folgende Kenntnisse und Fähigkeiten, welche die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des 1. Unterrichtsvorhabens der Jahrgangsstufe 12 erwerben und festigen konnten:
- Sensorisches Erfassen eines Bewegungsablaufs (Demonstration, Bildreihe, Beschreibung) dessen Bedeutung für das Entwickeln einer Bewegungsvorstellung und deren Bedeutung für die Eigenrealisation
- Erarbeiten und festigen einer Bewegungsvorstellung mit Hilfe von Bildreihen
- Maßnahmen zur Fehlerkorrektur (Präzisierung der Bewegungsvorstellung, Üben einzelner Bewegungselemente, Partnerkorrektur)
- Bewegungsablauf des Speerwurfs
Erwartungshorizont
Zu 1:
- Ausgang der Bewegungsvorstellung (Soll-Wert) von einer Sinneswahrnehmung und unterschiedliche Kanäle;
- individuell unterschiedliche Ausprägung der verschiedenen Kanäle, Bedeutung des Repertoires bereits vorhandener Bewegungsvorstellungen;
- Eigenrealisation (Ist-Wert) als Umsetzung einer Bewegungsvorstellung in eine Bewegung;
- Kontrolle der Eigenrealisation über innere Rückmeldung - insbesondere über den kinästhetischen Sinn - als eine Möglichkeit der Annäherung von Bewegungsvorstellung und Eigenrealisation;
- Direkte äußere Rückmeldemöglichkeit über die Qualität der Eigenrealisation durch Beobachter (Lehrer/Trainer/Partner) als weitere Hilfe zur Annäherung von Bewegungsvorstellung und Eigenrealisation;
- äußere Unterstützung durch visuelle Hilfen zur Präzisierung der Bewegungsvorstellung, u.a. durch Bildreihen, deren Einsatzmöglichkeit und Funktionalität im Lernprozess.
Zu 2:
mögliche methodische Maßnahmen:
- Üben der Abwurfphase (Standwürfe und Würfe mit Impuls-, Kreuz- und Stemmschritt
- Partnerkorrektur (gegenseitig) unter Verwendung visueller Lernhilfen, z.B. Bildreihen
- Bezug zum sensomotorischen Funktionskreis:
- Beim Üben der Abwurfphase kann z.B. die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung des Stemmbeineinsatzes gelegt werden, indem ein Partner als äußerer Beobachter Rückmeldung zum Stemmbeineinsatz gibt oder indem eine Bildreihe als Hilfsmittel für den Vergleich von Zielbewegung und wahrgenommener bzw. beobachteter Bewegung zur Veranschaulichung der Rückmeldung für den Übenden bzw. als Vorlage für den beobachtenden Partner dient.
Beispiel 2 (13/1):
Aufgabenstellung
1. Nennen Sie verschiedene Konzeptionen von Fitness, ordnen Sie ihnen jeweils verschiedene Aktivitäten zu ihrer Verbesserung zu, die sich a) in Eigenregie und b) im Fitness-Studio durchführen lassen!
2. Erläutern Sie die Wirkungsweise der oben beschriebenen Aktivitäten unter Berücksichtigung physiologischer und psychologischer Aspekte!
3. Formulieren Sie vor dem Hintergrund Ihrer Darstellung in den ersten beiden Teilaufgaben eine eigene Einschätzung der Bedeutung von Fitness-Studios!
Unterrichtliche Voraussetzungen
Voraussetzungen zur Bearbeitung der Aufgabe sind folgende Kenntnisse und Fähigkeiten, welche die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des 2. Unterrichtsvorhabens im Kurshalbjahr 13/I erwerben und festigen konnten:
- Verschiedene Bewegungsaktivitäten und Übungsformen zur Verbesserung von Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit sowie Entspannungstechniken;
- Unterschiedliche Konzeptionen von Fitness: (motorische Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich der Kondition, Prävention und Rehabilitation, körperliches Wohlbefinden, psychisches Wohlbefinden (Freude, Lust, emotionale Stabilität), soziales Wohlbefinden (Kontaktfähigkeit, Geselligkeit);
- Physiologische Anpassungsprozesse im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur (Überblick);
- Erfahrungen im Rahmen des Besuchs eines Fitness-Studios;
- "Fitness-Welle" - kritisches Hinterfragen von Modetrends.
Erwartungshorizont
Zu 1:
- verschiedene Konzeptionen von Fitness, wie o. genannt;
- Konditionelle Grundeigenschaften verbessern durch
- Aerobic, Dauerläufe in unterschiedlicher Form, auch Inline-Skating (Ausdauer)
- Kraftcircuit-Training, Stationstraining (Kraft),
- Dehnübungen (Beweglichkeit),
- progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (Entspannung),
- präventive Wirkung insbesondere durch aerobe Ausdauerbelastung (Infarktprophylaxe),
- quantitativ ausgewogene, vielseitige Belastung (Steigerung des allgemeinen körperlichen und psychischen Wohlbefindens),
- Aktivitäten in verschiedenen Gruppierungen (Kontakte, soziales Wohlbefinden).
Zu 2:
- Hypertrophie des Herzmuskels, Vaskularisierung der Muskulatur, Ökonomisierung der Herzarbeit;
- Muskelzuwachs, intra- und intermuskuläre Koordination, Muskelastizität;
- Verminderung des Muskeltonus (allgemeiner Entspannungszustand);
- psychische Ausgeglichenheit durch freudvolle körperliche Aktivitäten;
zu 3:
Aspekte, die bei der Einschätzung der Bedeutung von Fitness-Studios berücksichtigt und einander wertend gegenübergestellt werden können:
- gezielte Kräftigung und möglicher Ausgleich von muskulären Disbalancen durch reichhaltige technische Hilfsmittel, z.B. "Kraftmaschinen";
- Zusätzliche Hilfsmittel, auch zur Entspannung (z. B. Sauna);
- Fachkundige Betreuung;
- Gemeinsames Üben und Trainieren mit anderen;
- Organisatorischer Aufwand, finanzielle Belastung;
- Keine Bewegungserlebnisse in der Natur (z.B durch Fahrtspiel, Skating);
- Kein Üben spezieller Bewegungsfertigkeiten (z.B. im Inline-Skating);
- Durch Modetrends gesteuerte Motive ("Bodykult").
Die Klausurbeispiele zum Download





