Schulsportentwicklung

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Beispiel B für eine mündliche Abiturprüfung
 

Aufgabenstellung für den ersten Prüfungsteil (Thematik: Die Abhängigkeit der Gestaltung von Sprungbewegungen vom Bewegungsziel) :

Sprünge

1. Beschreiben Sie gemeinsame Elemente des Bewegungsablaufs beim Fosbury-Flop, beim Angriffsschlag im Volleyball und beim Dreisprung (vgl. Abb. in der Anlage) und erläutern Sie deren Wichtigkeit für das Gelingen der Gesamtbewegung!

2. Vergleichen Sie das Absprungverhalten in den drei Bewegungsabläufen und begründen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede!

Erwartungshorizont:

Diese sportartspezifischen Bewegungen sind den Schülerinnen und Schülern aus dem Unterricht bekannt. Bewegungsabläufe sind in Ihrer Abhängigkeit vom jeweiligen Bewegungsziel her erfasst und analysiert worden.

Zu 1:

  • Gemeinsame Elemente sind Anlauf, Sprung (der sich in Absprung und Flugphase einteilen lässt), Landung. Dabei ist ein direkter funktionaler Vergleich aller dieser Elemente im Sinne von Funktionsphasen nicht sinnvoll zu leisten, da es sich um unterschiedliche Bewegungsstrukturen handelt:
    Flop
    : azyklische Bewegung
    Angriffsschlag : Phasenverschmelzung zweier auf unterschiedliche Bewegungsziele ausgerichteten Bewegungen, nämlich Sprung- und Schlagbewegung mit den Bewegungszielen Höhegewinn und Ballbeschleunigung;
    Dreisprung : Phasenverschmelzung dreier auf Sprungweite ausgerichteten Bewegungen)
  • Anlauf :
    gradliniger Steigerungslauf beim Dreisprung und bogenförmiger beim Flop, lediglich ein bis drei Anlaufschritt(e) beim Angriffsschlag, um die jeweils optimale Horizontalgeschwindigkeit zu erreichen; beim Flop Kurveninnenneigung des Körpers zum Ausgleich der Zentrifugalkraft und zur gleichzeitigen leichten Absenkung des KSP, was auch für den Kurzzeitabstoß beim Flop zur Verlängerung des Beschleunigungswegs führt
  • Absprung :(Sprungbeinaufsatz, Amortisation, Absprungstreckung): Sprungbeinaufsatz : unterschiedlich gebeugtes Sprungbein; schneller und aktiver Fußaufsatz für optimale Impulsübertragung; in der Regel Beistellschritt zum beidbeinigen Absprung beim Angriffsschlag Amortisation : Auffangen der auftretenden Kräfte durch Beugung im Fuß- und Kniegelenk; KSP bewegt sich zum bzw. über den Stützpunkt; je länger die Amortisationsphase, desto größer ist die Bremswirkung Absprungstreckung : aufrechter Oberkörper, aktiver beidseitiger Armeinsatz, Schwungbeineinsatz beim Drei- und Hochsprung und ggf. auch beim einbeinigen Absprung zum Angriffsschlag beim VB, Streckung im Hüft-, Knie und Fußgelenk zur optimalen Impulsübertragung
  • Flugphase :
    beim Flop größte Bedeutung für das Gelingen der Gesamtbewegung, weil hier der KSP so eng wie möglich über die Latte (bei guter Technik sogar unter der Latte her) gebracht wird: vor der Lattenüberquerung Schwungbeinsenkung zum Sprungbein, Hüftstreckung, Arme zum Körper, Drehbewegung um die Körperquer- Tiefen- und Längsachse; während der Lattenüberquerung Hüftüberstreckung, Anheben der Oberschenkel und Wegstrecken der Unterschenkel; nach der Lattenüberquerung L-Position, Wegstrecken der Arme
    beim Angriffsschlag wichtig zum Erreichen einer stabilen Ausgangsposition für die Schlagbewegung: Körperstreckung in eine Bogenspannung, dabei Weiterführung des Schlagarmes hinter den Kopf und gleichzeitige Ausgleichbewegung mit dem Gegenarm
    beim Dreisprung wichtig zur Erhaltung des Gleichgewichts und zur Vorbereitung des nächsten Absprungs (Hop und Step) bzw. der Landung (Jump): Schrittbewegung (Hop), lange Fixierung des Schwungbeines (Step) bei jeweils aufrechter Oberkörperhaltung und weitsprungähnlichem Flugverhalten mit abschließendem Vorbringen beider Füße und des Oberkörpers zur Landung nach dem Jump
  • Landung :
    beim Flop L-Position, Schulterachse parallel zur Latte
    beim Angriffsschlag sollte die Landestelle nahe beim Absprungpunkt liegen
    beim Dreisprung geht die Landung von Hop und Step in den jeweils nächsten Absprung über

Zu 2)

  • bei allen drei Sprungbewegungen Abhängigkeit der Weite bzw. Höhe von Absprungwinkel und Absprunggeschwindigkeit :
    die Absprunggeschwindigkeit wird jeweils durch die Länge des Beschleunigungsweges in der Vorbereitung des Absprungs, von der für den Absprung zur Verfügung stehenden Zeit und von der Fähigkeit beeinflusst, Schnelligkeit und Sprungkraft im Sinne des Bewegungsziels koordiniert umzusetzen
    der Absprungwinkel ist abhängig von der erreichten horizontalen und vertikalen Geschwindigkeit und der Gestaltung des Absprungs (Sprungbeinaufsatz, Amortisation, Absprungstreckung)
  • bei allen Sprüngen Einleitung des Absprungs durch gezielten Sprungbeinaufsatz :
    beim Angriffsschlag knapp vor dem Netz mit Beistellschritt in eine optimale Absprungposition, beim Flop aktiv-greifend in einer Entfernung von der Latte, die einen Absprungwinkel von etwa 60 ° ermöglicht, beim Hop des Dreisprungs mit dem Ziel eines geringen horizontalen Geschwindigkeitsverlustes möglichst auch über den Step hinaus (Absprungwinkel für die beiden ersten Sprünge etwa 12-14°) und durch aktiven Aufsatz des fast gestreckten Sprungbeines nach einem verkürzten letzten Anlaufschritt 1-2 Fußlängen vor der senkrechten Projektion des KSP (Verkürzung der Amortisations- und Stemmphase, geringe vertikale Schwankung des KSP)
  • Stemmbewegung bei allen Sprüngen:
    beim Jump und v.a. beim Flop und Angriffsschlag durch ausgeprägtes Abstemmen zur vertikalen Umlenkung (Netzberührung vermeiden), beim Flop als seitwärts eingedrehter Stemmschritt zur Aufrichtung aus der Schräglage (KSP in der Abstoßstreckung treffen); beim Angriffsschlag beidbeinig und dadurch ohne Schwungbeineinsatz mit etwas größerer Absenkung des KSP (Verlängerung des Beschleunigungsweges)
  • Absprungstreckung und Doppelarmschwung bei allen Sprüngen zur optimalen Impulsübertragung:
    beim Flop geht der Kraftstoß aus dem Sprungbein etwas am KSP vorbei (Einleitung der Drehung um die Körpertiefenachse), gleichzeitig Schwungbeineinsatz zur Gegenschulter (Verstärkung des im Absprung bereits eingeleiteten Drehimpulses um die Körperachse); beim Angriffsschlag sollte der KSP in der vertikalen Absprungstreckung möglichst zentral getroffen werden (keine Impulssetzung in die Vorwärtsbewegung); beim Dreisprung (Hop und Step) aktive Fixierung des Schwungbeins (Oberschenkel bis zur der Waagerechten) zur optimalen Impulsübertragung im Sinne des Bewegungsziels (Geschwindigkeitserhaltung zur Weitenmaximierung)

Vorgesehene Inhalte für den zweiten Prüfungsteil (Thematik: Verletzungen im Sport; Funktion und Gestaltung des Aufwärmens) :

  • Ursachen von Verletzungen (situationsbezogen: z.B. durch Sportarten, Sportgeräte, äußere Rahmenbedingungen; personenbezogen: z.B. individuelle Voraussetzungen, unfaires bzw. aggressives Verhalten, hohe Risikobereitschaft)
  • Statistische Erhebungen zum Unfall und Verletzungsgeschehen, häufige und typische Verletzungsarten im Wettkampf- und Freizeitsport
  • Vermeidung von Verletzungen
  • Sinn des Aufwärmens (physisches und psychisches Aufwärmen, Verletzungsprophylaxe)
  • Aufbau, Dauer und Dosierung
  • Berücksichtigung äußerer Faktoren und individueller Voraussetzungen